18. Spieltag: Topspiel in Dresden – Endspiel für Baumann?

Vor vier Monaten ist die Dritte Liga nunmehr in ihre achte Auflage gestartet – nun ist die Hinrunde fast schon vorüber. Ging das nicht erschreckend schnell? Bis zur fünfwöchigen Winterpause sind noch vier Spieltage zu absolvieren, der erste steht in wenigen Tagen an. Während im Tabellenkeller besonders Hansa Rostock mit dem Rücken zur Wand steht, rücken oben mit dem VfL Osnabrück und Erzgebirge Aue zwei Teams zunehmend in das Verfolgerfeld auf. Zu vergessen bleibt jedoch nicht das breite Tabellenmittelfeld, wo sich für eine ganze Reihe von Mannschaften noch nicht entschieden hat, wohin der Weg in dieser Spielzeit führt. Vielleicht liefert der 18. Spieltag dort neue Hinweise?

Kürt sich Dynamo Dresden gegen Preußen Münster schon zum Wintermeister?

Herbstmeister ist die SG Dynamo aus Dresden bereits, nur zwei Spieltage später kann auch der inoffizielle Titel des Wintermeisters endgültig in die sächsische Großstadt geholt werden. Zehn Punkte Vorsprung besitzt das Team von Uwe Neuhaus bei noch vier ausstehenden Spielen vor dem Weihnachtsfest. Bei einem Sieg im Spitzenspiel gegen Münster wäre Dynamo dann vor der Winterpause nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen. Die Preußen wollen es aber Energie Cottbus gleichtun und einen überraschenden Auswärtsdreier landen. Zumal die Adlerträger zuletzt zwei Spiele ohne Tor verblieben, und sich die Konkurrenz wieder näher an den SCP heranbewegt hat. Zumindest ein Remis erhoffen sich die Anhänger in Westfalen schon – wenngleich sich ihre Farben bereits mit derer acht im bisherigen Saisonverlauf anfreunden mussten.

Marschiert Holstein Kiel weiter nach oben?

Lange wartete der hochveranlagte Kader der in der vergangenen Spielzeit knapp am Aufstieg gescheiterten KSV Holstein auf die Trendwende, nachdem urplötzlich an der Kieler Förde Abstiegskampf angesagt war. Der Glaube an sich selbst sowie an Trainer Karsten Neitzel scheint sich nun jedoch auszuzahlen: Mit zwei 3:1-Erfolgen über die SG Sonnenhof Großaspach sowie den VfB Stuttgart II haben sich die Kieler schnell von der zwischenzeitlichen Roten Laterne verabschiedet und räumen jetzt das Feld von hinten auf.

Klar ist: Noch ist der Kampf um die oberen Plätze längst nicht zu Ungunsten der Nordlichter entschieden und sollte die Serie noch weitere Spiele Bestand haben, klopft Kiel schneller denn je wieder am Tor zur zweiten Bundesliga. Mit den Würzburger Kickers wartet aber gewiss ein Prüfstein auf den KSV, denn der Aufsteiger ist für jeden Gegner bisher äußerst unangenehm zu bespielen gewesen. Auch die Holstein-Offensive wird sich etwas einfallen lassen müssen, um den bayrischen Beton zu knacken.

Springt der VfL Osnabrück auf den Relegationsrang?

Was für viele Fans der Lila-Weißen noch immer überraschend klingt, könnte schneller denn je Realität werden: Der VfL Osnabrück ist vor dem anstehenden Heimspiel gegen den Chemnitzer FC nur noch zwei Zähler vom Relegationsrang und drei Zähler vom direkten Aufstiegsrang entfernt. Das Selbstvertrauen ist nach sieben Spielen ohne Niederlage und fünf Partien in Folge ohne ein einziges Gegentor breiter denn je, Spieler wie Marcos Alvarez oder zuletzt Anthony Syhre machten keinen Hehl daraus, gerne längerfristig im oberen Tabellendrittel verbleiben zu wollen.

Gegen den Chemnitzer FC wartet sicherlich keine leichte, aber eine lösbare Aufgabe auf die Südniedersachsen, denn konstant gute Leistungen sind bei den Himmelblauen bisher Mangelware. Besonderer Ansporn für den VfL: Am Abend nach dem Spiel lädt der Verein mit seinen Spielern zur großen VfL-Fanparty in einer bekannten Osnabrücker Diskothek – nur allzu gerne würden die Anhänger der Osnabrücker diesen Abend mit einem weiteren Heimsieg im Rücken erleben.

Nutzt Karsten Baumann seine letzte Chance beim FC Hansa?

Auch die jüngste 2:3-Niederlage bei Rot-Weiß Erfurt hat die Verantwortlichen des F.C. Hansa Rostock noch nicht zum Umdenken in der Trainerdiskussion bewegt. Ärgerlich, vermeidbar, unglücklich – so umschrieb sich die Pleite wohl am besten, denn das Spiel kippte im entscheidenden Moment zugunsten eines schlichtweg glücklicheren Gastgebers. Rostock war nicht schlecht und gewiss nicht schwächer als Erfurt, doch zählt dies in diesen schweren Wochen? Der Absturz bis auf den 19. Tabellenrang hat Spuren hinterlassen, die schier unfassbare Negativserie von nunmehr 13 Spielen und über drei Monaten ohne Sieg scheint kein Ende zu nehmen. Mit dem FSV Mainz 05 II wartet ein harter Brocken auf Baumann und Co., denn die Talente machen gerne kurzen Prozess, wie sie in dieser Saison schon bei Holstein Kiel (4:0) und bei den Stuttgarter Kickers (4:1) zeigten. Beide Male führte die Elf von Trainer Sandro Schwarz schon zur Pause mit 3:0 – ein Szenario, das am Samstag einem Rostocker Alptraum gleichen würde.

Wer kann den Anschluss an die Spitzenränge schaffen?

Abschließend verfügen noch einige weitere Teams über eine passable Ausgangslage im Mittelfeld, die jedoch eine genaue Einordnung schwierig machen. Wo landen Vereine wie der VfR Aalen, Rot-Weiß Erfurt, der Chemnitzer FC oder der Hallesche FC am Ende? Momentan sind die oberen und unteren Ränge ähnlich weit entfernt, doch bis zur Winterpause würde eine Mini-Serie jeden der genannten Clubs schnell nach oben katapultieren. Beim VfR Aalen besteht das Problem derzeit in der geringen Kaderbreite – zwei Gelbsperren und Verletzungen von Dennis Chessa und Sebastian Neumann lassen das Loch in der Defensive sehr groß werden.

Erfurt ist derweil froh, sich vorerst vom Tabellenkeller distanziert zu haben. Der Chemnitzer FC muss sich trotz des achten Ranges stets vor den eigenen Fans rechtfertigen, denn oftmals stimmt die Leistung die Anhänger nicht zufrieden. Der HFC hingegen kämpft mit mangelnder Konstanz und immer wieder mit einer nachlässigen Chancenverwertung wie jüngst in Osnabrück, auch gegen die Stuttgarter Kickers wäre mehr möglich gewesen. Nuancen werden den Ausschlag geben, soviel ist klar. Grundsätzlich wäre jedem der genannten Teams aber das Potenzial zuzutrauen, die Liga kurzzeitig aufzumischen.

   
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