VfL Osnabrück: Enttäuschung nach Derby überwiegt

In einem kampfbetonten, spannenden Derby trennen sich der VfL Osnabrück und der SV Meppen am Dienstagabend 2:2. So richtig glücklich war beim VfL mit diesem Ergebnis aber niemand. Viel mehr überwog die Enttäuschung das Spiel nach dem Rückstand zwar gedreht, aber den Sieg schlussendlich doch wieder aus der Hand gegeben zu haben. 

Großartiger Beginn

Den Osnabrückern war von Beginn an anzumerken, sich bei den Fans für das verlorene Hinspiel (0:1) revanchieren zu wollen. Jules Reimerink war schon in der zweiten Minute sehr nah am Führungstreffer, Meppens Torhüter Erik Domaschke vereitelte diesen aber. "Was meine Mannschaft in den ersten 15 Minuten gespielt hat, war richtig gut. Was fehlte war das Tor“, kritisierte Trainer Daniel Thioune auf der anschließenden Pressekonferenz. "Die ersten 15 Minuten hatten wir das Spiel vollkommen im Griff. Das hat gezeigt, dass wir das Derby richtig angenommen haben", sagte Tim Danneberg im Anschluss an die Partei gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Meppens Trainer Christian Neidhart sei in der Anfangsphase gar "angst und bange" gewesen. "Wenn es die nicht wollen, machen wir eben ein Tor", sei in dieser Phase seine Reaktion gewesen und genau so kam es auch. Nach einer unübersichtlichen Situation im Osnabrücker Strafraum bestrafte Meppens Toptorjäger Benjamin Girth die Osnabrücker Fahrlässigkeit und stellte mit einem sehenswerten Hackentor das Spielgeschehen auf den Kopf. In den folgenden Minuten verloren die Osnabrücker den Bezug zum Spiel und hatten sogar Glück nicht sogar höher in Rückstand zu geraten. Es war erneut Girth, der aber nur den Pfosten traf. Dem VfL fehlte sein gelb-gesperrter Kapitän Christian Groß, der sonst als Antreiber aus dem defensiven Mittelfeld agiert, merklich.

Rassiges Derby in der zweiten Halbzeit

Mit dem Rückstand im Gepäck war klar, dass der VfL in der zweiten Hälfte noch einen drauflegen musste, um nicht auch das Rückspiel zu verlieren. "Vor der Derbykulisse wollten wir in der zweiten Halbzeit mutiger nach vorne spielen. Das ist uns glaube ich auch gelungen", so Thioune. Seine Mannschaft wirkte wieder aktiver und mit mehr Drang vor das gegnerische Tor. Mit einem Doppelschlag binnen nur vier Minuten drehten die Osnabrücker das Spiel und sorgten für frenetischen Jubel auf den Rängen. Dass eine wiederholte Unachtsamkeit in der Defensive zum Ausgleich der Meppener führte, verärgerte den Trainer sehr. "Dann ist der Augenblick, wo ich meiner Mannschaft einen Vorwurf mache. In so einem Derby vor eigenem Publikum muss man alles reinhauen."

Für Ahmet Arslan war der späte Gegentreffer "bitter". Zwar freuten sich Danneberg und Arslan, dass ihre Mannschaft "Charakter und Herz" gezeigt habe, richtig glücklich waren sie aber nach den verlorenen zwei Punkten nicht. "Wir können wir mit dem Punkt soweit ganz gut leben. Aber wir wollen eigentlich zuhause immer drei Punkte holen – vor allem im Derby“, versuchte der eingewechselte Steffen Tigges die Gefühlslage auszudrücken. Insgesamt sahen die 13.000 Zuschauer aber ein unterhaltsames Derby zweier Mannschaften, die unbedingt gewinnen wollten.

Pyrotechnik überschattet Derby

Das erste Aufeinandertreffen an der Bremer Brücke seit 18 Jahren schienen beide Fanlager vor allem nutzen zu wollen, um ihr üppiges Pyrotechnik-Arsenal zur Schau zu stellen. Schon vor dem Anpfiff brannten sowohl die Heim- als auch die Gästekurve lichterloh. Nach dem Ausgleich zündeten einige Osnabrücker Chaoten erneut mehrere Pyrokerzen. Eine weitere Geldstrafe für den dauer-klammen Verein dürfte die Folge sein.

   
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