Vocaj vor Derby: "Sind den Fans und der Stadt etwas schuldig"

Sportlich und finanziell ist es für Rot-Weiß Erfurt bisher eine Saison zum Vergessen. Am Sonntag muss das Team von Trainer Stefan Emmerling zum Derby nach Jena, hat dort neben drei Punkten vor allem die Chance auf etwas Wiedergutmachung.

Emmerling: "Müssen brutal Fight abliefern"

Mit zehn Punkten liegt RWE hinter den Nicht-Abstiegsplätzen, der Rückstand steigt wohl sehr wahrscheinlich auf elf Punkte an, da der DFB den Erfurter Einspruch gegen den Punktabzug ablehnte. Das soll jedoch im Derby keine Rolle spielen, verspricht Trainer Stefan Emmerling vor dem Duell gegen den Rivalen: "Logischerweise gibt es immer eine Vorfreude auf das Spiel, man steht im Fokus, ist sehr gefordert – mental und körperlich in den Zweikämpfen. Wir lassen uns auch durch die finanzielle Situation im Verein nicht von unserer Vorbereitung abbringen. Es gibt auch eine klare Ansage von der Mannschaft, dass wir in der Lage sind, das von uns abzustreifen, eine gute Leistung abzurufen, um mit einem Erfolgserlebnis nach Erfurt zurückfahren zu können – so ist das Ziel."

Im dritten Derby der Saison steht Rot-Weiß mehr denn je unter Druck, einen Sieg zu holen, wenn das Wunder Klassenerhalt noch realisiert werden soll: "Mit jeder Niederlage mehr, mit jedem Spiel weniger werden die Chancen geringer. Wir stehen in der Pflicht, bis zuletzt daran zu glauben. Wir sind schon in der Lage, das haben wir auch bewiesen, Mannschaften zu schlagen. Außer Münster waren alle Spiele eng. Es geht darum, gegen Jena einen brutalen Fight abzuliefern."

RWE braucht mehr Mut in der Offensive

Während sich die Gegentor-Statistik mit 40 Treffern für ein Schlusslicht ganz passabel liest, klemmt es beim Liga-Dino gewaltig in der Offensive, die mit großem Abstand die harmloseste der Liga ist.  Emmerling ehrlich: "Wir haben nur 15 Tor geschossen, das ist in der Liga nicht ausreichend, um die hinteren Plätze zu verlassen. Wir müssen uns dazu auffordern, gerade im vorderen Bereich noch mehr Mut zu beweisen, noch mehr Effektivität, um ein Tor zu erzielen. Da sind alle Spieler gefordert. Alle haben schon gezeigt, dass sie Tore erzielen können, aber man muss auch den Mut aufbringen, auch mal aus der zweiten Reihe zu schießen."

Die Frage, auf wie viel Prozent der Trainer die Erfolgsaussichten auf den Klassenerhalt schätzt, beantwortet er mit einen Appell an seine Spieler: "Wir werden bis zuletzt kämpfen. Aber es ist schwer, das in Prozente auszudrücken. Keiner glaubt an uns, aber wir müssen es schaffen, an uns zu glauben. Und wir haben es geschafft, Mannschaften von oben zu schlagen. Gegen Teams von weiter hinten, haben wir es noch nicht geschafft. Dafür musst du in den entscheidenden Momenten da sein."

Vocaj: "Müssen zeigen, dass wir Bock haben"

Zumindest Mittelfeldspieler Liridon Vocaj hat vor seinem ersten Derby verstanden, worum es am Sonntag geht: "Ich freue mich richtig, habe leider zwei Spiele verpasst. Es erwartet uns ein emotionales Derby, da müssen wir einen kühlen Kopf bewahren. Nach der verkorksten Saison sind wir den Fans und der Stadt etwas schuldig, das weiß jeder Spieler. Da muss man nicht motiviert werden, dafür spielt man Fußball. Darauf muss jeder Bock haben, nicht nur für sich. Das wollen wir auch auf dem Platz zeigen."

Doch wie schon in den vergangenen Monaten hat RWE mit vielen Ausfällen zu kämpfen. Neben Torwart Julian Knoll fehlen auch die Verteidiger Tobias Kraulich, André Laurito und Florian Neuhold. Zudem sah Luka Odak gegen Aalen seine zehnte gelbe Karte, fehlt gesperrt. In der Offensive fehlen Carsten Kammlott, Alexander Ludwig und Waseem Razeek. Doch für Emmerling ist das keine Ausrede: "Aber auch in dem Spiel zählt das alles nichts. Die schweren Verletzungen tun schon weh, die kannst du nicht vorhersehen. Aber es ist nicht zu ändern. Trotzdem sind noch genug Spieler da." Immerhin kehrt Merveille Biankadi nach Rot-Sperre wieder zurück, zudem könnte Stürmer Tugay Uzan nach Kreuzbandriss wieder in den Kader rücken.

 

   
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