"Uns getraut, mutig zu spielen": Lettieri erlebt positives Debüt

Gino Lettieri ist zurück an der Seitenlinie des MSV Duisburg, am Dienstag holte er mit dem 0:0-Unentschieden gegen Halle seinen ersten Zähler. Der Negativtrend von zuletzt drei Pleiten in Folge ist damit gestoppt. Während der Trainer-Rückkehrer die Mannschaft nach der Partie in höchsten Tönen lobte, bemühte er beim Blick auf die Gesamtsituation sogar sein Lebensmotto.

Zebras spielen furiose erste Hälfte

Zu Beginn des Nachholspiels gegen Halle musste angenommen werden, Gino Lettieri habe schon in den ersten Tagen seiner zweiten Amtszeit Außergewöhnliches mit der Duisburger Mannschaft angestellt. Diese dominierte die Partie vom Anpfiff an und erspielte sich sogleich erste Großchancen. Der Führung am nächsten kam Connor Krempicki, der die Kugel an die Unterkante der Latte schlenzte (18.). Wenngleich sich auch die Gäste nicht versteckten, behielt der MSV das Heft des Handels im ersten Durchgang in der Hand. Einzig an Chancenverwertung haperte es. "Wenn man in Führung geht, dann ist man natürlich euphorisch und anders drauf", erklärte der Trainer anschließend am "Telekom"-Mikrofon, "und dann merkt man auch keine Müdigkeit."

So jedoch zeigte sich nach Wiederanpfiff ein anderes Bild. Nun waren es die Saalestädter, die sich Chance um Chance erspielten. Es entwickelte sich eine Art Privatduell zwischen MSV-Torhüter Leo Weinkauf und HFC-Angreifer Terrence Boyd, das der Duisburger schließlich für sich entschied. Gewohnt bescheiden stellte sich dieser den Kameras: "Ich brauche das nicht. Also, ich bin auch zufrieden, wenn ich zu Null spiele und nicht so viel zu tun habe – und wir vorne eins mehr schießen." Kein Wunder: "Eins mehr" hätte in diesem Fall immerhin den Dreier bedeutet. So müssen sich die Zebras damit zufriedengeben, die drei Partien andauernde Niederlagen-Serie gebrochen zu haben. Ein Sonderlob für Weinkauf gab es derweil von Präsident Ingo Wald: "Leo spielt in eine ganz tolle Saison. Alle Spiele, die er bisher bestritten hat, waren überragend und er hat uns sehr häufig im Spiel gehalten."

"Wir müssen tun, was wir können"

Gino Lettieri freuten die guten Ansätze seines Teams besonders. Statt über die Kritik des MSV-Umfelds an seiner Verpflichtung sprechen zu müssen, konnte der Übungsleiter die Spieler loben: "In erster Linie muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir haben sehr mutig gespielt – wir haben uns auch getraut, mutig zu spielen. Man kann das zwar anmelden, aber es muss auch umgesetzt werden." Nun gelte es, weiter an der taktischen Idee zu feilen. "Wir sind auf einem guten Weg".

Problem dabei: Der Spielplan ist auch in den nächsten Wochen enorm eng gesteckt, für intensive Trainingseinheiten bleibt kaum Zeit. Beklagen will sich Lettieri allerdings nicht: "Mein Lebenssatz ist immer: Wir müssen das tun, was wir können. Das, was wir angehen können, was wir selber in der Hand haben, ist es. Und alles, was weiter weg ist oder zurückliegt, das haben wir nicht in der Hand." Schon am Freitag geht es für Duisburg mit dem Heimspiel gegen den SC Verl weiter. Ob es dann mit dem ersten Heimsieg klappt? Auf diesen warten die Zebras derzeit noch und belegen in der Tabelle einen enttäuschenden 18. Platz.

 
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