Vierkampf um Platz 3: Die Teams im Check

Vier Mannschaften kämpfen derzeit um den Relegationsplatz in der 3. Liga. Egal, ob einige Anwärter noch in höhere Gefilde gelangen oder letztendlich die Segel streichen werden: Wir beleuchten, warum das Quartett um Wiesbaden, Karlsruhe, Rostock und Köln verdientermaßen um den dritten Rang spielt und welche Chancen es im Aufstiegsrennen hat:

Wehen Wiesbaden: Das Bollwerk mit eingebauter Torgarantie

Für die Verschränkung von totaler Offensivkraft mit gnadenlosem Abwehrbeton stand in dieser Saison keine andere Mannschaft so sinnbildlich wie der SV Wehen Wiesbaden. In sechs Partien erzielte die Elf von Rüdiger Rehm vier Treffer oder mehr. Nach dem Karlsruher SC besitzen die Hessen zugleich aber auch die beste Defensive der Liga. Diese hatte zuletzt mehr zu tun als gewohnt. Der Motor der Wiesbadener stotterte hörbar. Zwar kam der SVWW mit zwei Siegen gut aus der Winterpause, doch aus den vergangenen drei Partien holten die Hessen nur zwei Zähler. Nicht ohne Grund: Mit der Verletzung der beiden Stamm-Innenverteidiger Steven Ruprecht und Sascha Mockenhaupt fallen zwei tragende Säulen im Spiel weg. Bis zu ihrer Rückkehr Anfang März gerät die Balance zwischen Offensive und Defensive noch etwas in Unordnung, bevor in Hessens Landeshauptstadt wieder der gut strukturierte Abwehr-Sturm-Mix Einzug hält.

Was für Wiesbaden spricht: Die Balance zwischen Angriff und Abwehr

Karlsruher SC: Zwischen Schleusen dicht und Schleusener

Welch desolates Bild gab der Zweitliga-Absteiger im Spätsommer ab. Die Abwehr war offen wie ein Scheunentor und die vorab so hoch gelobte Offensive um die Routiniers Anton Fink und Dominik Stroh-Engel gestaltete sich lediglich als ein laues Lüftchen. Die Kehrtwende, die das Team unter Trainer Alois Schwartz dann vollzog, ist bemerkenswert. Seit 14 Spielen sind die Badener ungeschlagen, in allen 19 Begegnungen unter dem 50-Jährigen kassierte der KSC nur sechs Gegentreffer. Während hinten Beton angerührt wird, hilft vorn nicht nur der badische Fußball-Gott, sondern auch Stürmer Fabian Schleusener. Die 26 Jahre alte Leihgabe vom SC Freiburg ist momentan in der Offensive eine der wichtigsten Lebensversicherungen der Karlsruher. Auch seine elf Tore sorgen dafür, dass der KSC trotz lediglich 27 Treffern eine famose Punktausbeute von 44 Zählern gelang. Damit ist die Schwartz-Elf das effizienteste Team der 3. Liga.

Was für Karlsruhe spricht: Die Effizienz

Hansa Rostock: Dotchevs unberechenbarer Teamgeist

Wenn ein Trainer der 3. Liga seiner Mannschaft die Aufstiegsmentalität einimpfen kann, dann ist es Pavel Dotchev. Dem 52-Jährigen gelang der Weg ins Unterhaus der Bundesliga bereits mit dem SC Paderborn und Erzgebirge Aue. Bei letzterem Team stand er zu Saisonbeginn ebenfalls vor der ambitionierten Aufgabe, innerhalb kurzer Zeit eine nahezu komplett neue Elf zu formen. Beim FCH gelang ihm dies bislang eindrucksvoll. Um gestandene Routiniers wie Amaury Bischoff und Soufian Benyamina gruppierte er bemerkenswerte Neuzugänge wie Bryan Henning und Marcel Hilßner und Oliver Hüsing. Dazu führte er Eigengewächse wie Lukas Scherff an den Profifußball heran. Die Handschrift des Trainers soll spätestens in der kommenden Saison zum großen Erfolg Aufstieg führen. Sollte der Schritt schon eher in greifbare Nähe rücken, dann werden die heißblütigen Hansa-Fans ein weiteres Faustpfand im Kampf um den Relegationsrang zwischen dem Vierer-Quartett sein.

Was für Rostock spricht: Dotchevs Erfahrung

Fortuna Köln: Wenn drei sich streiten, …

Die Domstädter sind undankbarerweise bei der Betrachtung des Mitfavoriten-Quartetts nicht nur tabellarisch, sondern auch vom Fokus das letzte Glied in der Kette. Wohl auch, weil sie sich von Anfang November bis zum Ende letzten Jahres jene Schwächephase leisteten, die ihnen schon im Vorhinein angedichtet wurde. Dabei gelingt Trainer Uwe Koschinat im vierten Jahr der Drittligazugehörigkeit abermals Eindrucksvolles. Mit vielen Neuzugängen und im Laufe der Spielzeit beinahe ebenso vielen Verletzten mischt die Fortuna immer noch im Rennen um den Relegationsrang mit. Es steht zu erwarten, dass dies auch noch eine Weile so bleiben könnte. Nachdem man jetzt nacheinander gegen Karlsruhe und Wiesbaden spielte, warten die richtig harten Brocken erst wieder in den letzten drei Wochen dieser Saison auf die Koschinat-Elf. Sollte diese auch gegen die Konkurrenz aus den unteren Tabellengefilden weiterhin so fokussiert bleiben, vermag die Fortuna ein hartnäckiger Spielverderber in den Reihen der Mitbewerber um Platz 3 zu werden.

Was für Köln spricht: Die Underdog-Rolle

 
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