VfL Osnabrück: Ohne Druck gegen den Tabellenführer

Der Druck im Abstiegskampf ist nach dem eingereichten Insolvenzantrag des Chemnitzer FC so gut wie weg. Verschenken möchte der VfL Osnabrück in den letzten fünf Spielen der Saison aber trotzdem nichts. "Die Idee und der Wille sind weiterhin unsere Spiele zu gewinnen", so Trainer Daniel Thioune auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Spitzenreiter Paderborn.

Offensiv und defensiv das Maß der Dinge

Für den SC Paderborn könnte das Spiel in Osnabrück zu einer doppelten Genugtuung werden. Verliert Wiesbaden am Freitagabend sein Heimspiel gegen Magdeburg und gewinnt Paderborn das Auswärtsspiel an der Bremer Brücke, wäre der Aufstieg zum Greifen nahe – am gleichen Ort, an dem er am letzten Spieltag der vergangenen Saison zum vermeintlichen Abstieg verhöhnt worden war. Vieles spricht derzeit für die Paderborner. Seit fünf Spielen blieben die Ostwestfalen ohne Gegentor, demontierten zuletzt Jena und Aalen mit 6:0 und 5:0. Man ist in Osnabrück also gewarnt vor der Wucht, mit der der SC Paderborn nach vorne spielt.

Um nicht wie in der Vergangenheit gegen die Spitzenteams der Liga ins offene Messer zu laufen, versuchte Thioune unter der Woche vor allem die Balleroberungsmentalität zu verbessern. "Wir müssen alle zehn Feldspieler gegen den Ball arbeiten lassen und die Momente im Umschaltspiel nutzen", legte Thioune die Marschroute fest. Durch den jetzt komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsplätze von 13 Punkten bei fünf ausstehenden Spielen, sieht er auch eine Chance seiner Mannschaft jetzt befreiter aufspielen zu können. Man habe sich zwar immer "auf uns konzentriert, aber auch den Blick nach unten geworfen. Ich will nicht ausschließen, dass bei dem einen oder anderen Spieler jetzt eine Blockade gelöst wurde und der Druck abgefallen ist", hofft der Trainer.

Thioune: "Ich möchte gerne Trainer beim VfL Osnabrück sein"

Trotz des sicheren schlechtesten Abschneidens des VfL in der 3. Liga möchte Thioune seinen derzeit nur bis Sommer dieses Jahres datierten Arbeitsvertrag verlängern. Dazu müsse er "eine Idee wie erfolgreicher Fußball aussehen kann" dem Sportdirektor näherbringen. "Wir haben das vor der Winterpause und in vielen Heimspielen angerissen. Das gilt es jetzt zu kompensieren mit einer Veränderung in der Mannschaft – mit neuen Spielern und vielleicht auch einem neuen Geist in der Mannschaft“, gibt Thioune die Aussicht auf eventuell größere Veränderungen im Kader des VfL Osnabrück.

Für den insgesamt schlechten Saisonverlauf könnte auch das prall gefüllte Lazarett verantwortlich sein. Alexander Dercho fehlte die ganze Saison, Kapitän Halil Savran seit Mitte der Hinrunde. Christian Bickel tastet sich nach seinem Kreuzbandriss am zweiten Spieltag durch Kurzeinsätze erst jetzt langsam wieder ran. Und auch am Samstag werden wieder einige Akteure fehlen. Jules Reimerink fällt mit Adduktorenproblemen aus, Steffen Tigges durch die Grippe. Die OP von Marc Heider sei sehr gut verlaufen und falle wie erwartet 4-6 Wochen aus, während Sebastian Klaas und Marc Wachs weiter im Aufbau- bzw. Lauftraining seien. Die Anzahl der verletzten Spieler solle für Thioune allerdings "keine Entschuldigung, aber es kann eine Begründung sein, warum wir im Moment nicht so erfolgreich sind“. Schon im Laufe der Saison seien viele Spieler "am Limit" gewesen und hätten teilweise verletzt in die Spiele gehen müssen.

 

 

   
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