Was der FCK aus dem Pokal-Erfolg mitnehmen muss

Der stark erkämpfte Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg in der 2. Runde des DFB-Pokals war für den 1. FC Kaiserslautern eine willkommene Abwechslung zum tristen Abstiegskampf der 3. Liga, spült dem finanziell klammen Verein eine hübsche Summe in die Kassen und lenkt zudem von der Führungskrise der Roten Teufel ab. Dennoch ist der Sieg nur etwas wert, wenn es die Mannschaft auch schafft, den Schwung aus dem Spiel auch mit in die Liga zu nehmen. Ein Kommentar.

Kampf, Leidenschaft und vor allem Moral 

Als Torhüter Lennart Grill in der 89. Minute den Schulterblick vergaß und Nürnbergs Stürmer Michael Frey den Ausgleich zum 2:2 quasi auf dem Silbertablett servierte, da schien das Pokalspiel zwischen dem Underdog aus Kaiserslautern und dem höherklassigen 1. FC Nürnberg doch noch seinen erwarteten Verlauf zu nehmen. Bis hierhin hatten die Roten Teufel vorbildlich gekämpft und den Klassenunterschied vergessen gemacht, nun drohten sie am Ende aber doch noch mit leeren Händen dazustehen. Doch ausgerechnet der Unglücksrabe Grill wuchs in der Verlängerung über sich hinaus, parierte mehrere gute Möglichkeiten der Franken und hielt im Elfmeterschießen den entscheidenden Elfmeter von Tim Handwerker. Vom Deppen zum Helden in gerade einmal 30 Minuten.

Diese Geschichte zeigt: Pech und Glück liegen im Fußball häufig nah beieinander und es ist immens wichtig, nach Rückschlägen Moral zu zeigen und wieder aufzustehen. Von daher kann der 1. FC Kaiserslautern aus dem Pokalspiel und der Aktion von Lennart Grill ziemlich viel mitnehmen. Und das muss er auch. Denn zwar bringt der Sieg dem Verein knapp 700.000 Euro und möglicherweise ein weiteres attraktives Heimspiel im Pokal, mindestens genau so wichtig wäre es aber, in der Liga endlich auch wieder Erfolge zu feiern und den Tabellenkeller zu verlassen. Ansonsten wäre der Pokalerfolg ein Muster ohne Wert.

Schwung muss mitgenommen werden 

Schon am Samstag (14 Uhr) bietet sich der Mannschaft von Boris Schommers dazu die Möglichkeit. Dann erwarten die Roten Teufel die ebenfalls im Abstiegskampf befindlichen Würzburger Kickers auf dem Betzenberg. Die Vorzeichen sind da natürlich andere. Denn vor eigenem Publikum wird der FCK – anders als gegen Nürnberg – nicht als Außenseiter in die Begegnung gehen und selber auch das Spiel machen müssen. Der Kampf und die Leidenschaft aus dem Pokalspiel sind aber auch in dieser Partie gefragt, um am Ende die dringend benötigten Punkte auch dazubehalten. Anders geht es nicht in dieser 3. Liga.

Zudem gilt es, die eigenen Zuschauer wieder mitzunehmen. Die hatten in den vergangenen Wochen nur noch wenig Lust, ihre Mannschaft bei den schwachen Leistungen zu unterstützen, teilweise hagelte es sogar Pfiffe und Beschimpfungen von den Rängen. Gegen Nürnberg zogen nun wieder alle an einem Strang und schafften damit womöglich die Voraussetzungen für einen gemeinsamen Neuanfang. Diese Chance muss das Team nun aber auch nutzen. Und zwar ohne Wenn und Aber schon am Samstag gegen Würzburg.

   
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