Klewin: "Zu keiner Zeit gedacht, dass etwas passieren könnte"

Es geht also auch anders: Nach zuletzt zwei Gegentoren in der ersten und zweiten Minute drehte der FC Rot-Weiß Erfurt den Spieß um und brachte sich bereits nach drei Minuten in Front. Dieses Mal war es die Defensive des Halleschen FC, die bei einem Eckstoß von Erfurts Kapitän Nils Pfingsten-Reddig unsortiert war. Jonas Nietfeld konnte problemlos zu seinem vierten Saisontreffer einnetzen.

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Laurito und Kleineheismann mit Lufthoheit – Klewin verärgert

"Wir sind super in die Partie gekommen und sind zum Glück sehr früh in Führung gegangen", zeigte sich Marco Engelhardt, der erneut als Taktgeber und engagierter Zweikämpfer im RWE-Mittelfeld auffiel, gegenüber liga3-online.de erleichtert. Endlich stand die eigene Defensive stabil und das Team musste nicht schon früh – bisher immer erfolglos – einem Gegentreffer hinterherlaufen. Die Mannen von Trainer Sven Köhler antworteten mit viel Zug zum Tor von Erfurts Schlussmann Philipp Klewin. Doch ernsthaft eingreifen musste der 20-Jährige, der bereits zum achten Mal in dieser Saison ohne Gegentor blieb, nicht. Zu überragend war die Innenverteidigung der Thüringer. Hatte Stefan Kleineheismann zu Beginn noch Probleme mit Pässen in die Tiefe, kam er immer besser in die Partie und köpfte zusammen mit André Laurito alles aus dem Strafraum. Doch die ideenlose HFC-Offensive lernte nicht daraus und versuchte es immer wieder mit Flanken in den Sechzehner – ohne Erfolg. Dennoch lief Klewin nach dem Abpfiff verärgert durch den Spielertunnel. Seine Glücksbox, die ihm seit seinem ersten Auftritt bei den Profis in Burghausen begleitet, war verschwunden. Ein Mitspieler, verriet er liga3-online.de, hatte sie aus dem Tor geklaut. Nach dem er sie wieder glücklich in den Händen halten konnte, war auch er vollkommen zufrieden. Dass er am Samstag in Halle ohne Gegentor bleibt, ahnte er schon früh. "Die Abwehr stand in den letzten Wochen schon gut. Ich habe zu keiner Zeit gedacht, dass etwas passieren könnte, was sich letztendlich auch bewahrheitet hat", zeigte sich der gebürtige Friedrichrodaer mit der Arbeit seiner Vorderleute zufrieden.

Walter Kogler bemängelt Fahrlässigkeit

Auch sein Trainer Walter Kogler war nach zwei ärgerlichen Niederlagen mit dem Auftreten seiner Elf in großen Teilen einverstanden. Der Österreicher, der am vergangenen Donnerstag 46 Jahre alt und somit nachträglich von seinem Team beschenkt wurde, hatte lediglich an der Konsequenz der Konterausspielung seiner Mannschaft etwas auszusetzen. Die vielen Freiräume, die von offensiv agierenden Hallensern geboten wurden, ließ sein Team ungenutzt. "Wir hatten heute phasenweise nicht die richtigen Entscheidungen und die nötige Ruhe. Nach dem zweiten Tor waren wir nicht mehr in der Lage, die guten Möglichkeiten in Tore umzumünzen", sagte Kogler. Es war der Tenor des Teams. Defensiv ordentlich gestanden, aber nach vorne zu unkonzentriert. "Wenn dann ein Gegentor fällt, kann es hinten heraus auch noch einmal sehr eng werden", mahnte Engelhardt die Lässigkeit im Angriff. Ein gutes Beispiel war ein von ihm inszenierter Angriff der Gäste. Nach Pass auf den völlig freistehenden Patrick Göbel, der für Andreas Wiegel auflief, legte dieser quer auf Mijo Tunjic, der scheinbar zu viel Zeit um Überlegen hatte und letztendlich an HFC-Keeper Pierre Kleinheider scheiterte. Letztendlich war es den Spielern auch egal. Was zählte, waren drei wichtige Punkte, die den Anschluss an Tabellenplatz drei bedeuten. Am kommenden Samstag soll nun gegen die Stuttgarter Kickers das letzte Heimspiel des Jahres gewonnen werden. Sollten Darmstadt und Rostock patzen, ist das Überwintern auf dem Relegationsplatz möglich. Vor zwölf Monaten war man froh, nicht auf einem Abstiegsplatz zu liegen. Dass es gegen die Kickers klappt, ist eine einfach Rechnung, wie Engelhardt simpel erklärte: "Wir haben drei Spiele gewonnen, dann drei verloren. Nun wieder zwei verloren und jetzt gewinnen wir wieder zwei Partien“. Alles klar!

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi

   
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