Wie Dietmar Hirsch die SV Elversberg aus dem Keller führte

Wenn man über den Amtsantritt von Dietmar Hirsch bei der SV 07 Elversberg 07, kann man getrost sagen: Er kam, sah und siegte. Sein Start als Trainer des Drittliga-Aufsteigers war grandios, denn nachdem er den abstiegsgefährdeten Verein aus dem Saarland Anfang September diesen Jahres von Jens Kiefer (trat frewillig zurück) übernommen hatte, gab es fünf Siege und erst eine Niederlage für den SV Elversberg. Eine Entwicklung, die nur am Reißbrett hätte skizziert werden konnte.

Fünf Siege aus sechs Spielen unter Hirsch

Der 41-jährige gebürtige Viersener wirkt absolut authentisch, wenn er über seine Mannschaft spricht, die als absoluter Außenseiter in die diesjährige Drittligasaison gegangen ist. In zwei Relegationsspielen konnte sich die SVE gegen die Reserve des TSV 1860 München durchsetzen. Das Team von der Kaiserlinde wirkt im Vergleich zu den Mitaufsteigern RB Leipzig und Holstein Kiel etwas farblos, was vielleicht auch an dem beschaulichen Herkunftsort liegen mag. Auf dem Platz konnte sich der Verein aus dem 13.000 Einwohner-Ort gegen personell besser besetzte Teams wie Leipzig, Duisburg, Wehen Wiesbaden oder Kiel durchsetzen. Einzig bei Rot Weiß Erfurt setzte es mit dem 0:2 die einzige Niederlage unter Hirsch. Insgesamt hat sein Team schon 18 Punkte holen können und belegt einen hervorragenden neunten Tabellenplatz.

Hirsch will den leidenschaftlichen Fußball sehen

Hirsch hat sofort einen guten Draht zur Mannschaft gefunden. Er lässt seine Mannschaft arbeiten. Primärtugenden wie Lauf- und Zweikampfstärke und Einsatzbereitschaft sind Elemente, die für den Ex-Profi von großer Bedeutung sind. Als Spieler war er ein verlässlicher Verteidiger, der selten durch Kabinettstücken als vielmehr mit solider Arbeit glänzen konnte und deshalb auch stets beliebt beim eigenen Anhang gewesen ist. Bei Elversberg fällt neben der mannschaftlichen Geschlossenheit auch die enorme taktische Disziplin auf, mit der die Mannschaft ihren Gegner gegenübertritt. Ein leidenschaftlicher Fußball wird von ihm gefordert.

„Ich habe immer zusätzlich neben dem Team gezielt trainiert“

Die Elversberger Vereinsführung wusste, dass nach dem Abgang von Aufstiegstrainer Jens Kiefer unter allen Umständen ein Trainer verpflichtet werden muss, der die maximale Leistungsfähigkeit aus der Mannschaft herausholen kann. Hirsch verfügt weder als Spieler und schon gar nicht als Trainer über eine herausragende Vita. Bei unterklassigen Mannschaften, wie dem SV Schackendorf und dem FC Sylt konnte er erste Erfahrungen als Übungsleiter machen. Er musste sich stets alles hart erarbeiten und dies macht er seinen Spielern deutlich, dass die gewissenhafte Arbeit auf und neben dem Platz zum erhofften Erfolg führen kann. Auf seiner Homepage gibt er Fußballspielern Tipps über Trainingslehre und andere Bereiche, um das Spiel zu optimieren. Von Hirsch ist auch ein Zitat überliefert, was deutlich macht, was für einen Charakter er besitzt: „Nicht jeder Bundesligaspieler ist ein begnadetes Talent – und nicht jeder schafft den Sprung in den Profifußball. Ich habe immer zusätzlich neben dem Team gezielt trainiert und bin dabei an meine Leistungsgrenzen gegangen und war über 14 Jahre lang Profi.“

FOTO: calcio-culinaria.de

   
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