SV Wehen Wiesbaden: Eine Last fällt ab

Spielerisch überzeugend und überlegen, darüber hinaus letzten Endes auch treffsicher: Spätestens nach dem 3:0 (0:0)-Erfolg über Fortuna Köln sollte auch der SV Wehen Wiesbaden endgültig in der laufenden Spielzeit angekommen sein. Mit Geduld und Übersicht konnte der SVWW dabei den zweiten Saisonsieg einfahren – und hat sich damit vorerst von den unteren Rängen gelöst.

"Ich hoffe, das war die Initialzündung“, gab Trainer Sven Demandt der "Hessenschau" nach Abpfiff preis und sah wie die gut 2.500 Zuschauer in der Brita-Arena das mit Abstand beste Spiel seiner Elf in der noch jungen Saison. Schon in der ersten Halbzeit hätte sich der SV Wehen Wiesbaden für das Engagement belohnen können, doch das Plus an Ballbesitz wurde in nur wenige zwingende Chancen umgemünzt – ein altes Leid der Rot-Schwarzen drohte kurzfristig aufzubrechen. Doch der von Borussia Mönchengladbach II nach Wiesbaden gewechselte Trainer hatte seinen Akteuren in der Halbzeit die richtigen Worte mit auf den Weg gegeben: Die überforderten Fortunen wurden noch mehr in der eigenen Hälfte eingeschnürt, und nach 66 Minuten löste Luca Schnellbacher den gordischen Knoten und netzte zur vollkommen verdienten Führung ein.

Demandt: "Das waren Kombinationen, die ich im Spiel nicht kenne“

"Da waren Kombinationen dabei, die ich kenne, aber nicht im Spiel“, sah Demandt weiterhin endlich das im Training verinnerlichte spielerische Potenzial seiner Mannschaft auf den Platz gebracht: So nutzte Kevin Schindler ein genaues Zuspiel seines Mitspielers Schnellbauer für die Erhöhung der Führung (74.), Michael Vitzthum sorgte für ein dem Spiel angemessenes Resultat. Eine regelrechte Befreiung für Spieler wie Trainer – dies merkte man den Spielern nach der Führung an. Wichtig, sogar eminent wichtig mutet der Erfolg an, wenn ein Blick auf die Tabelle geworfen wird: Mit sechs Punkten aus den letzten drei Spielen beförderte sich Wehen Wiesbaden aus der roten Zone ins gesicherte Mittelfeld. Und wer hätte das gedacht: Ausgerechnet zuhause, wo die Zuschauer zuletzt meist mit dürftigen Auftritten der Gastgeber enttäuscht wurden, haben die Hessen mit acht Punkten und noch keiner Niederlage eine sehenswerte Bilanz erreicht.

Schwere Wochen stehen bevor

Doch auch Sven Demandt ist bewusst, dass die gezeigte Leistung kein einzelnes Ausrufezeichen bleiben darf, sondern zur Gewohnheit werden muss: "Wir müssen weiter hart arbeiten“, stellte der Coach fest. Zumal die Kölner Fortunen für eine lange Zeit der letzte Gegner sein dürften, der primär gegen den Abstieg spielen dürfte. Osnabrück, Stuttgarter Kickers, Aalen, Aue, Dynamo Dresden, Preußen Münster – bis Mitte November gibt sich ein potenzielles Spitzenteam nach dem nächsten die Ehre. In insgesamt zehn aufeinanderfolgenden Spielen muss sich die Demandt-Elf gegen derartige Mannschaften beweisen. Der SVWW – Spitzenteam oder Mittelfeld? Erst in zwei Monaten wird zwischen Rhein und Main Gewissheit darüber herrschen.

 

   

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