Welche Erkenntnisse die Zebras aus der ersten Niederlage mitnehmen

Auch im zweiten Jahr nach der Drittliga-Rückkehr legte der MSV Duisburg einen Top-Start in die Saison hin. Erst in der fünften Partie mussten sich die Zebras erstmals geschlagen geben – ausgerechnet im Derby mit Düsseldorf. Welche Erkenntnisse die Zebras aus der ersten Niederlage mitnehmen können. 

Lobingers Fehlen war nicht das Problem

Letzte Saison feierte Duisburg einen Rekord, indem der Aufsteiger bei seiner Rückkehr gleich sechs Siege aus den ersten sechs Spielen holte. Den Durchmarsch verpassten die Zebras knapp, sodass dass berüchtigte zweite Jahr nach dem Aufstieg für den MSV folgen sollte. Und wie kam die Hirsch-Elf aus den Startlöchern? Wieder mit vier Siegen in vier Partien! Aber dann das: Ausgerechnet im Straßenbahn-Derby bei Fortuna Düsseldorf folgte die erste Pleite der neuen Spielzeit. Doch zum Stimmungsdämpfer soll die Niederlage nicht werden, denn der Cheftrainer lieferte unmittelbar nach Spielende schon die wichtigste Erkenntnis: "Man kann auch mal verlieren, wir wurden ja nicht rund gespielt. Wir machen das gut und das Leben geht weiter."

Tatsache ist, dass das Fehlen von Top-Torjäger Lex Tyger Lobinger selbstverständlich ein größeres Thema war, nachdem der 27-Jährige schon vier Buden in vier Partien erzielt hatte. Aber Ersatzmann Peter Remmert fügte sich nahtlos in die Mannschaftsleistung ein, indem der Leihstürmer sein zweites Tor im zweiten Spiel schoss. Duisburg kann, wie die Zebras auch schon mehrfach betonten, personell sorglos ohne Qualitätsverlust durchwechseln. Und die Mentalität stimmt, denn trotz einer augenscheinlich besseren ersten Hälfte für Düsseldorf, in der Duisburg nahezu kaum Torgefahr ausstrahlte, ging der MSV nach Wiederanpfiff in Führung. Dass die Zebras nicht unruhig werden, dürfte als weitere Erkenntnis aus der Niederlage folgen.

Personalfrage in der Abwehr?

In der Trainingswoche wird Hirsch zudem die Gegentore mit seiner Mannschaft aufs Korn nehmen. Denn auch hier erkannte der MSV-Coach schnell: "Von der Leistung her kann ich niemandem einen Vorwurf machen, aber wir dürfen die Bälle nicht so leicht herschenken." Der Ausgleich resultierte aus einem Einwurf, zwei Düsseldorfer stocherten die Kugel irgendwie in die Mitte und Martin Ens legte beim Klärungsversuch unfreiwillig für F95-Stürmer Schleusener auf. Dem 1:2 ging wiederum ein fataler Querpass im eigenen Spielaufbau voraus – und Düsseldorf nahm beide Einladungen an. "Die individuelle Qualität nutzt solche Fehler aus", ärgerte sich Hirsch. Die Vermeidung einfacher Ballverluste werden somit auf der Tagesordnung stehen.

Und somit stellt sich schlussendlich nur noch die Personalfrage. Duisburg kann munter durchrotieren, das ist wahr. Aber gerade mit Blick auf die Abwehrleistung wird sich eine eingespielte Defensive wohl rentieren. In dieser Hinsicht wünschten sich viele Fans in der Sommerpause natürlich frisches Blut für die Verteidigung, aber gerade in der Abwehrzentrale wollen die Zuschauer jetzt wieder Ben Schlicke an der Seite von Tobias Fleckstein sehen, der sich im Endspurt der letzten Saison in die Herzen gespielt hat. Und auf der linken Seite? Gegen Düsseldorf war Can Coskun der Unglücksrabe, weshalb mancher Fan bereits auf Frederik Christensen nach dessen auskurierter Verletzung gucken. Immerhin war der Däne in der vergangenen Saison ein Teil der besten Drittliga-Abwehr beim VfL Osnabrück. Und doch ist wohl die klarste Erkenntnis nach der ersten Niederlage: Soll nicht passieren, aber kann mal passieren.

   

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