"Was ich immer höre ist: Risiko": Giannikis verteidigt Umbruch
15 Zu- und 18 Abgänge – das Gesicht des 1. FC Saarbrücken hat sich zur neuen Saison grundlegend verändert. Der Kaderumbruch birgt naturgemäß ein Risiko, das Cheftrainer Argirios Giannikis jedoch gerne in Kauf nimmt.
"Geht nicht schneller, wenn man daran zieht"
Vergangene Saison kämpfte der FCS überwiegend gegen den Abstieg. Ein deutliches Zeichen dafür, dass der Kader verändert werden musste. Kritik an der Größe des Umbruchs wischt Trainer Argirios Giannikis zur Seite: "Was ich immer höre ist: 'Risiko, Risiko, Risiko eines Umbruchs, einer Kaderplanung'. Die Frage ist aber: Wäre es nicht ein größeres Risiko gewesen, mit dem gleichen Kader weiterzumachen?", stellt der FCS-Coach im "Saarländischen Rundfunk" die Gegenfrage. Ohne Veränderung, so Giannikis zwischen den Zeilen, hätte ein weiteres Jahr im Abstiegskampf gedroht. Eine Garantie, dass es jetzt automatisch besser läuft, wird es aber natürlich auch nicht geben. Dessen ist sich der 46-Jährige bewusst.
"Wir sind von diesem Prozess, der – wie gesagt – gefordert wurde, auch überzeugt. Dass der natürlich Zeit in Anspruch nimmt, dass Prozesse nicht schneller gehen, wenn man daran zieht, das ist auch klar", erklärt Giannikis. Führungsspieler wie Calogero Rizzuto, Florian Pick oder Sebastian Vasiliadis sowie Neuzugänge wie Christian Kühlwetter werden gefordert sein. "Das sind ja alles Spieler, die eine gewisse Reife und Erfahrung haben, die auch Führungsaufgaben übernehmen können und übernommen haben", ist sich der FCS-Coach sicher. "Die kennen aber auch den Standort und wissen, was wir jetzt in diesen drei Monaten gemacht haben. Ich glaube, diese ganze Mischung kann sehr spannend sein."
FCS statistisch ein Top-Team
Sportvorstand Markus Thiele, der zum ersten Mal eine Transferperiode der Saarländer organisiert, ist vom Kurs ebenfalls überzeugt. "Wir wollen ein paar junge, hungrige Leute mit aufbauen, die an der Seite von den Erfahrenen wachsen und sich weiterentwickeln können. Um dann auch in der nächsten Stufe eine andere Hierarchie in der Mannschaft einnehmen zu können", gibt der 44-Jährige vor. Dazu nutzte Thiele kreative Wege. Aus Österreich kam mit Matteo Bignetti die neue Nummer eins, aus dem Ausland kamen spannende Talente wie Gökdeniz Gürpüz, Seung-joon Lee oder Zac Shuaib.
Beim FCS soll sich etwas entwickeln – und zwar nicht nur kurzfristig. "Wir haben auch einige Spiele geholt, die auch eine Option auf weitere Jahre haben. Und von dem her geht es schon in eine stabile, längerfristige Planung rein, weil genau das natürlich auch aus unserer Sicht den Erfolg bringen kann", so Thiele. Derzeit wird der Marktwert der Saarbrücker insgesamt auf 7,88 Millionen Euro geschätzt, wodurch der FCS zu den Top-Mannschaften der Liga zählt. Entscheidend wird natürlich sein, was Giannikis mit seiner neuen Mannschaft auf den Platz bringen wird.