Vor Bremen: Preußen-Trainer Horst Steffen spricht Klartext

Ist es schon das letzte Spiel für den Trainer von Preußen Münster? Horst Steffen steht unter Druck, nachdem er aus den ersten acht Spielen nur vier Zähler einfahren konnte. Eine neunzigminütige Krisensitzung von Noch-Präsident Georg Krimphove und Sportvorstand Carsten Gockel am Donnerstag verdeutlichte: Noch so einen Auftritt wie beim 1:4 in Frankfurt wird es nicht geben.

Denkt Preußen Münster zu viel nach?

So stand natürlich auch die Pressekonferenz vor dem samstäglichen Heimspiel gegen Werder Bremen ganz im Zeichen des Übungsleiters. „Ich versuche, meine Arbeit bestmöglich zu machen und verdränge alles andere“, wies er die Nachfrage bezüglich seiner Situation zurück und stellte klar: „Ich bin davon überzeugt, dass ich auch nach dem Bremen-Spiel noch Trainer von Preußen Münster sein werde!“ Doch die Kontinuität, die der SCP auch auf der Trainerposition wiederaufkommen lassen sollte, steht vor einer schweren Prüfung, einem Vertrauensbeweis. Die peinliche 1:4-Niederlage in Frankfurt warf gleich eine ganze Reihe an Fragen auf: Fehlen der Mannschaft die grundlegenden Tugenden für den Abstiegskampf? „Nur“ zwei Gelbe Karten im Duell des Neunzehnten mit dem Zwanzigsten, die Statistik sprach deutlich dafür. Ist sie mental angeknackst? „Immer wieder gibt es diese frühen Rückstände, diese unerwarteten Rückschläge natürlich kommen einige Jungs da ins Grübeln“, erklärte Steffen energisch.

Emotionales Gespräch am Freitagmittag

Oder ist der schlimmste Fall eingetreten und der Trainer erreicht das Team mit seiner taktischen Vorgabe nicht mehr? Nach acht Spieltagen ist es schwer, den Kontext bereits in diesem großen Rahmen zu deuten, auch weil die Preußen neben schlechten Spielen etwa in Halle oder gegen Magdeburg einige gute Ansätze zeigten. „Wir haben uns vieles anders vorgestellt“, räumte jedenfalls Sportvorstand Carsten Gockel erneut ein, wollte aber keine Kritik an der Kaderzusammenstellung – insbesondere in der wackligen Defensive – gelten lassen. „Das Budget hat nun einmal auch nicht noch mehr hergegeben, wir haben hier nicht noch irgendwo einige Euros herumliegen“, bekräftigte Trainer Steffen. Es entwickelte sich ein hochemotionales Gespräch, in dem auch die Sicht der Fans zur Sprache kam, die seit vier Jahren immer wieder lange erfolglose Phasen durchstehen mussten und nun auch noch die größte Krise seit dem Regionalliga-Abstieg 2006 durchleben müssen.

Steffen: „Auch mich nimmt die Situation mit!“

„Glaubt ihr denn, mich nimmt das nicht mit? Glaubt ihr, ich bin innerlich so ruhig, wie ich an der Seitenlinie ausschaue?“, ergriff Horst Steffen das Wort. „In mir tobt es so manches Mal, wenn ich das sehe! Mir geht das auch an die Nieren, wie wir momentan dastehen.“ Emotional ist der Übungsleiter, der auch am Freitagmittag mit einem Preußenshirt zur Konferenz erschien, noch voll bei der Sache – und wirkt dabei absolut authentisch. Vielleicht wäre Preußen Münster, so schwer es in der aktuellen Situation auch fallen mag, sogar gut beraten, unabhängig vom Ergebnis am Samstag an Horst Steffen festzuhalten und den erst vor einigen Monaten aufgestellten Kurs mit der neu zusammengestellten Mannschaft fortzuführen. In der aktuellen Situation des Vereins, der in den kommenden Monaten quasi sämtliche Führungspositionen neu besetzen muss, scheint die klare Linie des SC Preußen allerdings ohnehin fraglicher denn je.

 
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