Trotz vier Punkten Rückstand: Große Zuversicht beim SC Verl

Sechs Tore in zwei Spielen reichten dem SC Verl zuletzt nicht für einen Punktgewinn, weil die Abwehr der Ostwestfalen zu wackelig ist. Dadurch wird die Situation im Abstiegskampf insgesamt immer brenzliger. Cheftrainer Michél Kniat ist aber weiterhin fest davon überzeugt, dass der Klassenerhalt gelingen wird, weil die Leistung stimmt – zumindest offensiv und kämpferisch.

"Was dann passiert ist, ist unerklärlich"

"Wenn du gegen den Tabellenführer vier Tore erzielst, und trotzdem nicht reicht, dann ist das alles andere als gut", fasste der Verler Übungsleiter die verrückte 4:5-Niederlage seiner Mannschaft gegen den 1. FC Magdeburg zusammen. Am Ostersonntag überwog dadurch die Enttäuschung bei den Ostwestfalen. "Absolut scheiße" fühle sich das Ergebnis an, wie Michél Kniat am Mikrofon von "MagentaSport" hinzufügte. Für Verl bedeutet das, dass die 30 Punkte auf dem Konto stehen bleiben – ein Rückstand von vier Zählern bei einem Spiel weniger gegenüber Viktoria Berlin ist noch aufzuholen.

"Was mich glücklicher in die Zukunft blicken lässt, ist die Leistung. Ich bin immer noch genauso überzeugt", zeigte sich Kniat kämpferisch. Das hatte zuvor auch seine Mannschaft auf dem Platz umgesetzt, offensiv war den Verlern nicht viel vorzuwerfen. Generell ging es eigentlich gut los, wie Kniat fand: "Die erste Viertelstunde ging klar an uns, weil wir uns an unseren Plan gehalten haben. Was dann passiert ist, ist unerklärlich." Bis zur Pause wurde der frühe Führungstreffer von Cyrill Akono (6.) gedreht. Dann folgten fünf Tore in 13 Spielminuten – nach knapp einer Stunde stand die Partie ausgeglichen bei 4:4.

Verl verliert die Willensspiele

"Klar sieht die Kette hinten dann immer schlecht aus", wollte Kniat nichts schönreden. Allerdings lag der Fehler nicht nur bei der Abwehrreihe, wie der Cheftrainer fand. Schon vorne bekam der SCV keinen Druck mehr auf den Ball. Gleichzeitig profitierte man von den Fehlern der Gegner. "Wir haben eins, zwei Geschenke bekommen, die wir provoziert haben, haben aber auch ein, zwei Geschenke verteilt", fasste der Übungsleiter wieder fair zusammen. FCM-Coach Christian Titz beschrieb die Partie derweil als "Willensspiel" – und bekam Zustimmung. "Willensspiel trifft es komplett auf den Punkt. Bitter ist, dass wir aus diesen Willensspielen immer als Verlierer herausgehen", so Kniat.

Nun folgen noch die Spiele gegen Saarbrücken (A), Wiesbaden (H) und Dortmund II (A), ehe der SC Verl im Heimspiel gegen Duisburg das Finale im Abstiegskampf bestreiten wird. Die Leistungen machen Mut, doch die Ostwestfalen müssen die Abwehr dicht bekommen. "Jeder hat hier 100 Prozent gegeben", warf sich Doppeltorschütze Ron Berlinski für die Mannschaft in die Bresche. "Wir konnten mithalten, wir hatten Moral. Das sollten wir mitnehmen." Und ähnlich sah es auch Cheftrainer Kniat, der sich nicht aus der Ruhe bringen lassen wird. "Wir haben uns nicht versteckt. Erst, wenn der Schiedsrichter abpfeift, gehen die Köpfe runter. Vorher nicht", machte der 36-Jährige deutlich. Zu beweisen gilt, ob das reichen wird.

   
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