Untypische Konstanz im zweiten Jahr: Freiburg II klopft oben an

Furiose 15 Minuten haben dem SC Freiburg II am vergangenen Samstag den Weg zum sechsten Sieg in dieser Saison geebnet. Im Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim (3:2) beobachtete Cheftrainer Thomas Stamm zuerst untypische Aktionen bei seiner Mannschaft, ehe die jungen Breisgauer spiegelbildlich das zeigten, wofür sie stehen sollen – ein mutiges Fußballspielen.

"Nichts" im Freiburger Pausentee

Viele neutrale Beobachter der 3. Liga werden sagen, dass die Beliebtheit von Zweitvertretungen wohl ewig ein strittiges Thema bleibt. Klar ist aber, dass die Jungs von der U23-Mannschaft aus Freiburg Fußball spielen können – mit dem sechsten Saisonsieg haben sich die jungen Breisgauer zurück auf den sechsten Tabellenplatz geschoben. Insbesondere nach dem Seitenwechsel überrollte der SCF die Gäste aus Mannheim, die sich sogar noch mit dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer zum 2:2 wehrten. Trotzdem war an diesem Tag der Sportclub das Phänomen.

Cheftrainer Thomas Stamm wurde daraufhin gefragt, was er seiner Mannschaft denn in den Pausentee getan habe. "Nichts", antwortete der 39-Jährige trocken am Mikrofon von "MagentaSport". Aber eine Sache habe er seiner Mannschaft dennoch gesagt: "Wir haben nur den Punkt angesprochen, dass wir mutiger spielen wollen." Denn über diese Spielweise definiert sich die Zweitvertretung des Bundesliga-Klubs, der wöchentlich mit dem charismatischen Christian Streich für positive Schlagzeilen sorgt. Und die Basis dafür wird in der U23 gelegt. "Ungewohnt" sei es daher für Stamm gewesen, dass sein Team zunächst sehr passiv und mit vielen langen Bällen gespielt hatte.

Kaum regelmäßige Bundesliga-Unterstützung

War womöglich eine kleine Sieglos-Serie von vier Partien ohne Erfolg der Grund? So oder so – die Freiburger legten einen drauf. "Wir haben uns klar gesteigert, und vor allem haben wir Fußball gespielt. Die ersten 45 Minuten haben wir uns versteckt, aber das ist nicht der Anspruch, den wir haben", so Stamm. Und so kommt es nicht überraschend, dass die Breisgauer eine absolut solide Saison bis hierhin spielen. Fünf von sechs Siegen kamen ohne Gegentor zustande, dazu musste sich der SCF II überhaupt erst dreimal geschlagen geben. Dabei können sich die Freiburger in erster Linie auf die gute Nachwuchsarbeit verlassen.

Denn abgesehen von Noah Atubolu, Merlin Röhl und Robert Wagner – die allesamt mit Profi-Verträgen ausgestattet sind – kommen von der Bundesliga-Mannschaft nur unregelmäßig Spieler zum Einsatz. Zwar waren auch schon erfahrene Spieler wie Lukas Kübler, Daniel-Kofi Kyereh oder Lucas Höler mal in Einzelspielen dabei, doch die Einsatzzeiten verteilen sich insgesamt vermehrt auf die aufstrebenden Youngsters von morgen. Andersherum gilt sogar: Im aktuellen Bundesliga-Kader der Freiburger stehen sechs Spieler, die zuvor in der 3. Liga zum Einsatz kamen.

Fundament für Kontinuität

Dass die Freiburger Konstanz keine Selbstverständlichkeit – insbesondere im zweiten Jahr nach dem Aufstieg – ist, zeigen jüngste Beispiele: Der BVB II hat gerade erst nach sechs Wochen wieder die Abstiegsplätze verlassen, während der FC Bayern München II vor zwei Jahren sogar als Drittliga-Meister wieder abstieg. Für Thomas Stamm ist daher klar: "Wir kämpfen Woche für Woche um die Punkte." So setzt die kontinuierliche Arbeit im Breisgau ihr Fundament. Und auch erfahrene Spieler, wie Top-Torschütze Vincent Vermeij (sechs Tore) profitieren davon, denn für die Europa League wäre der Niederländer ebenfalls spielberechtigt.

   

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