VfL Osnabrück: Bunter Kader, einige Fragezeichen

Noch etwa drei Wochen hat der VfL Osnabrück wie alle anderen Drittligisten bis zum Saisonstart vor sich. Seit Dienstag wissen die Lila-Weißen allerdings: Sie müssen am Wochenende um den 30. Juli topfit sein. Es geht in das Derby mit Preußen Münster, neun sieglose Partien in Folge hat der VfL mittlerweile gegen den Kontrahenten vorzuweisen. Diese Serie soll unbedingt beendet werden.

Gersbeck muss Schwäbe ersetzen

Doch auch wenn die ersten Testspiele mit den üblichen hohen Erfolgen einhergingen, sind einige Fragen noch nicht geklärt. Primär steht in den Sternen: Können Marvin Schwäbe im Tor und Stürmer Marcos Alvarez annähernd gleichwertig ersetzt werden? Blicken wir zunächst auf die Position zwischen den Pfosten: Der VfL Osnabrück verlängerte einerseits mit Ersatztorhüter Frank Lehmann und verpflichtete gleichzeitig den jungen Marius Gersbeck von Hertha BSC auf Leihbasis. Er soll zum Nachfolger von Schwäbe mutieren, in seine Fußstapfen treten – aber kann Gersbeck das auch? Einige dürften ihn noch in Erinnerung besitzen, als er beim Auswärtsspiel der Hauptstädter plötzlich im Signal Iduna Park vor über 80.000 Zuschauern auflief, und nach einem Aussetzer mit mehreren Paraden sogar einen 2:1-Sieg der Herthaner festhielt. Das war im Dezember 2013. Seitdem aber ging es eher bergab für Gersbeck, beim Chemnitzer FC konnte er sich zuletzt nicht durchsetzen. Es ist fraglich, ob er die Leistungen von Schwäbe bestätigen kann. Das Talent bringt er in jedem Fall mit.

Auch der Alvarez-Abgang wiegt schwer

Ähnlich verhält es sich in der Offensive, wo mit Marcos Alvarez ein bulliger Alleskönner im Sturmzentrum wegfällt, da sich dieser nach seiner schweren Verletzung bewusst in die Vertragslosigkeit begibt. Alvarez konnte Bälle sichern, sich Chancen erarbeiten und Standards treten – all dies müssen bei den Lila-Weißen nun andere übernehmen. Seinem Sturmpartner Halil Savran stehen mit Kwasi Okyere Wriedt, Marc Heider, Addy-Waku Menga und Robert Kristo jedenfalls genug Optionen zur Verfügung, die jedoch allesamt in der vergangenen Saison entweder gar nicht oder nur unregelmäßig in der 3. Liga zum Einsatz kamen. Wriedt kommt immerhin als ein Torjäger der Regionalliga Nord, wird eine Etage höher aber auf ganz andere Gegenspieler treffen – der Youngster muss seine Quote erst bestätigen. Neu sind beim VfL Osnabrück Jules Reimerink und Bashkim Renneke, durch die das Spiel deutlich flügellastiger werden kann. Heißt: Trainer Joe Enochs erhält mehr Optionen.

Arslan könnte einschlagen, Innenverteidigung noch immer dünn

Bleibt die Verteidigung und das Mittelfeld: Im Abwehrzentrum stehen mit David Pisot und Tobias Willers weiterhin nur zwei hauptberufliche Innenverteidiger im Kader, aushelfen könnten im Verletzungsfall Christian Groß oder Anthony Syhre – die dann aber im defensiven Mittelfeld fehlen. Dort wurde mit Bastian Schulz vom VfL Wolfsburg II aber eine etablierte, bundesliga-erfahrene Kraft ins Boot geholt. Auf den Außenpositionen wurden bisher keine Neuverpflichtungen getätigt: Alexander Dercho, Michael Hohnstedt, Kim Falkenberg und Lars Bleker wird vertraut. Nennenswerte Neuzugänge präsentierten die Niedersachsen dagegen noch im rechten Mittelfeld (Nazim Sangaré/ ersetzt Stephan Thee) und im offensiven Mittelfeld (Ahmet Arslan, ein potenzieller Nachfolger für Massimo Ornatelli). Speziell vom flexiblen Arslan wird viel erwartet, er war in den letzten drei Spielzeiten an über 80 (!) Toren beteiligt und erzielte 50 selbst – dies allerdings „nur“ in der fünften und vierten Liga.

 

   
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