Viktoria Berlin: "Wir wollen uns in der 3. Liga etablieren"

Aller Voraussicht nach wird Viktoria Berlin durch den bevorstehenden Abbruch der Regionalliga Nordost in die 3. Liga aufsteigen. Neben der Kaderplanung muss sich der Klub vor allem um ein Ausweichstadion kümmern. Zudem stellt die lange Spielpause den Verein vor eine Herausforderung, wie Geschäftsführer Peer Jaekel im Interview mit dem "Kicker" erklärt.

Spiele außerhalb Berlins?

Noch ist der Aufstieg von Viktoria Berlin in die 3. Liga nicht offiziell vom Nordostdeutschen Fußball-Verband beschlossen worden. Doch alles deutet daraufhin, dass der Klub aus der Hauptstadt bald im Profifußball unterwegs sein wird. Auch wenn die Entwicklung schon länger absehbar war, lagen die konkreten Kaderplanungen "auf Eis", wie Jaekel im "Kicker" sagt. "Grundsätzlich sind wir aber davon überzeugt, dass wir mit einem Großteil unserer Spieler in der 3. Liga bestehen können."

Viel größeren Handlungsbedarf hat die Viktoria mit Blick auf eine Spielstätte. Das eigene Stadion erfüllt mit nur 4.500 Plätzen nicht die Anforderungen des DFB, weshalb "händeringend" ein Ausweichstadion gesucht wird. Favorisiert wird ein Umzug innerhalb Berlins, wobei das Olympiastadion und die Alte Försterei aus Kostengründen nicht in Frage kommen und der Jahn-Sportpark aufgrund von Sanierungen nicht infrage kommt. "Das Zünglein an der Waage ist am Ende das Land Berlin", erklärte Jaekel. "Das bringt uns aber in die jetzige Situation, dass wir uns mit verschiedenen Spielstätten außerhalb der Landesgrenzen beschäftigen müssen." Laut Verband darf ein Ausweichort nur 100 Kilometer vom eigenen Stadion entfernt sein. Doch mit Ausnahmegenehmigungen kann auch dies umgangen werden. Das Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg steht aufgrund der hohen Auslastung derweil nicht zur Verfügung.

Acht Monate Pause bis Saisonbeginn

Ein weiteres Problem mit Blick auf die kommende Drittliga-Saison ist die lange Zwangspause der Berliner. Seit November ruht der Ball in der Regionalliga Nordost, die die Mannschaft mit elf Siegen aus ebenso vielen Spielen dominiert hatte. Laut Rahmenterminplan startet die Drittliga-Spielzeit 2021/22 erst am 23. Juli. Acht Monate hätte die Viktoria bis dahin überbrücken müssen, ehe das Abenteuer Profifußball beginnt. Es sind alles andere als optimale Voraussetzungen. "Wir werden das Training drosseln und reduzieren, da wir uns ja sowieso in Kurzarbeit befinden", so Jaekel. Mit Trainer Benedetto Muzzicato starte gerade die Detailplanung für die kommenden Monate.

Auch wenn der Start in die neue Saison unter erschwerten Bedingungen vollzogen werden wird, ist das langfristige Ziel klar: "Wir wollen uns zum Berliner Weg in den Profifußball neben Union und Hertha entwickeln", verkündet Jaekel den ambitionierten Plan. Dabei sei allen klar, dass es nichts bringe, "wenn wir aufsteigen, eine Saison genießen und dann wieder absteigen. Wir wollen uns in der 3. Liga etablieren und entwickeln."

   
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