VfR Aalen geht personell auf dem Zahnfleisch

Mit dem 1:0-Auswärtssieg bei Rot-Weiß Erfurt gelang dem VfR Aalen der lang ersehnte zweite Dreier in der Fremde. Nach zwei Erfolgen am Stück steht die Vollmann-Elf tabellarisch zwar glänzend da, doch spielt sie personell am Limit. Beim Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen den SV Meppen drohen die nächsten Leistungsträger auszufallen.

"Wir sind am Limit, die Mannschaft stellt sich von allein auf"

Bereits in Thüringen lief das Team von Trainer Peter Vollmann mit einem äußerst schmalen Kader auf. Für das Heimspiel gegen die Emsländer kündigte der Chefcoach am Donnerstag bereits an, wohl nicht alle Plätze im 18er-Kader besetzen zu können. Da an einen Einsatz von Patrick Schorr, Sebastian Vasiliadis, Lukas Lämmel sowie Torhüter Daniel Bernhardt nicht zu denken ist, gestaltet sich die Personaldecke auf der Ostalb ähnlich dünn wie zuletzt.

Zu allem Überfluss verletzten sich die Offensivspieler Matthias Morys und Cagatay Kader bei einem Zusammenstoß während des Hallentrainings des VfR. Bei beiden Spielern, die am Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen wurden, ist ein Einsatz äußerst fraglich. Peter Vollmann lamentierte ob der kritischen Situation gar nicht lange herum, sondern flüchtete sich während der Pressekonferenz im saloppen Tonfall in Pragmatismus. "Wir haben im defensiven Bereich mehr oder weniger nichts mehr aufzubieten. Wir sind am Limit. Die Mannschaft stellt sich von allein auf. Nun haben wir in der Offensive auch keine Alternative mehr", bilanzierte der VfR-Trainer angesichts des drohenden Ausfalls von Morys und Kader.

Trianni und Wegkamp sollen Morys und Kader ersetzen

Der 60-Jährige erwägt für das Meppen-Spiel die Aufstockung des Kaders mit U19-Spielern und nahm seine letzten verbliebenen Offensivspieler in die Pflicht. Dass Mattia Trianni in der vergangenen Woche noch an einer Viruserkrankung litt und Gerrit Wegkamp die dringend benötigte Spielpraxis fehlt, zeigt, wie prekär die Lage auf der Ostalb ist.

Angesichts der suboptimalen Trainingsbedingungen und der vielen personellen Ausfälle lobte der VfR-Trainer den Charakter seines Teams. Die Mannschaft trainierte seit Beginn der Rückrunde fast ausschließlich in der Halle, konnte somit Pass- und Laufstafetten nur ungenügend einüben, Trainingsspiele gerieten mit dem letzten verbliebenen Dutzend als Farce im Profifußball.

Ungenügende Trainingsbedingungen auf der Ostalb

Vor diesem Hintergrund warb Vollmann um Verständnis, falls im Heimspiel gegen Meppen nicht alles gelingen sollte. Den kommenden Gegner bezeichnete er als "hervorragend in der Liga eingearbeitet, mit guten individuellen Spielern." Neben Goalgetter Girth hob der VfR-Trainer dabei vor allem die offensiven Außenspieler Kleinsorge und Granatowski hervor. "Meppen ist eine Mannschaft, die großen Widerstand leisten kann", schwor er sein Team auf einen bissigen Kontrahenten ein.

Dass sein Team mit den sechs Punkten am Stück einen verlockenden siebten Tabellenplatz eingenommen hat, verleitet den 60-Jährigen hingegen nicht zu vollmundigen Prognosen. "Wir wissen, dass wir eine schöne Position haben, um einen einstelligen Tabellenplatz zu erzielen", bemerkte Vollmann, unterstrich aber, dass der VfR noch zwei Siege brauche, um den Klassenerhalt am Saisonende zu schaffen. Bis dahin sollte sogar die Ersatzbank beim arg dezimierten VfR wieder voll besetzt sein.

 
Back to top button