Was aus früheren Drittligisten geworden ist #1: TuS Koblenz

In der neuen Saison sind mit Essen, Bayreuth und Oldenburg gleich drei Teams erstmals in der 3. Liga vertreten. Dadurch erstreckt sich das Teilnehmerfeld in der dritthöchsten Spielklasse auf mittlerweile 66 Teams. Während einige Klubs (Union Berlin, RB Leipzig) den ganz großen Sprung nach oben geschafft und sich in der Bundesliga etabliert haben, sind andere Teams von der ganz großen Bühne vorerst verschwunden. Auf diese Vereine blickt liga3-online.de in seiner Serie. Heute: TuS Koblenz.

Abstieg trotz 49 Punkten

Von langer Dauer war der Aufenthalt der Tus Koblenz in der 3. Liga nicht. Die bislang einzige Spielzeit in der eingleisigen dritthöchsten Spielklasse absolvierte die Turn- und Spielvereinigung, die aktuell in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar am Ball ist, in der Saison 2010/2011. Sportliche Gründe hatte der Absturz in den Amateurfußball allerdings nicht. Mit damals 49 Punkten aus 38 Begegnungen schlossen die Koblenzer die Saison im gesicherten Mittelfeld ab. Allerdings ließen finanzielle Gründe eine weitere Spielzeit in der 3. Liga nicht zu, sodass die "Schängel" auf einen weiteren Lizenzantrag im Profifußball verzichteten.

Durch die ordentliche Ausbeute in der bisher einzigen Spielzeit in der 3. Liga ist die TuS Koblenz auch in der ewigen Tabelle weit von den letzten Rängen entfernt. Ganze zehn Klubs, die genau wie Koblenz auch nur eine Spielzeit in der niedrigsten deutschen Profiliga im Einsatz waren, sammelten weniger Punkte als der heutige Oberligist, der Stadtrivale FC Rot-Weiß Koblenz mittlerweile vorbeiziehen lassen musste.

Ex-Profi tritt in Fußstapfen von Sander

Trainer der damaligen Drittliga-Truppe war Petrik Sander, der gemeinsam mit den Blau-Schwarzen den Gang in die vierte Liga angetreten war. Für den heute 61-Jährigen sollte es nicht die einzige Amtszeit in Koblenz bleiben. Rund dreieinhalb Jahre nach seinem ersten Engagement beim Traditionsklub, der zwischen 2006 und 2010 insgesamt vier Jahre in der 2. Bundesliga für Furore sorgte, übernahm Sander erneut die TuS. Und das sogar recht erfolgreich: Zwar konnte er den Abstieg aus der Regionalliga nach seiner Übernahme im Winter der Saison 2014/2015 nicht mehr abwenden. In der folgenden Spielzeit sicherte sich der Cheftrainer mit seiner Mannschaft in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar aber souverän die Meisterschaft und kehrte dadurch auf Anhieb zurück in die Regionalliga Südwest. In der darauffolgenden Saison wurde aber erneut die Reißleine gezogen.

In die Fußstapfen von Sander trat Anel Dzaka, der noch bis zur vergangenen Hinrunde – also fast vier Jahre – an der Seitenlinie die Verantwortung trug. In Koblenz war der nun 41-Jähriger kein neues Gesicht. Von 2004 bis 2008 sowie in der Rückrunde der Saison 2009/2010 absolvierte der im ehemaligen Jugoslawien geborene frühere Mittelfeldspieler 75 Einsätze (von insgesamt 130 Begegnungen in der 2. Bundesliga) für Koblenz. Auch in der 3. Liga war Dzaka 16-Mal am Ball – allerdings nicht für die TuS, sondern Rot-Weiß Oberhausen. Als TuS-Chefcoach kamen 110 Partien hinzu.

Vereinslegende Stahl soll es richten

Als neuer wichtiger Mann an der Seitenlinie unternimmt nun Michael Stahl auch in der neuen Saison einen weiteren Versuch, um in die Regionalliga Südwest zurückzukehren und damit der TuS zu altem Glanz zu verhelfen. In der jüngst abgelaufenen Spielzeit hatte Koblenz zwar nach der Hinrunde die Meisterrunde erreicht, dort landete der Klub, der im Jahr 1911 gegründet worden war, allerdings auf dem 12. und damit letzten Platz. Stahl selbst ist nicht nur als Trainer tätig, sondern stellt sich das eine oder andere Mal auch noch selbst auf. In der vergangenen Spielzeit führte der 34-jährige Defensivspieler seine Mannschaft in 13 Begegnungen als Kapitän auf den Platz.

Ähnlich wie bei seinem Vorgänger Anel Dzaka war es auch für Stahl, der seit 2016 wieder in Koblenz spielt und im vergangenen Oktober zusätzlich das Traineramt übernahm, nicht die erste Tätigkeit bei seinem Herzensklub. Stahl wurde in der "Schängelschmiede" ausgebildet, machte dann in der Saison 2005/2006 sechs Spiele in der 2. Bundesliga für Koblenz. Kein Wunder, dass sich der Spielertrainer im Laufe der Zeit zu einer Vereinsikone herausputzte. Mit 282 Pflichtspielen von der 2. Bundesliga bis in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar ist er Rekordhalter der Koblenzer. Wenn also jemand weiß, welche Tradition beim TuS Koblenz dahintersteckt, dann sicherlich der "Mann aus Stahl".

   
  • Liga3

    Kickers Emden hatte meine ich sogar noch mehr Punkte gesammelt in ihrer einzigen 3.Liga Saison.

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