Trainer-Disput in Köln: Schromm kritisiert Kaczmarek

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Die SpVgg Unterhaching konnte beim 1:1-Unentschieden bei Fortuna Köln endlich wieder einen Treffer erzielen, tritt nach dem Remis aber weiterhin auf der Stelle. Die Südstädter stehen damit weiterhin unter den Strich und müssen sich außerdem Vorwürfe von Haching-Trainer Claus Schromm gefallen lassen.

"Noch nie so schlecht begrüßt worden"

Während der obligatorischen Pressekonferenz nach der Partie würdigten sich Haching-Coach Claus Schromm und der Kölner Cheftrainer Tomasz Kaczmarek keines Blickes. "Tomasz, ich bin jetzt seit weit über 100 Drittliga-Spielen als Trainer tätig. Ich bin noch nie von einem Kollegen so schlecht und ohne Anstand begrüßt worden, wie von dir", eröffnete der Gäste-Trainer am Ende der sportlichen Analyse des Geschehens. Es habe seitens Kaczmareks "kein Hallo, kein Servus, kein Gruß" gegeben, was der Chefcoach der Oberbayern "nicht gewohnt" war. "Ich habe dem Kollegen vor dem Spiel die Hand gegeben, also alles gut", widersprach Kaczmarek kurz und knapp auf Nachfrage, was bei Schromm nur noch ein Lachen auslöste und ihn zur schnellen Flucht nach Beendigung der PK bewegte.

Abseits des Trainer-Scharmützels wurde auch über das Sportliche auf dem Platz diskutiert, denn das 1:1-Unentschieden zwischen Köln und Unterhaching beendete unter anderem den Torlos-Fluch der Oberbayern. Nach 821 Minuten ohne eigenen Treffer erlöste Jim-Patrick Müller seine Elf und schob den Ball aus elf Metern in den Kasten. "Den Torlos-Rekord haben wir jetzt auch, das sind genug Rekorde. Jetzt wollen wir nur noch Punkte", zeigte sich Trainer Schromm am Mikrofon der "Telekom" erleichtert. In der Analyse ging er noch weiter darauf ein, dass er ein "sehr, sehr gutes Spiel" seiner Mannschaft gesehen habe, die "aus dem Nichts das 0:1" kassiert habe. "Nachdem, was uns die letzten Wochen widerfahren ist, war das für die Jungs schon relativ bitter und bedurfte ein paar Minuten, bis sie sich wieder fingen", zeigte der 50-Jährige Verständnis für sein Team. Dann kam Jim-Patrick Müller, der Bann war gebrochen. "Ein Sieg wäre natürlich Gold wert gewesen", wusste auch Schromm, dass danach auch noch mehr für die Bayern möglich gewesen wäre.

"Es war ein lauer Sommerkick"

Für Fortuna-Coach Tomasz Kaczmarek waren die Gründe für Unterhachings Überlegenheit schnell ausgemacht: "Wir haben heute zum ersten Mal Anzeichen von Anspannung und Nervosität gezeigt. Man konnte uns ansehen, dass heute viel auf dem Spiel stand." Der Punkt fühle sich deshalb "nicht so gut an", gerade weil die Fortuna in der ersten Hälfte mehr aus der eigenen Führung hätte herausholen können. "Leider machen wir es nicht, kassieren ein Tor, was uns so nicht passieren darf", resümierte Kaczmarek und beklagte die Einfachheit, mit der die Hachinger nach einem Ballgewinn an der Außenlinie zum Treffer kamen: "Wir schenken ihnen fast das Tor."

Dem Fazit schloss sich auch Abwehrchef Steven Ruprecht an, dessen bisherige Nebenmänner Boné Uaferro und Bernard Kyere Mensah beide nur auf der Bank saßen: "Wir gehen dann in Führung. Und dann sehe ich einen Gegner, der am Boden liegt und dem wir dann die Hand reichen. Wenn wir das so weitermachen, stehen wir am Ende unter dem Strich." Dorthin rutschten die Kölner bereits vor dem 1:1-Unentschieden, das die Position im Abstiegskampf nicht verbesserte. "Es ist viel zu wenig, brauchen wir auch nicht drum herum reden", schimpfte Ruprecht nach Abpfiff über die Punkteausbeute seines Teams und kritisierte das Auftreten seiner Mannschaft: "Es war ein lauer Sommerkick heute, dafür dass es für beide Teams um Existenzkampf geht. Von uns bin ich heute etwas enttäuscht." Wie SpVgg-Trainer Claus Schromm richtig herausstellte, kann Unterhaching mit dem Punktgewinn dementsprechend besser leben. Er wünschte insbesondere Tomasz Kaczmarek noch viel Glück und "gute Besserung."

   

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