Support-Boykott und Proteste: SVWW-Fans sind stinksauer

Als wäre das 1:1 gegen den VfL Osnabrück angesichts der zahlreich vergebenen Chancen für den SV Wehen Wiesbaden nicht schon bitter genug gewesen, hat der Klub mit seiner neuen Kampagne auch noch den Ärger der Fans auf sich gezogen.

Kampagne "in die Tonne treten"

"Der beste Zweitverein Deutschlands." Das will der SV Wehen Wiesbaden gemäß seiner selbstironischen und mit einem Augenzwinkern zu verstehende neuen Kampagne künftig sein. Doch offen damit zu werben, dass viele Fußball-Fans aus dem Rhein-Main-Gebiet eher Klubs wie dem FSV Mainz 05, Darmstadt 98 oder Eintracht Frankfurt verbunden sind, passt den eingefleischten SVWW-Fans – auch, wenn es im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück nichtmal 2.000 waren – überhaupt nicht.

Entsprechend deutlich machten sie ihrem Unmut am Samstag Luft – und blieben in den ersten 20 Minuten stumm. Stattdessen präsentierten sie zahlreiche Spruchbänder: "Herzblut für unseren Verein, statt Marketing von der Agentur", "Wir machen Strecken, ihr verarscht uns", "Fremd im eigenen Stadion dank Zweitverein", "Unser Fußball ist monogam" und "Zweitvereinkampagne in die Tonne treten" war auf Plakaten in der Nordkurve zu lesen. Sogar der Rauswurf von Marketingleiterin Kristina Dröge wurde gefordert.

Fantreffen am Mittwoch

Dass es angesichts der durchaus etwas provokanten Kampagne zu Protesten kommen würde, war im Vorfeld abzusehen. Viele der langjährigen Fans fühlen sich veralbert und herabgewürdigt. "Mit dem Ansatz, Deutschlands bester Zweitverein zu sein, werden wir mit Sicherheit auch etwas polarisieren, aber im Sinne einer Auseinandersetzung mit dem SVWW ist dies durchaus gewünscht und ein weiterer Schritt, um gerade in unserer Region stärker zu mobilisieren", hatte Geschäftsführer Nico Schäfer bei der Vorstellung der Kampagne in der vergangenen Woche gesagt.

Doch Ziel der Kampagne ist es sicherlich nicht, die wenigen, treuen Fans zu verprellen, um am Ende noch weniger Anhänger zu haben als ohnehin. Schon jetzt belegt der SVWW mit einem Zuschauerschnitt von gerade mal 2.373 den drittletzten Platz. Bei einem turnusgemäßen Treffen zwischen Verein und Fans am Mittwoch dürfte es daher durchaus heiß hergehen. Ob der SVWW seine wütenden Fans wieder ins Boot holen kann?

   

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