5. Mai 2017 um 11:19 Uhr

VfR Aalen: Gläubiger stimmen Insolvenzplan zu

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© imago/HochZwei

Die Gläubiger des VfR Aalen haben dem Insolvenzplan am Freitag am Amtsgericht Aalen mit großer Mehrheit zugestimmt. Somit könnte das Insolvenzverfahren noch vor Saisonende abgeschlossen sein. Der VfR Aalen würde dann schuldenfrei in die neue Spielzeit starten.

Gläubiger erhalten 1,6 Prozent

Wie der VfR mitteilte, sieht der Insolvenzplan für die Gläubiger eine Quote von 1,6 Prozent vor. Im Gegenzug verzichten sie auf den Rest ihrer Forderungen. "Wichtig war, dass einerseits der Verein effektiv entschuldet wird und dass andererseits diese Sanierung noch während der aktuell laufenden Spielzeit gelingt, um die Lizenzerteilung für die kommende Saison zu sichern und das sehr erfolgreich spielende Team des VfR zusammenzuhalten", so Prof. Dr. Georg Streit von Heuking Kühn Lüer Wojtek. Mit dem verabschiedeten Insolvenzplan "ist der Verein dem gemeinsamen Ziel, schuldenfrei neu starten zu können, ein großes Stück näher gekommen", ergänzte Insolvenzverwalter Dr. Holger Leichtle bei einer Pressekonferenz am Freitag.

"Wir sind sehr stolz auf die Spieler"

VfR-Präsidiumssprecher Roland Vogt hob indes hervor, dass der Verein in den vergangenen Wochen "noch einmal näher zusammengerückt" sei und die Mannschaft eine "überaus starke Reaktion auf die Ereignisse gezeigt" habe. "Wir sind sehr stolz auf die Spieler, das gesamte Trainer- und Betreuerteam sowie auf alle unsere Mitarbeiter", so Vogt. Über das Insolvenzverfahren wird sich der VfR von Schulden in Höhe von 3,6 Millionen Euro befreit haben. "Ich finde, es waren ganz starke Signale, dass wir noch während des laufenden Insolvenzplanverfahrens wichtige Vertragsverlängerungen bekanntgeben konnten. Das macht uns Mut!", spielt Vogt unter anderem auf Torhüter Daniel Bernhardt an, der seinen Vertrag Ende März um vier Jahre bis 2021 verlängert hat.

Aalen will vor das Ständige Schiedsgericht ziehen

Nach Ablauf einer Rechtsmittelfrist von zwei Wochen kann das Verfahren aufgehoben werden, sodass es noch vor Saisonende abgeschlossen wäre. Der Einspruch gegen den Punktabzug bleibt unterdessen bestehen. Nachdem das DFB-Bundesgericht den Abzug am Donnerstag nochmals bestätigt hatte, will der VfR nun vor das Ständige Schiedsgericht ziehen. Wann es dort zu einer Verhandlung kommt, ist aber noch offen.

Info: Was passiert, wenn der VfR Aalen am Saisonende auf einem Aufstiegsplatz steht und der Punktabzug bis dahin noch nicht endgültig rechtskräftig ist, recherchieren wir derzeit noch.
 
  • Cox Orange

    Ich will ja eurer Recherche nicht vorgreifen, aber nach jetzigen Rechtsstand kann Aalen mit 9 Punkten Abzug weder Relegation spielen noch aufsteigen. Sollte eventuell noch ein Zivilgericht später etwas anderes entscheiden, könnte Aalen sich nachträglich in die 2. Liga klagen (falls ein Urteil vor Saisonbeginn fallen sollte) oder Schadenersatz von DFB/DFL erhalten.

    Natürlich vorausgesetzt das Schiedsgericht des DFB entscheidet so wie alle Vorinstanzen.

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