Trotz verpasstem Aufstieg: HFC-Fans feiern die Mannschaft

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Mit dem 1:0 gegen Eintracht Braunschweig setzte der Hallesche FC eine Art vorzeitigen Schlusspunkt unter seine bisher erfolgreichste Drittliga-Saison. Fans und Mannschaft feierten anschließend ausgelassen – auch, wenn in der kommenden Woche nun definitiv keine Chance mehr auf den Relegationsplatz besteht. Torsten Ziegner ließ sich von der guten Laune anstecken.

Ausgelassene Stimmung in Halle

"Danke! Die Saison war fast so geil wie Eure Rückendeckung!" – Dieser Spruch zierte das große Banner, mit dem sich die Mannschaft des Halleschen FC bei der Fankurve bedankte. Die wiederum feierte das Team, das nach einem großen Umbruch im Sommer die beste Drittliga-Saison der Vereinsgeschichte absolvierte und am Ende als Vierter ins Ziel einlaufen wird.

Untrennbar mit dem Erfolg verbunden ist Trainer Torsten Ziegner, der im Sommer aus Zwickau nach Halle wechselte und am Ende der Partie lautstark von der Kurve bejubelt wurde: "Es ist megageil. Wie uns die Leute unterstützt haben – das ist ein cooles Gefühl", freute sich ein euphorischer Ziegner am Mikrofon von "Magenta Sport". Das Spiel, das durch einen Elfmetertreffer von Bentley Baxter Bahn (30.) zugunsten des HFC mit 1:0 entschieden wurde, war zwar keineswegs das Beste der Saison, und den zwischenzeitlich möglichen Aufstieg wird der HFC am Ende auch verpassen. Dennoch betonte der Coach auf der Pressekonferenz: "Wir gehen sehr zufrieden und glücklich nach Hause."

Das lag vor allem daran, dass sich die Mannschaft im letzten Heimspiel der Saison mit einem Erfolg von ihren Fans verabschiede durfte: "Für uns war das nochmal wichtig", betonte Ziegner: "Ich hab ihnen gesagt, dass sie sich für diese tolle Saison belohnen sollen. Und zwar, indem wir mit einem Heimsieg aus der Saison rausgehen."

Nächstes Jahr im "erweiterten Kreis"?

Der verpassten Aufstiegschance trauert der Trainer aktuell nicht nach – oder zumindest nicht allzu sehr: "Heute überwiegt tatsächlich nur die Freude über den Heimsieg gegen Braunschweig. Wir wussten auch vor dem Spiel, dass die Chance auf ein Endspiel gegen Karlsruhe nur noch minimal ist. Das ist eben nicht heute passiert, die Situation ist nicht heute gekommen", erklärte Ziegner, der auch der starken Konkurrenz um die Tabellenspitze nochmal Respekt zollte: "Nach 37 Spieltagen kann man schon sagen, dass jede Mannschaft da steht, wo sie es verdient hat. Und wir stehen eben auf dem vierten Platz. Das ist ein großer Erfolg für uns. Aber Osnabrück, Karlsruhe und Wehen Wiesbaden sind dieses Jahr einfach noch besser gewesen."

In der kommenden Saison könnte der HFC erneut oben mitspielen – und dann vielleicht den ganz großen Sprung schaffen: "Ich glaube, wir werden es schaffen die Mannschaft zusammenzuhalten und ein paar Jungs dazu holen, die uns noch ein bisschen besser machen. Und dann werden wir nächstes Jahr wieder angreifen." Doch neue Ziele bergen auch neue Herausforderungen: "Ich habe das den Jungs auch schon gesagt: Nächstes Jahr werden wir sicherlich mindestens im erweiterten Kreis genannt. Und dem müssen wir uns stellen."

   
  • Daniel M.

    Denke, dass die Leistungsträger, die den Verein verlassen, ersetzt werden. Im erweiterten Kreis findet man den HFC sicherlich dann auch wieder. Allerdings erwarte ich nicht nochmal solch eine starke Saison.

