Vier Wochen vor Saisonstart: KFC weiterhin nicht handlungsfähig

In rund vier Wochen geht sie los, die neue Saison in der Regionalliga West. Mit dabei: der KFC Uerdingen. Allerdings sind die Krefelder nach dem Zwangsabstieg aus der 3. Liga noch immer nicht handlungsfähig.

Kontopfändungen

Finanziell ist die kommende Saison in der Regionalliga für den KFC zu stemmen – das ist die wichtigste Erkenntnis aus Gesprächen zwischen dem Verein, Sponsoren und der Stadt vor etwas mehr als einer Woche. Allein: Auch wenn im Hintergrund die Vorbereitungen für die neue Saison auf Hochtouren laufen, konnte der KFC noch immer weder Trainer noch Spieler verpflichten – und das vier Wochen vor dem ersten Saisonspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen am 14. August. Das Problem: Aufgrund von Verbindlichkeiten in Höhe von rund 800.000 Euro sind dem Klub derzeit die Hände gebunden.

Zwar würden die Gespräche mit den aktuellen Gläubigern "überwiegend positiv" verlaufen, wie der Verein wissen ließ. "Allerdings gibt es beim Finanzamt und bei Sozialversicherungen einen sehr eingeschränkten Handlungsspielraum." Eine Lösung zeichne sich zwar ab, doch auch aufgrund von Kontopfändungen sind die Krefelder derzeit handlungsunfähig. "Die Forderungen des Finanzamts an den e.V. sind begründet durch eine sogenannte 'umsatzsteuerliche Organschaft', welche die GmbH und der e.V. bilden bzw. gebildet haben. Diese Organschaft kann das Finanzamt dazu berechtigen, ausstehende Steuerzahlungen der GmbH vom e.V. einzufordern", erklärt der Klub die Hintergründe. Klar ist: Vorliegende und bereits vorbereitete Verträge (Spieler, Trainer, Mitarbeiter, Mietverträge, Geschäftspartner) kann der Vorstand erst unterzeichnen, "wenn diese vorgenannten Forderungen von Finanzamt und Sozialversicherungen nicht mehr existieren".

Grünes Licht für Spielbetrieb in Velbert

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Der Westdeutsche Fußball-Verband hat dem KFC die Genehmigung für das Stadion in Velbert erteilt, entsprechend wird Uerdingen seine Heimspiele in der kommenden Saison im Stadion des Fünftligisten austragen. "Sobald die Handlungsfähigkeit in den kommenden Tagen gegeben ist, wird der Mietvertrag seitens des KFC unterzeichnet", heißt es. Die heimische Grotenburg ist aufgrund der Umbauarbeiten derzeit nicht bespielbar, frühestens im kommenden Frühjahr kann der KFC ins eigene Wohnzimmer zurückkehren.

Derweil liegen die ersten Sponsorenverträge vor. "Viele Abschlussgespräche, in denen in Aussicht gestellte Zuwendungen vertraglich fixiert werden, folgen in den kommenden 14 Tagen", so der KFC. Die Einnahmen aus diesen Verträgen sollen ausschließlich zur Deckung des operativen- und Spielbetriebs des e.V. verwendet werden. "Diese verantwortungsvolle Zusicherung gegenüber unseren zukünftigen Sponsoren und Partnern ist dem Vorstand wichtig und stellt auch die einzige Möglichkeit dar, den Spielbetrieb in der Regionalliga zu stemmen. Daher werden diese Verträge auch erst unterzeichnet, wenn eine Lösung bezüglich der bereits erwähnten Altlasten mit den Gläubigern erarbeitet wurde", betont der Klub.

Deutlicher Wettbewerbsnachteil

Doch selbst wenn der KFC in Kürze handlungsfähig sein sollte, hat er gegenüber den anderen Regionalligisten einen deutlichen Wettbewerbsnachteil, was sich gerade zum Saisonstart bemerkbar machen dürfte. Nicht zuletzt deshalb stellte der Vereinsvorstand zuletzt bereits fest, dass die Rückkehr in die 3. Liga "in absehbarer Zeit unrealistisch" sei. Vorerst geht es einzig um den Klassenerhalt in der Regionalliga. Ein Unterfangen, das unter den gegebenen Umständen schon kompliziert genug wird.

 
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