Uerdinger Last-Minute-Wahnsinn geht weiter: 1:0 bei 1860

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Die erste Partie am Sonntag hatte es gleich faustdick hinter den Ohren: Mit dem TSV 1860 München und dem KFC Uerdingen trafen die beiden hoch gehandelten Aufsteiger erstmals nach über 26 Jahren wieder aufeinander. Nach einer intensiven ersten Halbzeit mit hochkarätigen Torchancen für die Gastgeber lief eigentlich alles auf ein Remis hinaus – ehe Joker Ibrahimaj für das späte Glück der Krefelder sorgte.

Grimaldi scheitert zweimal knapp – Sechzger Doppellatte vor der Pause

"Wenn wir zu Hause vor dieser fantastischen Kulisse spielen, wollen wir auch gewinnen" , hatte 1860-Coach Daniel Bierofka vor der Partie gegen den KFC Uerdingen zur Attacke geblasen. Zu diesem Zweck brachte er gegenüber dem Last-Minute-Remis in Osnabrück unter der Woche mit Benjamin Kindsvater und Marius Willsch zwei frische Kräfte auf den offensiven Außenpositionen, Stefan Lex und Nico Karger blieben dafür zunächst auf der Bank. Bierofka-Gegenüber Stefan Krämer tauschte hingegen nach dem 3:2 über Meppen nur einmal aus, Dennis Daube ersetzte Manuel Konrad auf der Sechs.

Und die Löwen legten los wie die Feuerwehr: Eineinhalb Minuten waren gespielt, da tauchte schon Torjäger Adriano Grimaldi nach feinem Doppelpass mit Sascha Mölders frei vor KFC-Keeper René Vollath auf, zog gegen den Schlussmann jedoch den Kürzeren. Uerdingen trat hingegen nach etwa zwölf Minuten zum ersten Mal wirklich gefährlich in Aktion, Innenverteidiger Schorch setzte jedoch einen Kefkir-Freistoß knapp über das Gehäuse der Gastgeber.  Danach gönnte sich die Partie eine kurze Verschnaufpause, Grimaldi scheiterte mit seinem Abschluss im Leistenbereich von Schorch (25.), Willsch verzog knapp (28.).

In der 31. Minute wurde es dann aber plötzlich brandgefährlich vor dem Gehäuse des KFC: Der auffällige Grimaldi hob nach langem Bonmann-Abschlag den Ball über den zu zögerlich rauskommenden Vollath – aber auch am Tor der Krefelder vorbei. Doch wer dachte, dass diese Aktion schon für den kuriosesten Moment der ersten Halbzeit sorgen sollte, irrte gewaltig: Philipp Steinhart schlenzte einen Freistoß aus fast 35 Metern an die Latte, der Nachschuss von Lorenz klatschte ebenfalls gegen das Gebälk (43.). Mit einem aus Krefelder Sicht doch eher schmeichelhaften 0:0 ging es danach in die Pause.

Ibrahimaj schockt 1860 spät

Nach dem Pausentee kehrten beide Mannschaften unverändert auf den Rasen zurück. Und auch am Bild der ersten Hälfte sollte sich erst einmal nichts ändern, 1860 übernahm direkt wieder das Kommando. Auch die erste nennenswerte Szene der zweiten 45 Minuten sollte den Bayern gehören, ein Kopfball von Mölders nach Eckball klärte der KFC jedoch kurz vor der Linie (55.). Den ersten Abschluss der zweiten Hälfte für den KFC verbuchte Kefkir, sein Fernschuss strich jedoch am Kasten von 1860-Schlussmann Bonmann vorbei. Auf der anderen Seite probierte sich auch Kindsvater an einem Distanzschuss, setzte diesen jedoch deutlich über das KFC-Gehäuse (62.).

Was war eigentlich mit Grimaldi los? Es dauerte bis zur 70. Minute, ehe der Mann der ersten Hälfte wieder auf sich aufmerksam machen sollte. Und direkt wurde es wieder gefährlich: Kindsvater legte vor dem Sechzehner auf den 27-Jährigen ab, der direkt abschloss und nur Millimeter am Tor der Gäste vorbeizielte. Der Dampf und die Zielstrebigkeit beider Teams aus der ersten Hälfte war aber deutlich verflogen, Steinhart scheiterte noch einmal knapp mit einem Freistoß kurz vor Schluss (89.).

Und als eigentlich alles schon auf eine Punkteteilung hinauszulaufen schien, schlugen die Uerdinger eiskalt zu: Kefkir setzte den für Dennis Daube eingewechselten Ali Ibrahimaj in Szene. Der Rechtsaußen wackelte kurz seine Gegenspieler aus und traf die Sechzger quasi mit dem Abpfiff voll ins Mark – und stellte damit den Spielverlauf über die vollen 90 Minuten gesehen auf den Kopf (90+3). Der Last-Minute-Wahnsinn des KFC geht somit weiter, während die Münchner Löwen sicherlich gerade mit der Chancenverwertung aus der ersten Halbzeit hadern werden. Die Krefelder übernehmen damit erstmals die Tabellenführung, 1860 rutscht auf den zwölften Tabellenplatz ab.

   
  • Tobi

    Naja wie du schon sagst, die Saison ist noch recht lang und irgendwann ist es auch mit dem last Minute Glück vorbei .

  • Thomas Horstmann

    Dank Krämer scheinen sich die russischen Millionen zu rentieren. Krämer kennt die 3. Liga; Bierofka wohl noch nicht. Aber die Saison ist lang!

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