VfR Aalen teilt die nächsten Punkte – Erfurt darf sich ärgern

90 Minuten ohne Sieger: Dieses Gefühl kennt allen voran der VfR Aalen ziemlich gut. Am Freitagabend wurde es wieder einmal Zeit: Schon das dritte Remis in der Rückrunde, das dreizehnte in der gesamten Spielzeit stand auf dem Programm. Wieder erarbeitete sich Aalen das Remis unter größtem Aufwand und durfte erst in der Schlussphase aufatmen.

Mehr Spielfluss, als anzunehmen war

Freitagabend, 3500 Zuschauer, VfR Aalen gegen Rot-Weiß Erfurt: So trist kann die 3. Liga manches Mal aussehen. Das Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten klingt nur bedingt nach großer Fußballkunst, eher nach Abwehrschlacht und harten Zweikämpfen. Um es vorwegzunehmen: Sowohl intensive Duelle als auch Torchancen boten die beiden Teams, so schlimm wie erwartet wurde der Kick nicht. Unzufrieden sein durfte letztendlich nur der Gast aus Thüringen, der über zwei Drittel der Spielzeit eine Führung über das schwere Geläuf trug, diese aber letztendlich nicht in einen eminent wichtigen Auswärtssieg ummünzen konnte. Der Grund: Aalens Innenverteidiger Robert Müller drückte in der vorletzten Spielminute eine Ecke von Alexandros Kartalis mit dem Kopf über die Linie und schaffte es so, die feine Direktabnahme von Erfurts Torjäger Carsten Kammlott (31.) auszugleichen. Kammlott hatte von der Strafraumgrenze aus das Leder ansatzlos ins linke Toreck gedroschen.

Krämer trauert vergebenen Möglichkeiten hinterher

Ein ziemlich unnötiger Punktverlust für RWE, zumal die Rot-Weißen vor Anpfiff einen Punktgewinn wohl ohne Probleme unterschrieben hätten. Auf diese Art und Weise fühlt es sich wie eine Niederlage an, der Abstand auf die Abstiegsplätze beträgt durch die Ergebnisse der Konkurrenz nur zwei Zähler. Erfurts Coach Stefan Krämer charakterisierte das Aufeinandertreffen auf der Pressekonferenz nach Abpfiff als ein "sehr interessantes Drittligaspiel mit vielen Momenten auf beiden Seiten.“ Bis zur Erfurter Führung nach 30 Minuten, vielleicht sogar bis zur Pause sei der Spielstand gar nicht unverdient gewesen, dann aber habe Aalen mit großer Macht auf den Ausgleich gedrückt. Und doch biss sich Krämer auf die Lippen, denn: "Wir haben zwei große Chancen zur Entscheidung vergeben, dann wäre der Deckel aller Voraussicht nach drauf gewesen.“ So müsse Krämer trotz eines aus objektiver Sicht gerechten 1:1-Remis erst noch eine Nacht über das Ergebnis schlafen.

Großer Energieaufwand wird beim VfR belohnt

Nicht groß anders sah es Peter Vollmann auf Seiten des VfR, der seine Comeback-Qualität ein weiteres Mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte. "Kein Spieler hat auch nur einen Zweikampf abgeschenkt“, resümierte der Trainer-Routinier und gab ehrlich zu: "Wenn du unter diesen Vorzeichen mit 0:1 in Rückstand gerätst, dann kann dieses Spiel in der 3. Liga auch ganz schnell ohne einen weiteren Treffer verloren gehen – das habe ich schon oft genug erlebt." Es sollte anders kommen, auch weil Aalen mit großem Aufwand um die Zähler kämpfte. "Auch nur einen weiteren Treffer zu erzielen, kostet riesige Energie“, so Vollmann, der möglicherweise in der Schlussphase schon nicht mehr an einen Punktgewinn geglaubt hatte. Aber die Mentalität seines eng zusammengeschweißten VfR ist und bleibt nicht zu unterschätzen – nach Holstein Kiel hat diese mit Rot-Weiß Erfurt nun den nächsten Drittliga-Konkurrenten zwei Punkte gekostet.

   
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