Trotz Sieg in Unterzahl: Flüthmann nicht ganz zufrieden

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Eintracht Braunschweig scheint derzeit unaufhaltbar und holte sich mit dem sechsten Sieg im siebten Spiel die Tabellenführung in der 3. Liga zurück. Dabei drehen die Löwen beim 2:1 gegen den KFC Uerdingen einen Rückstand trotz Unterzahl noch in einen Sieg um, dennoch war Trainer Christian Flüthmann nach dem Abpfiff nicht ganz zufrieden und sieht in der Länderspielpause noch Verbesserungspotential. 

Kritik an Platzverweis

Nach einer knappen Stunde der Partie zwischen dem KFC Uerdingen und Eintracht Braunschweig hätten wahrscheinlich nur noch die wenigsten Menschen ihr Geld auf die Gästemannschaft aus Niedersachsen gesetzt. 1:0 lagen die Hausherren zu dem Zeitpunkt in Führung und spielten von nun an sogar in Überzahl, weil der eingewechselte Marc Pfitzner soeben für ein Foulspiel an Roberto Rodriguez die rote Karte von Schiedsrichter Florian Badstübner gesehen hatte.

"Ich finde das zu hart und ein bisschen überzogen", analysierte Braunschweigs Cheftrainer Christian Flüthmann den Platzverweis nach Abpfiff bei "Magenta Sport", konnte ihm aber auch etwas Positives abgewinnen: "Die Rote Karte war ein Schlüsselmoment." Bis zu diesem Zeitpunkt war nämlich nicht mehr viel zu sehen gewesen von den Braunschweigern, die plötzlich aber wieder aufdrehten und durch zwei Distanzschüsse von Yari Otto (72.) und Danilo Wiebe (82.) sogar noch zum 2:1-Erfolg kamen.

Zweikampfhärte fehlte zunächst

Es war für die Braunschweiger Löwen der vierte Sieg im vierten Auswärtsspiel und am 7. Spieltag dieser Saison der sechste Dreier insgesamt. Eine bemerkenswerte Quote, zumal sich für die 18 bisher erzielten Treffer zehn unterschiedliche Spieler verantwortlich zeigen. Zahlen, die für die aktuelle Stärke der Niedersachsen sprechen, für die es in der Länderspielpause dennoch genug zu tun gibt.

Denn ganz zufrieden war Flüthmann nach den aufreibenden 90 Minuten auch trotz des Sieges nicht. "Am Anfang hat uns ein bisschen der Mut gefehlt. Da haben wir uns zu sehr hinten rein drücken lassen, das wollten wir eigentlich nicht so", ärgerte sich der 37-Jährige und bemängelte die fehlende Zweikampfhärte im ersten Durchgang: "Ganz oft waren wir einen Schritt zu spät und haben die Zweikämpfe nicht so angenommen, wie wir uns das vorgenommen hatten."

Ausgerechnet Wiebe

Die drei Punkte und die erneute Tabellenführung gab es am Ende dennoch, dass ausgerechnet der 25-jährige Wiebe den entscheidenden Treffer war eine weitere schöne Geschichte des Sonntagnachmittags. Der Mittelfeldspieler war in seinen vier Jahren bei Preußen Münster fast häufiger verletzt als fit und feiert nun bei den Braunschweigern ein starkes Comeback in der 3. Liga.

"Es war eine schwere Zeit für mich und jetzt mit so einer geilen Mannschaft hier zurückzukommen und dann spielen zu dürfen, das ist ein Privileg. Mit der Mannschaft macht das einfach unfassbar Spaß", freute sich der Siegtorschütze hinterher über seine Rolle im neuen Verein und dürfte das Ende der Länderspielpause auch schnell herbeisehnen dürfen. Am Sonntag (15. September, 14 Uhr) empfängt Braunschweig zu Hause den FC Hansa Rostock und wird dann erneut versuchen, die Tabellenführung zu halten.

 

 

   

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