Torfestival in Oldenburg: RWE schlägt VfB mit 5:3

Ein spektakuläres Spiel im Oldenburger Marschwegstadion endete mit einem fulminanten 5:3-Auswärtssieg für Rot-Weiss Essen. Zum 125-jährigen Jubiläum konnte sich der VfB Oldenburg nicht belohnen, obwohl die Fossi-Elf einen zwischenzeitlichen Rückstand von zwei Toren aufholte. Während der Lauf der Essener weiter anhält, kassiere Oldenburg die fünfte Pleite in Folge und bleibt weiter nur knapp über den Abstiegsplätzen.

Zwei Elfmeter und ein Abstauber

Vier Liga-Niederlagen in Folge veranlassten VfB-Cheftrainer Dario Fossi zu fünf Wechseln in der Startelf – für Deichmann, Plautz, Krasniqi, Brand und Hasenhüttl standen somit Adetula, Starke, Badjie, Wegner und Schmidt auf dem Rasen. Die Gäste aus Essen kamen dagegen mit einer Serie von vier Spielen ohne Niederlage, RWE-Coach Christoph Dabrowski brachte dennoch Wiegel und Rother für Sponsel und Kefkir.

Vor einer prachtvollen Kulisse aus einem blau-weißen Fahnenmeer bekam Oldenburg vor über 7.000 Zuschauern sogleich die erste Chance – ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld, sowie eine anschließend Ecke brachten jedoch keine Gefahr (1.). Die Hereingaben über die linke Seite blieben ein starkes Mittel der Hausherren, eine Knystock-Flanke landete auf dem Kopf von Badjie, danach aber ungefährdet in den Armen von RWE-Keeper Golz (10.). Weitere Chancen von Wiegel auf der einen (12.) und Starke auf der anderen Seite (14.) blieben zu ungenau. Der VfB machte bis dato das bessere Spiel, obwohl Bastians auf der Gegenseite einen Distanzschuss nur knapp über das Tor jagte (19.). Dann die Chance auf dem Silbertablett: Wiegel zog bei einem Klärungsversuch im eigenen Strafraum voll durch, traf aber Badjie am Schienbein – anschließend verwandelte Wegner den fälligen Strafstoß zum 1:0 (22.). RWE war um eine direkte Antwort bemüht, aber einen strammen Schuss von Götze entschärfte Mielitz mit beiden Fäusten (24.).

Die Hausherren zogen sich etwas zurück, die Gäste drängten, eine aussichtsreiche Hereingabe von Bastians verpassten in der Mitte jedoch gleich zwei Teamkollegen (28.). Aber dann: In einer Vier-gegen-Drei-Situation wurde Ennali in den Strafraum geschickt, Mielitz kam einen Tick zu spät und räumte den RWE-Stürmer ab – ebenfalls Elfmeter, Bastians verwandelte sicher (32.)! Auf der Gegenseite gab es beinahe die postwendende Antwort, aber Wegners Abschluss rauschte knapp am linken Pfosten vorbei (34.). Mielitz machte daraufhin seinen Fauxpas wieder gut – bei einem Drehschuss von Berlinski tauchte der Keeper ganz schnell ab und fischte die Kugel aus dem unteren Eck (36.). RWE hatte die Spielkontrolle nun längst an sich gerissen – und als das Spiel gerade auf die Pause hinplätscherte, schlugen die Essener zu. Einen Schuss von Bastians wehrte Mielitz in die Mitte ab, wo niemand bei Berlinski stand, sodass der Essener problemlos auf 2:1 aus Gästesicht stellen konnte (45.).

Rothers Hinterkopf toppt Starkes Lauf

Nach dem Seitenwechsel machte RWE zunächst weiter, als hätte es keine Pause gegeben. Aus halblinker Position brachte Tarnat einen Freistoß in den Oldenburger Strafraum, wo wieder Bastians mit dem Kopf zur Stelle war – und die Kugel landete erneut im Netz (50.). Der VfB wurde kalt erwischt, ließ sich aber nicht hängen. Und Starke, vor acht Tagen Vater geworden, belohnte die Oldenburger: Bei einem langen Ball gewann er das Laufduell mit Sponsel, anschließend feuerte er das Spielgerät gekonnt ins lange Eck (59.). Von RWE, das bisher souverän und effizient vor dem Tor war, kam bis dahin nicht mehr allzu viel – und Oldenburg nutzte das Momentum: Ecke Bookjans, Kopfball Starke, 3:3 (66.)! Das Publikum skandierte "Manni, Manni, Manni!".

Die Partie wurde hitziger, dann unterlief dem VfB das Missgeschick. Ein weiter Einwurf wurde von Rother mit dem Hinterkopf verlängert, die Kugel senkte sich etwas überraschend ganz hinten im Netz – 3:4 (72.)! Hatte Oldenburg noch einmal eine Antwort parat? Nein, stattdessen erzielte VfB-Verteidiger Appiah die Entscheidung für RWE – in höchster Not grätschte der Abwehrspieler in eine flache Hereingabe herein, beförderte die Kugel somit aber auch ins eigene Tor (89.). Der VfB kassiert somit die fünfte Niederlage in Folge und rutscht auf Platz 16 ab, während RWE dank fünf Spielen ohne Niederlage nun auf Rang 11 steht.

   
Back to top button