Jetzt im Ticker: Wer steigt ab? Wer wird Vierter?

Schluss, aus, vorbei! Am Samstagnachmittag um etwa 15.40 Uhr werden alle Entscheidungen getroffen. Der Aufstiegskampf ist zwar bereits entschieden, doch Rang 4 (DFB-Pokal) und der Abstiegskampf sind noch offen, liga3-online,de stellt fünf Fragen an den letzten Spieltag.

Das erwartet uns

Ganz klar tritt der Abstiegskampf primär in Erscheinung. Energie Cottbus, der SV Wehen Wiesbaden und Werder Bremen II wollen sich irgendwie in der Spielklasse halten – es gibt jedoch nur einen Platz zu verteilen, wobei die Lausitzer mit der besten Ausgangsposition ins Rennen gehen. Tatsächlich könnten sogar noch die Stuttgarter Kickers ein Wörtchen mitreden, wenn sie verlieren und sämtliche anderen Klubs einen Sieg einfahren. Zahlenspiele können die Experten jedenfalls reichlich betreiben…

So sieht es im Übrigen auch im Kampf um die Teilnahme am DFB-Pokal aus: Der 1. FC Magdeburg, der VfL Osnabrück und Sonnenhof Großaspach wollen diese noch realisieren – wobei Großaspach in Dresden gewinnen und die Konkurrenz zeitgleich verlieren müsste, ein unwahrscheinliches Szenario. Der Rest der Liga bietet nochmal ein Schaulaufen, viele Vereine wollen sich versöhnlich von ihren Anhängern verabschieden oder wie in Aue oder Dresden nochmals eine große Party feiern.

Frage 1: Hält Energie Cottbus aus eigener Kraft die Klasse?

Der Showdown am allerletzten Spieltag ist angerichtet: Energie Cottbus kann den Klassenerhalt im Stadion der Freundschaft aus eigener Kraft perfekt machen und zeitgleich den SV Werder Bremen II sowie den SV Wehen Wiesbaden in die Regionalligen schicken. Aber bis dahin ist noch ein weiter Weg zu gehen: Die Reserve des FSV Mainz 05 wurde zwar im Hinspiel besiegt, zeigte aber beim jüngsten 4:0-Erfolg über Hansa Rostock seine Klasse und konnte so souverän den Ligaverbleib feiern. Eine Pleite gegen Rostock hätte nochmals ein direktes Duell bedeutet…

So geht es aber nur für Cottbus um alles oder nichts. Über 7.000 Tickets sind bereits verkauft, es soll deutlich fünfstellig werden am Samstagnachmittag. Auch Christopher Schorch, auf den der FCE gelbgesperrt verzichten muss, kündigte bereits an, von der Fantribüne aus seine Mannschaft unterstützen zu wollen. Die ganze Lausitz rafft sich noch einmal auf, rauft sich zusammen: Das gemeinsame Ziel 3. Liga im Jahr 2016/2017 muss erreicht werden. Einen Abstieg würde der Klub nur schwer verkraften.

Frage 2: Spucken Wiesbaden und Bremen II den Lausitzern in die Suppe?

Zwei weitere (Noch)-Drittligisten hätten sich am vergangenen Wochenende wohl gerne gewünscht, mit ihren hart erkämpften Siegen eine Verbesserung der eigenen Situation herbeizuführen. Da aber alle drei Abstiegsanwärter im Gleichschritt Erfolge einfuhren, veränderte sich in der Tabelle rein gar nichts – bis auf die Tatsache, dass auch die Stuttgarter Kickers weiterhin absteigen können. Die Devise ist aber klar: Es braucht einen Sieg plus das nötige Quäntchen Glück, damit Wehen Wiesbaden (zuhause gegen den VfB Stuttgart II) sowie Werder Bremen II (auswärts beim VfR Aalen) die Klasse halten.

Alle möglichen Rechnungen durchzugehen, das wäre müßig. Kurzum kann beiden Teams aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Cottbus schon ein Punkt reichen – gleichwohl kann aber bei anderer Konstellation auch ein deutlicher Sieg nicht reichen! Alles hängt vom Abschneiden der Konkurrenz ab, voraussichtlich muss oder darf bis zur letzten Minute gezittert werden. Genau das macht diese Liga so spannend – besonders neutrale Anhänger reiben sich bereits die Hände und erwarten ein hochspannendes Saisonfinale.

Frage 3: Kann sich der 1. FC Magdeburg den vierten Platz sichern …?

Wir berichteten bereits umfassend über die neue Möglichkeit des 1. FC Magdeburg, sich selbst mit einem Sieg über die Würzburger Kickers für den DFB-Pokal zu qualifizieren und dabei nebenbei auch den Erzrivalen Hallescher FC auf die Reise in den nationalen Pokalwettbewerb mitzunehmen – ein unerwünschter Nebeneffekt wäre es sicherlich, dass das Landespokalfinale etwas an sportlicher Brisanz verliert. Aber der Tenor war eindeutig: Man ist sich selbst am Nächsten und nimmt dabei keine Rücksicht auf den HFC. Daher ist klar: Der FCM wird im eigenen Stadion auf Sieg spielen – und dabei vielleicht davon profitieren, dass Würzburg Kräfte schonen will für die Relegation. Diesen Platz kann den Unterfranken nämlich niemand mehr nehmen.

Frage 4: …oder rettet der VfL Osnabrück seine Spielzeit?

Was für ein Auf und Ab war das zuletzt an der Bremer Brücke: Erst auf dem zweiten Rang angesiedelt, ging es schrittweise zurück für den VfL Osnabrück, ehe man sich mit einem 3:1-Sieg über Werder Bremen II zurück auf den vierten Platz hievte. Dann folgte die bittere 1:2-Pleite in Chemnitz – Massimo Ornatelli glaubte im Anschluss bereits: "Jetzt ist alles in die Hose gegangen.“ Einzig die Pokalteilnahme soll noch erreicht werden, aber dafür muss auf einen Ausrutscher von Magdeburg gehofft werden. Und die Lila-Weißen brauchen natürlich einen Heimsieg über Fortuna Köln. Die sind aber längst in der Sommerpause, haben die Hürde Klassenerhalt ganz souverän übersprungen und wollen nun die Spielzeit ausklingen lassen. Da ist für den VfL sicher etwas möglich.

Frage 5: Was nehmen wir aus dieser Saison 2015/2016 mit?

Es war spannend, es war hochklassig und natürlich stimmungsvoll – die 3. Liga hielt, was sie versprochen hat und ließ kaum Langeweile aufkommen. Sportlich ist aber ganz klar ein Trend zu erkennen: Wer hinten dichthält, steht am Ende oben. Was wurden die Minimalisten aus Würzburg und Aue anfangs belächelt – jetzt stehen beide Clubs oben, die Veilchen sicher in der 2. Bundesliga und die Rothosen weiterhin mit exzellenten Möglichkeiten ausgestattet.

Auch wenn die Zuschauer dies möglicherweise anders sehen, so muss jeder Drittligist für sich mitnehmen: Das ganz große Spektakel führt nicht zwangsläufig zum Erfolg – ganz im Gegenteil ist es oftmals die disziplinierte Defensivleistung, die knappe Erfolge festzurrt. Der weitere Aspekt ist das Teamwork, das speziell Aue und Würzburg, aber auch Großaspach, Magdeburg oder Osnabrück auszeichnete. Allein die individuelle Klasse von Einzelkönnern reicht schlichtweg nicht aus, das zeigen wiederum Beispiele aus Wiesbaden oder Cottbus ebenso eindeutig.

 

   
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