Vor Nachholspiel: Kauczinski kündigt Personal-Änderungen an

Dreimal in Folge ging Dynamo Dresden zuletzt als Sieger vom Platz, am Mittwoch kann der Tabellenführer im Nachholspiel gegen Bayern München II nachlegen. Vor dem Spitzenspiel am Samstag sorgt der enge Terminplan für wenig Begeisterung bei Cheftrainer Markus Kauczinski.

"Wollen weitermachen"

"Ich mag sie, meine ersten Trikots waren von Bayern. Ich bin da schon ein Sympathisant", gestand Stürmer Pascal Sohm mit verlegenem Grinsen in der Pressekonferenz vor dem Nachholspiel am Mittwochabend gegen den FC Bayern München II ein. Erinnerungen an frühere Begegnungen mit der U23-Mannschaft machten dem Angreifer jedoch wenig Freude: "Mit Halle musste ich gegen Alphonso Davies spielen, das war auch nicht so angenehm. Ich hätte mir sein Trikot vielleicht holen sollen, das wäre cool gewesen. Aber daran habe ich damals nicht gedacht." Möglicherweise weil beide Spiele verloren gingen, das Rückspiel vor einem Jahr sogar mit 1:6. Am Mittwochabend hätte Sohm nichts dagegen, wenn ihm erstmals ein Treffer im heimischen Stadion gelingen würde – bislang war er dreimal auswärts erfolgreich.

Obwohl die Bayern-Reserve in dieser Saison aufgrund der Corona-Pandemie weitestgehend auf große Verschiebungen von Spielern zwischen Bundesliga- und Drittliga-Teams verzichtet, erwartete Kauczinski keinen geschwächten Gegner: "Bayern spielt relativ stabil in ihrem System, an ihren Verhaltensweisen hat sich nicht viel geändert." Zum dritten Mal bereitete der SGD-Coach seine Mannschaft mittlerweile auf die talentierte Truppe vor. Und Kauczinskis Forderung war klar: "So, wie wir gegen Zwickau angefangen haben, wollen wir gegen Bayern weitermachen."

Mais Rückkehr ohne Startelf-Garantie

Abgesehen von den Langzeitverletzten stehen dem 51-Jährigen alle Akteure zur Verfügung. Bei Yannick Stark gibt es nach seinen Schulterproblemen die Hoffnung, dass er spätestens in zwei Wochen auch wieder zu den Alternativen gehören könnte. Darüber hinaus gibt es keine Ärgernisse – abgesehen von der ungünstigen Terminierung des Nachholspiels aus Dresdner Sicht. "Die Zeit vom Zwickau-Spiel zu jetzt reicht. Aber vor dem Top-Spiel zählt natürlich jede Stunde zur Erholung", blickte Kauczinski auf das Spitzenspiel am Samstag gegen Ingolstadt voraus. Auch deshalb wird er wohl Veränderungen zugunsten einer Belastungssteuerung in der Startelf vornehmen: "Normalerweise ist das nächste Spiel immer das wichtigste Spiel, das ist auch so."

Schimpfen wolle Kauczinski deswegen nicht, das würde sowieso nichts ändern. Daher wird der Coach wohl, wie so oft in dieser Saison, eher die Startelf verändern. "Es wird auf keinen Fall die gleiche Elf, wie beim letzten Mal. Da bin ich mir schon sicher", versprach Kauczinski im Vergleich zu Zwickau, zumal er nun Kapitän Sebastian Mai wieder ins Boot holen könnte. Eine Einsatzgarantie für den Innenverteidiger gab es allerdings nicht: "Auf der einen Seite willst du Sebastian Mai dabeihaben, auf der anderen Seite muss ich die anderen drei auch wertschätzen." Gemeint sind Tim Knipping, Kevin Ehlers und Leroy Kwadwo, die ihre Sache zuletzt gut machten.

"Als Trainer zweitrangig"

Bei einer Entscheidung für die Startelf will sich Kauczinski auf sein Gefühl für den richtigen Moment verlassen, so handhabte er es in seiner Karriere des Öfteren. Erfahren genug ist der 51-Jährige, um auch die Tatsache seines auslaufenden Vertrags nicht zu viel Bedeutung in der entscheidenden Phase der Saison beizumessen: "Natürlich fühle ich mich wohl hier, daran habe ich auch nie einen Zweifel gelassen. Alles andere bist du als Trainer zweitrangig. Es sind noch drei Monate zu gehen. Es ist jetzt wichtig, dass die Mannschaft im Fokus bleibt und wir unsere Ziele erreichen." Einen Zeitplan habe er daher für eine mögliche Verlängerung nicht, dafür soll es bereits ein erstes Grundsatz-Gespräch gegeben haben. Und zumindest da stimmten die Meinungen wohl mit Sportchef Ralf Becker überein.

   
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