SVW zeigt "eine Reaktion": Umstellungen zur Pause fruchten

Nach der herben Pleite in Meppen aus der vergangenen Woche sah es nach 45 Minuten gegen Dortmund II nach einer erneuten Pleite aus, doch zeigte der SV Waldhof Mannheim eine Reaktion. Die Neuzugänge und Doppelpacker Bentley Baxter Bahn bekamen nach dem Spiel ein Sonderlob von Trainer Neidhart – dessen Umstellungen in der Pause griffen. Wohin der Weg des SVW führen wird, bleibt aber weiter rätselhaft. 

Denkbar schlechter Start, denkbar gute Antwort

Vielen der 7.987 Zuschauern im Mannheimer Carl-Benz-Stadion dürfte bereits nach eineinhalb Minuten mulmig geworden sein, als der Gast aus Dortmund nach einer Anhäufung von Defensivfehlern und einem individuellen Schnitzer von Keeper Behrens in Führung ging. So erging es auch SVW-Coach Christian Neidhart. "Man kann besser in so ein Spiel reinkommen, wenn man sieht, dass man nach zwei Minuten in Rückstand gerät", fasst er auf der Presskonferenz nach der Partie noch relativ nüchtern zusammen. Doch der Kontext war entscheidend. Denn dies geschah "mit der Prämisse, dass man die Woche davor sechs Stück gekriegt hat." Tatsächlich dürfte vielen Fans das 2:6 gegen Neidharts Ex-Klub Meppen wie ein Déjà-vu in den Kopf geschossen sein. Auch für seine Spieler sei die Situation "sicherlich nicht einfach" gewesen.

Doch statt wieder unter die Räder zu geraten, berappte sich der Waldhof, kam, so der Coach, "immer besser ins Spiel" und ging ohne weitere Treffer in die Pause. "Wir hatten eine gute Positionierung, wir haben nur die Bälle nicht gut gespielt", beobachtete der 53-Jährige. Entsprechend habe er in der Pause umgestellt und die "Außenverteidiger höher geschoben". Dies fruchtete. Die Gelegenheiten der Mannheimer häuften sich nun, und ein Doppelpack von Bentley Baxter Bahn stellte das Spiel auf den Kopf (63. / 71.). Entsprechend stolz war Neidhart auf seine Spieler, die "so eine Reaktion, so eine Leistung gezeigt haben in der zweiten Halbzeit", sodass am Ende ein "verdienter Sieg" stand.

Quo vadis Waldhof?

Auch Bahn profitierte dabei von einer Umstellung, die ihn zwei Halbpositionen nach hinten zog. "Als er auf der Zehn gespielt hat, trifft er keinen Möbelwagen. Heute spielt er auf der Sechs und trifft zweimal", analysierte Neidhart augenzwinkernd bei "MagentaSport". Es waren tatsächlich die ersten beiden Treffer des 29-Jährigen für den SVW – und der sechste Klub in der 3. Liga insgesamt, für den er traf. Vorbereitet wurden die Treffer indes von den Neuzugängen Jans und Keita-Ruel, denen Neidhart ein "bärenstarkes Spiel" attestierte. Bahn selbst, der hoffte, dass nun "der Knoten geplatzt" sei, wollte lieber den mannschaftlichen Aspekt, dass "jeder für jeden gekämpft" habe, hervorheben. "So kann es gerne weitergehen", forderte er abschließend.

Doch wohin des Weges nun für den SVW? Nach fünf Spielen stehen nun zehn Punkte sowie ein ausgeglichenes Torverhältnis, was vorläufig Platz 6 bedeutet. "Ich glaube, es weiß jeder, was ausgesprochen wurde. Wir tun gut daran, von Spiel zu Spiel zu schauen ", sprach sich Bahn aus. Lieber wolle er "nach 38 Spieltagen" schauen, was Sache ist, auch wenn das Ziel Aufstieg vom Team "angenommen" wurde. Doch haben gleich "sieben, acht Mannschaften" dieselben Ambitionen. Viel lieber wollte er in die kommende Woche blicken, wo die Mannheimer mit der SV Elversberg "einen harten Brocken vor der Brust" haben werden. Angegangen kann das Topspiel nun jedoch mit wieder neu gewonnenem Selbstvertrauen. "Letzte Woche haben wir richtig auf den Sack bekommen, heute haben wir uns drei Punkte zurückgeholt", fasste Bahn zusammen. Nun bleibt abzuwarten, welches Gesicht die Fans als nächstes sehen werden.

   
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