Trotz deutlicher Pleite: Trares sieht "ein super Spiel"

Der SV Waldhof Mannheim erlebte einen Samstagnachmittag zum Vergessen. Zwar war die Trares-Elf dem Halleschen FC spielerisch keinesfalls unterlegen – am Ende stand dennoch ein 0:4 auf der Anzeigetafel. Zu allem Überfluss musste mit Timo Königsmann bereits der zweite SVW-Keeper in der laufenden Spielzeit verletzungsbedingt vom Feld.

Waldhof versucht alles,  Halle trifft alles

"Ich muss sagen, es war ein super Spiel von uns." Wenn ein Cheftrainer die eigene Mannschaft trotz einer 0:4-Pleite derartig lobt, wie es Bernhard Trares nach der Partie seines SVW gegen Halle tat, muss der Spielverlauf ein besonderer gewesen sein. Und tatsächlich: Die Mannheimer bestimmten das Geschehen auf dem Rasen von Beginn an, nur schien in Tornähe so ziemlich alles gegen die Buwe zu laufen. Sinnbildlich waren drei Szenen kurz vor dem Halbzeitpfiff. So hatte Gianluca Korte zunächst die Möglichkeit, seine Mannschaft für einen engagierten ersten Durchgang zu belohnen (43.). Der Offensivmann scheiterte an HFC-Schlussmann Eisele – und fasste die Szene nach Abpfiff am "Magenta Sport"-Mikrofon nüchtern zusammen: "So vom Gefühl mache ich eigentlich einiges richtig. Aber dann habe ich ihn nicht untergebracht im Tor."

Die Gäste aus Sachsen Anhalt machten es wenig später gleich zweimal besser. Zunächst überwand Nietfeld Mannheims Torhüter Königsmann mit einem Schuss in das kurze Eck (45.+1), dann sorgte Sohm gleich für den nächsten Nackenschlag (45.+3). Mit viel Wut im Bauch kamen die Gastgeber aus der Pause, das Tor schien für den Waldhof allerdings wie vernagelt. Zunächst scheiterte Koffi an der Latte (46.), anschließend verfehlten Korte (54.) und Hofrath (65.). Spätestens als Königsmann nach einem Zusammenprall mit HFC-Angreifer Boyd auch noch aufgrund einer Schulterverletzung ausgewechselt werden musste, dürften viele Mannheimer Anhänger ernsthaft mit dem Fußballgott gehadert haben. So spielte Königsmann überhaupt nur, weil Stammtorhüter Scholz seit der Partie gegen Duisburg ebenfalls verletzt ausfällt. Wie lange  Königsmann nun ausfallen wird, ist offen. Für den 22-Jährigen kam der 30-jährige Miro  Varvodic zu seinem Drittliga-Debüt.   Boyd (74.) und Drinkuth (81.) machten das Ergebnis in der Schlussphase deutlich.

"Da brauchst du halt ein Tor"

Dass die Laune bei den SVW-Akteuren nach Abpfiff nicht die beste war, liegt auf der Hand. Vor allem Cheftrainer Trares bemühte sich jedoch, die Pleite nicht zu hoch zu hängen. "Es gibt jetzt keine Kritik an meiner Mannschaft. Die haben alles rausgeholt, was drin war", erklärte der 54-Jährige nach der höchsten Niederlage seit 2015. Damit hatte er nicht unrecht, zeitweise schien es in der Tat, als arbeite eine höhere Macht gegen die Mannheimer. Was sich die Akteure allerdings vorwerfen lassen müssen: Die mangelhafte Chancenverwertung in der zweiten Hälfte. Das sah durchaus auch Berhard Trares so: "Da ist das Spiel vorbei, wenn du dann kein Tor machst. Wir hätten das 2:1 gebraucht, um zurückzukommen. Die Chancen waren da." Besser machen kann es der Waldhof am übernächsten Montag gegen die U23 des FC Bayern.

   
  • DM von 1907

    Schiri Alt hatte das Spiel nicht gut im Griff. Ich rede nicht von den "großen" Szenen: Der von Koffi geforderte Elfer war tatsächlich keiner, und auch Koffis Tor in Halbzeit 2 war keines, weil Eisele schon die Hand drauf hatte. Aber Alt hat es leider unterlassen, die äußerst unfaire und auch überharte Gangart von Halle in der ersten Halbzeit (sieht so Ziegners "Männerfußball" aus?) entsprechend mit Karten zu ahnden. Boyds Kung-Fu-Einlage gegen den Kopf von Schultz nach einer halben Minute war glatt Rot, und auch der andauernd mit unfairen Mitteln agierende Papadopoulos hätte für seine hässliche Grätsche gegen Koffi schon nach zehn Minuten Gelb sehen müssen und nicht erst tief in Halbzeit 2 nach seinem fünften (!) Foul.

    @3.Liga-online.de: Es wäre schön, wenn ihr die Boyd-Szene aus Minute 1 Babak Rafati zeigen würdet!

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