SVWW vor Dresden-Trip trotzig: "Niemand soll sich sicher fühlen"

Rüdiger Rehms Wunsch nach einem Sieg für Wehen Wiesbaden als Geschenk zur Vertragsverlängerung blieb unerfüllt. Nach der 1:2-Hemniederlage im ersten Spiel nach der Unterschrift ihres Trainers unter ein neues Arbeitspapier gegen Aufstiegskonkurrent FC Ingolstadt haben die Hessen vorerst auch den Sichtkontakt zur Spitzengruppe verloren.

Erste Heimpleite seit November

"Wir wussten, dass wir Ingolstadt durch unser Spiel weh tun können. Aber jetzt sind wir niedergeschlagen und enttäuscht", machte Rehm auf der Pressekonferenz aus seiner Ernüchterung über die verpasste Wiedergutmachung für das vorangegangene 0:2 bei Titelverteidiger Bayern München II kein Hehl. Die verhagelte Laune des 42-Jährigen war nachvollziehbar. Trotz der wunschgemäß frühen Führung durch Maurice Malone (9.) geriet der Zweitliga-Absteiger noch vor der Pause durch einen Doppelpack von Stefan Kutschke auf die Verliererstraße. In doppelter Unterzahl nach Platzverweisen für Moritz Kuhn (60) und Dennis Kempe (83.) konnten die Gastgeber die erste Niederlage auf eigenem Platz nach zuvor drei Erfolgen in Serie sowie insgesamt neun Spielen seit dem 2:4 Anfang November im Hinspiel gegen die Bayern-Reserve letztlich auch nicht mehr verhindern. "Meine Jungs", sagte Rehm am MagentaSport-Interview, "haben alles rausgehauen und ein gutes Spiel gemacht." Zerknirscht resümierte der Coach: "Es sollte einfach nicht sein."

Ungeachtet des weiter angewachsenen Rückstands zur Aufstiegszone will sein Team die Hoffnungen auf eine Rückkehr ins Unterhaus allerdings noch längst nicht ad acta legen. Im Gegenteil: "Momentan ist sicherlich etwas Abstand da. Aber wir werden auch wieder unsere Spiele gewinnen. Vorne soll sich nur niemand schon zu sicher fühlen", meinte Routinier Kempe im Vereins-TV und kündigte schon für das Nachholspiel am Mittwoch bei Spitzenreiter Dynamo Dresden "eine Trotzreaktion“ an. "Wir rücken jetzt nur noch enger zusammen."

Streitpunkt Elfmeter

Bis zum Auftritt an der Elbe müssen Kempe, der gesperrt fehlen wird, und seine Kollegen allerdings erst einmal den Dämpfer im Sechs-Punkte-Spiel gegen die Schanzer aus den Klamotten schütteln. Auch Rehm sah durch den ausgebliebenen Lohn für einen ansprechenden Auftritt bei seinen Spielern gesteigerten Bedarf nach mentalen Streicheleinheiten: "Es wird jetzt erst einmal eher darum gehen, die Jungs wieder aufzurichten", kündigte Wiesbadens Trainer für die Vorbereitung auf die wegweisende Begegnung mit Dresden das eine oder andere Einzelgespräch an.

Dabei dürfte Bestärkung deutlicher im Vordergrund stehen als die Aufarbeitung der umstrittenen Strafstoß-Entscheidung vor Kutschkes Siegtor und der beiden Platzverweise. "Beim Elfmeter“, meinte Rehm, "habe ich schon mehrere unterschiedliche Meinungen gehört, aber ich war in Regelkunde beim Trainer-Lehrgang nicht gut, und bei den Hinausstellungen hat der Schiedsrichter halt nicht für uns entschieden. Das ist eben so."

 
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