Teilnehmerfeld steht: Fünf Thesen zur Drittliga-Saison 19/20

Auch wir mussten über die endgültige Konstellation der 3. Liga 2019/20 erst einmal eine Nacht schlafen. Was erwartet uns da in der kommenden Saison, was wird diese Spielklasse mit den zahlreichen Fans machen? liga3-online.de hat fünf Thesen über die Entwicklungen der Saison aufgestellt.

These 1: Hauen und Stechen um den Aufstieg

Die halbe Liga wird um den Aufstieg spielen. Mindestens neun Teams haben wir ausgemacht, die in die Favoritenrolle schlüpfen oder zumindest als Mitfavorit gelten: Ingolstadt, Magdeburg, Duisburg, Uerdingen, Rostock, Braunschweig, Kaiserslautern, Halle und Würzburg werden mit großen Ambitionen starten, einige von ihnen sind auf den Aufstieg angewiesen, um finanziell zu überleben. Andere erhalten ordentliche Zuschüsse von Investoren aus dem Ausland, um damit den neuerlichen Großangriff zu wagen. Aber was ist mit den Überraschungsteams, die sich in fast jeder Spielzeit untermischen? Wagt die SpVgg Unterhaching einen neuen Anlauf? Was könnte ein Aufsteiger wie Waldhof Mannheim leisten? Es wird spannend.

These 2: Der Osten muss kämpfen

Durch These 1 ergibt sich, dass zahllose andere Teams vom ersten Spieltag an den Abstiegskampf anpeilen müssen – zuerst 45 Punkte sichern (und selbst die reichten Energie Cottbus bekanntlich zuletzt nicht), dann sind andere Ambitionen erlaubt. Für mehrere Mannschaften aus dem Osten könnte das eine schwierige Aufgabe werden: Der FSV Zwickau hat wieder einmal eine bockstarke Rückserie hinter sich, geht aber mit einem der kleinsten Etats der Liga in die neue Saison. Der Chemnitzer FC hat noch ein laufendes Insolvenzverfahren an sich kleben und wird als Aufsteiger keine großen Sprünge machen können, ein ähnlicher Verlauf wie bei Cottbus droht. Und Carl Zeiss Jena? Die Thüringer präsentierten sich vor der ungeheuren Willensleistung zum Saisonfinale lange wie ein Absteiger und haben ebenso große finanzielle Löcher zu stopfen. Während die übrigen drei Ostclubs Aufstiegshoffnungen hegen, geht es für die Thüringer und Sachsen primär ums Überleben.

These 3: Neuer Zuschauerrekord

Fast 3,1 Millionen Besucher strömten 2018/19 in die Drittliga-Stadien – Rekord! Gut 8.100 Zuschauer bedeutete das im Schnitt. Aber unsere Erwartungen an die neue Saison sind noch weitaus größer: Die Absteiger Duisburg, Magdeburg und Ingolstadt werden mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Leute anlocken als jene Klubs, die die 3. Liga nach oben verlassen haben. Und auch von unten kommen mit Chemnitz und Waldhof zwei Klubs mit großem Namen, die die Anzahl an Ost- und Südwest-Derbys steigern. Selbst Viktoria Köln und der FC Bayern II, die wohl nicht die Massen anlocken, fallen kaum ins Kontor, weil durch Lotte und Fortuna Köln zwei ebenso "zuschauerschwache" Klubs abgestiegen sind.

These 4: 46 Punkte für den Klassenerhalt

Wir haben es schon angedeutet: Der Kampf um einen der ersten 16 Plätze wird erneut kriminell werden. Eigentlich spielen alle elf nicht in These 1 genannten Vereine einzig um den Klassenerhalt. Außenseiterrollen kommen neben den drei Ost-Klubs auch Sonnenhof Großaspach zu, der Dorfklub ist allerdings enorm erprobt darin, viel aus seinen kleinen Möglichkeiten zu machen. Schwer einschätzbar sind die Aufsteiger: Waldhof könnte durch sein immenses Umfeld einen Lauf wie einst den des 1. FC Magdeburg entwickeln. Viktoria Köln steht ein Investor zur Verfügung, der den Kader drittliga-tauglich aufpeppen kann. Und der FC Bayern II kann sich den Luxus leisten, Supertalente wie 10-Millionen-Euro-Transfer Alphonso Davies zu den Amateuren zu schicken. Das muss kein Abstiegskandidat sein. Umso mehr könnte es Klubs wie Meppen, Münster und 1860 München treffen.

These 5: 3. Liga muss sich nicht verstecken

Obgleich zwischen den TV-Erlösen der beiden Ligen nach wie vor Welten liegen, nähert sich die 3. Liga dem Niveau der nächsthöheren Spielklasse immer weiter an. Bester Beweis war das Relegationsspiel zwischen Wehen Wiesbaden und Ingolstadt. Allein 2019/20 tummeln sich zehn (!) ehemalige Bundesligisten und 18 (!) ehemalige Zweitligisten im Teilnehmerfeld, viele von ihnen haben kurz- bis mittelfristig die Ambition, auch dorthin zurückzukehren. Schon lange, bevor der erste Ball rollt, ist deshalb klar: Die 3. Liga ist wieder einmal verdammt attraktiv und wir dürfen auf eine verrückte und hochspannende Saison hoffen. Schätzt euch glücklich, Fans von den teilnehmenden Klubs zu sein!

Das Teilnehmerfeld für die kommende Drittliga-Saison steht – und kann sich echt sehen lassen ? In 52 Tagen (19. Juli) geht es los!

Gepostet von liga3-online.de am Dienstag, 28. Mai 2019

   
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