VfL Osnabrück will neue Energie gegen die Zebras mitnehmen

Was für eine ereignisreiche Woche war das für die Anhänger des VfL Osnabrück: Ein Derbysieg geht immer mit einem tollen Gefühl einher – verstärkt wird der Effekt natürlich, wenn man auch noch mehrere Jahre sehnlich darauf warten musste. Nicht nur Trainer Joe Enochs weiß jedoch, auch für diesen prestigeträchtigen Erfolg wurden „nur“ drei Punkte in der Tabelle verbucht. Gegen den MSV Duisburg soll am Sonntag der nächste Dreier hinzukommen.

Bewährtes System neu erfunden

Exakt sieben Tage liegen zwischen der Auswärtspartie bei Preußen Münster und dem Heimspiel gegen die Zebras – die Kulisse soll, geht es nach den Hoffnungen der Verantwortlichen, gegen den Zweitliga-Absteiger ähnlich hoch sein wie beim Derby, als etwa 11.500 Zuschauer das Stadion in Münster säumten. Dort überzeugte der VfL Osnabrück mit geschicktem Offensivpressing und verhinderte so erfolgreich, dass der SCP aus seiner Grundordnung heraus Angriffe initiieren konnte. Bei langen Bällen waren die aufmerksamen David Pisot und Anthony Syhre, speziell letzterer rechtfertigte seine Nominierung mehr als deutlich, immer zur Stelle. Ein überraschend souveräner Auftritt der Defensive gepaart mit Spritzigkeit in der Offensive, speziell auf den Flügeln: Das schon in der vergangenen Saison bewährte 4-4-2-System wurde in den Feinheiten und in der Variabilität bearbeitet und erscheint auch in dieser Saison das Mittel der Wahl.

Kaum ein Grund, die Startelf zu verändern

Gegen den MSV Duisburg dürfen die Lila-Weißen nun mit einem euphorisierten Publikum im Rücken an der heimischen Bremer Brücke antreten – Herausforderer ist der VfL trotz des namhaften Gegners gewiss nicht. Euphorie, das ist für Coach Enochs wie gewohnt ein Fremdwort. „Wir dürfen den Sieg gegen Preußen Münster nicht zu hoch bewerten“, rudert der US-Amerikaner gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zurück und verriet: „Es gibt kaum einen Grund, die Startelf von Münster zu verändern – auch wenn sich natürlich alle im Training aufdrängen.“ Selbst die zahlreichen Osnabrück-Debütanten wie Mohamed El-Bouazzati, Marius Gersbeck, Kwasi Wriedt oder Bastian Schulz gliederten sich nahtlos in die Teamleistung ein und erwiesen sich schon am ersten Spieltag als vollwertige Teile des engen Mannschaftsverbundes. Gute Voraussetzungen, um auch die in der 3. Liga enorm wichtigen Faktoren Wille und Zusammenhalt über die Saison hinweg zu konservieren.

„Wir brauchen die Einstellung aus Münster erneut“

Guttun würde da selbstverständlich eine Fortsetzung des guten Auftaktes, selbst ein Remis wäre keine Enttäuschung rund um den VfL. Insgeheim dürfte allerdings nicht nur den Spielern bewusst sein, was für eine Welle sie mit dem zweiten Sieg auslösen könnten – bereits etwa 4.100 verkaufte Dauerkarten sprechen allein schon eine deutliche Sprache: Osnabrück hat Bock auf seinen Verein. Auch damit der Boom auch gegen unattraktivere Gegner hält, nach Duisburg warten in den darauffolgenden Spielen unter anderem Mainz 05 II, Bremen II und der SV Wehen Wiesbaden auf die Lila-Weißen, käme ein neuerlicher Sieg mehr als recht. Wie soll der angegangen werden? Über die Mentalität. „Es geht sofort weiter, wir müssen uns vor niemandem in dieser Liga verstecken“, schwört Halil Savran seine Mannen gegenüber der NOZ ein, weiß aber: „Nur mit der Einstellung aus der Münster-Partie können wir auch gegen Duisburg bestehen.“

 

   
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