Jetzt im Ticker: Derby zwischen Halle und Chemnitz

Schlussspurt! Sechs Spieltage noch, dann ist die Saison in der 3. Liga (wieder einmal) viel zu schnell vorübergegangen. Eine erste Entscheidung kann am kommenden Wochenende fallen: Die SG Dynamo Dresden steht vor der Rückkehr in die 2. Bundesliga und hat sich diesen Aufstieg unter dem Strich auch redlich verdient. Es stellt sich nur noch die Frage: Schaffen es Uwe Neuhaus und Co., den Aufstieg vor eigenem Publikum einzutüten?

Dahinter tobt der Positionskampf um die weiteren anderthalb Aufstiegsränge. Speziell Erzgebirge Aue um Trainer Pavel Dotchev besitzt exzellente Chancen, mit einem Heimsieg gegen einen vermeintlich leichten Gegner das Polster auf Rang 3 weiter zu erhöhen. Im Abstiegskampf sind dagegen mittlerweile elf Mannschaften vertreten – und auch die Clubs mit den besseren Ausgangspositionen sollten weitere Ausrutscher tunlichst vermeiden. Der besondere Fokus liegt sicherlich auf Fortuna Köln, dem Halleschen FC oder Energie Cottbus, die sich durch schwache letzte Wochen allesamt in eine mehr oder weniger ernste Lage manövriert haben. Unsere Vorschau auf den 33. Spieltag:

Frage 1: Stößt Magdeburg den SV Wehen Wiesbaden in Richtung Regionalliga?

Vier Zähler Rückstand weist der SV Wehen Wiesbaden bereits auf das rettende Ufer auf, das Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg am Freitagabend könnte eine Vorentscheidung über das Schicksal des seit neun Spielen sieglosen hessischen Drittliga-Vertreters fällen. Der FCM besitzt allerdings auch durchaus ein eigenes Interesse, nach nunmehr drei Pleiten in Serie auf die Siegerstraße zurückzukehren: Platz 4 ist noch immer in Reichweite – dafür braucht es aber zwingend einen Sieg. Und auch beim Nichterreichen dieses Ziels sollte die Saison positiv zu Ende gebracht werden: Dafür würden die Anhänger aus Sachsen-Anhalt sicherlich akzeptieren, wenn der Platz im oberen Tabellendrittel verteidigt wird.

Frage 2: Öffnet sich Erzgebirge Aue das Tor in Richtung 2. Bundesliga?

Es geht ans Eingemachte für Erzgebirge Aue und Coach Pavel Dotchev: In sechs ausstehenden Spielen gilt es, fünf Punkte Vorsprung zu verteidigen. Gegen Werder Bremen II sollte das doch kein Hexenwerk sein, denkt man sich bei den Veilchen vielleicht. Denkste! Ein Rückblick auf das Hinspiel macht die Gefahr, die vom vermeintlichen Underdog ausgeht, deutlich: Mit 0:4 unterlag Lila-Weiß dazumal und erhielt einen ordentlichen Denkzettel, der im Nachhinein sogar reinigend wirkte und Aue wiedererstarkt zurückkehren ließ. Weil Osnabrück nicht zwangsläufig bei Rot-Weiß Erfurt gewinnen muss, kann das ganze Erzgebirge am Samstag einen riesigen Schritt in Richtung 2. Bundesliga machen. Da auf Torjäger Pascal Köpke derzeit Verlass ist, stehen die Chancen gar nicht schlecht.

Frage 3: Feiert Dynamo Dresden gegen Holstein Kiel schon den Aufstieg?

14 Punkte Vorsprung bei noch sechs verbleibenden Spielen – da ist ganz klar: Ein weiterer Sieg sowie ein Strauchler der Konkurrenz aus Osnabrück bedeutet endgültig den fraglos verdienten Aufstieg für Dynamo Dresden. Gegen Holstein Kiel, über die die Schwarz-Gelben bereits im Hinspiel mit 2:1 die Oberhand behielten, soll vor (im Heimbereich) ausverkauftem Haus der finale Schritt getan werden. Und auf was für Vereine darf sich Dynamo Dresden dann wieder freuen. Union Berlin, Eintracht Braunschweig, Fortuna Düsseldorf, St. Pauli, Hannover 96, den 1. FC Kaiserslautern – es ist zwar keine Liga der Ostvereine wie in dieser Drittliga-Spielzeit, aber dennoch allemal ein reizvolles Programm. Die Frage, ob Dresden aufsteigt, ist längst der Frage gewichen, wann es denn der Fall sein wird. Sollte der Aufstieg am Samstag eintreten – ganz Dresden kann sich einen Teil des Erfolges auf die Fahnen schreiben.

Frage 4: Kann Energie Cottbus bei Preußen Münster die Talfahrt stoppen?

Der Abstiegskampf hat Energie Cottbus zurück – und wie: Nach zwei teils deutlichen Niederlagen gegen den Chemnitzer FC sowie Dynamo Dresden sind die Lausitzer zurück auf einen Abstiegsrang gerutscht. Vasile Miriuta braucht Punkte, und zwar schleunigst. Am besten schon beim Gastspiel in Westfalen, wo der FCE auf Preußen Münster trifft. Ein in aktueller Verfassung schlagbarer Gegner, denn die Münsteraner sammelten nur sechs Punkte aus den vergangenen neun Partien und verabschiedeten sich so nicht zum ersten Mal in der Rückrunde aus dem Aufstiegsrennen. Für die Adlerträger geht es um nicht mehr viel, für Energie dagegen um die Existenz: Kämpfen, beißen, laufen, die Zweikämpfe annehmen und irgendwie einen schmutzigen 1:0-Sieg einfahren. Eine andere Devise kann es im Preußenstadion für Richard Sukuta-Pasu und Co. eigentlich nicht geben.

Frage 5: Stoppt der Hallesche FC den eigenen sowie den Trend des Chemnitzer FC?

Während der Hallesche FC in den letzten Wochen nur kontinuierlich bergab rollte, stieg die Formkurve des Chemnitzer FC stetig an: Drei Siege in Serie verzeichnete die Elf von Sven Köhler zuletzt. Sven Köhler? Da war doch irgendwas: Köhler trainierte den HFC bis zum Anfang dieser Spielzeit, wurde dann wegen Erfolglosigkeit nach sechs Spieltagen gefeuert. Mehr Glück findet er derzeit bei den Himmelblauen aus Sachsen, die durch die Siegesserie in der Tabelle unter anderem am zuletzt schwächelnden sonntäglichen Gastgeber vorbeizogen. Tatsächlich ist die Angst vor dem Abstieg in Halle momentan größer als in Chemnitz, und nach den schwachen Leistungen der Vorwochen deutet derzeit auch nur wenig auf einen Heimsieg gegen den individuell stärker besetzten CFC hin.

 

 
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