    Als mahnendes Beispiel dient mir persönlich Rot Weiß Erfurt. Die haben sich auch punktuell "verstärkt" und der Großteil der Mannschaft ist nach einer starken Saison zusammengeblieben.
    Aber mit der Mentalität dieser Truppe und vor allem des Trainers sollte dieses Beispiel nicht in Halle anwenbar sein.
    Wir werden sehen.

  • Sterneneisen

    Ob man nächste Saison zum erweiterten Kreis gehört, hängt stark davon ab, ob man 1. einen richtigen Abschlussstürmer mit 15-20 Toren pro Saison verpflichten kann, und 2. ob man einen Heyer ersetzen kann. Das hängt am Ende an den offensiven Verpflichtungen, denn Mai könnte problemlos wieder an seine eigentliche Position zurück. Selbst dann ist in dieser 3. Liga alles möglich, man ist als Vorjahres 4. genausowenig "Favorit" wie jeder Absteiger.

    • weihnachtsmann

      Ich vertraue der sportlichen Führung, die Mannschaft so sinnvoll zu verstärken, dass man wieder recht weit oben mitspielen kann. Eine Garantie dafür gibt es freilich nicht. Andere wie Braunschweig, Kaiserslautern, Würzburg und auch Rostock werden weiter aufrüsten. Aber dass das nicht zwangsläufig Erfolg bringt, sehen wir ja aktuell.

      • Sterneneisen

        Rostock gibt einige Stammspieler ab, auch weil der Etat sich verringert. Unser Etat liegt damit sogar über dem von Rostock. Aber wir haben eben auch nur einen Bruchteil an Verbindlichkeiten. Auch Kaiserslautern und Braunschweig werden sparen müssen. Ich denke, dass Würzburg, Wiesbaden und Unterhaching oben mitspielen werden. Ansonsten wird es sicher die eine oder andere Überraschung geben. Duisburg wird es schwer haben, da auch hier noch Altlasten drücken, Magdeburgs Mannschaft wird warscheinlich auseinanderfallen, Wiesbaden wird in der Relegation scheitern, wie fast immer der Drittligaverein scheitert. Wirklich aufdrängen Aufzusteigen wird sich glaube ich wieder kein Verein. Das hatten wir das letzte Mal mit Dresden, und das ist quasi schon ewig her.

      • weihnachtsmann

        Sparen müssen und wirklich sparen sind aber zwei Paar Schuhe… ;-)

      • Sterneneisen

        Ist aber bereits seit Wochen über die Medien kommuniziert, zumindest bei Braunschweig, Rostock und dem FCK. Beim FCK würde ich sowieso erst mal abwarten, nicht dass die Sponsoren nur ne Luftnummer sind, um im internen Machtkampf noch die letzten Euros auszuquetschen.

      • Philipp Schramm

        Ich denke, der große "Vorteil" des HFC wird sein, das die Mannschaft weitesgehend zusammen bleibt, also viele Spieler, die maßgeblich am Erfolg des HFC in dieser Saison beteiligt waren, bleiben beim Verein.
        Sicherlich ist es schwerzhaft, das Moritz Heyer den Verein wieder verläßt, aber einen Spieler kann man oftmals ersetzen, bei mehreren sieht das anders aus.
        Das man natürlich auch durch einen kompletten Umbruch zu einer echten Erfolgsmannschaft kommen kann, hat der HFC gezeigt, nachdem ja bekanntlich im Sommer 2018, neben etlichen Spielern auch der Trainerstab und der ganze Vorstand samt Präsidenten ausgetauscht wurden.

        In damaligen und auch der jetzigen Situation, war dieser Umbruch das Beste, was dem HFC passieren konnte.
        Sicherlioch wird es in der kommenden Saison schwieriger, asber abschreiben sollten man den HFC deswegen keinesfalls. Er wird wiederum versuchen, an die Saison 2018/2019 anzuknöpfen.

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