"Bester Zweitverein Deutschlands": SVWW startet neue Kampagne

Obwohl der SV Wehen Wiesbaden in den letzten 15 Jahren immerhin drei Spielzeiten in der 2. Bundesliga verbracht hat und auch in der 3. Liga oft vorne dabei war: Die Zuschauerzahlen beim Klub aus der hessischen Landeshauptstadt sind überschaubar. Um das zu ändern, hat der SVWW nun eine neue Kampagne gestartet.

Augenzwinkernd und selbstironisch

"Der beste Zweitverein Deutschlands" lautet das durchaus mit einem Augenzwinkern zu verstehende Motto. Worauf der SVWW damit anspielt, ist offensichtlich: Viele Fußball-Fans aus dem Rhein-Main-Gebiet sind eher dem FSV Mainz 05, Darmstadt 98 oder Eintracht Frankfurt verbunden. Mit der Kampagne will der Klub nun das Bewusstsein dafür schärfen, dass es auch in Wiesbaden, immerhin die hessische Landeshauptstadt mit 280.000 Einwohnern, einen Fußballverein gibt, der als Erstverein taugt.

"Der SVWW hat als Verein viel zu bieten – aber wir müssen uns der Realität stellen. Für viele Menschen ist der SVWW derzeit nicht die erste Wahl, und das ist auch völlig okay", sagt Marketingleiterin Kristina Dröge. Es sei nun der Anspruch und Motivation, "alles dafür zu tun, um erste Wahl zu werden". Bis dahin sei es "absolut in Ordnung, bester Zweitverein Deutschlands zu sein und basierend auf unseren Werten selbstironisch mit Vorbehalten gegenüber dem Verein zu spielen", so Dröge.

Oftmals kommen nur 3.000 Fans

Die Kampagne wird zum Start zunächst auf den Social-Media-Kanälen der Rot-Schwarzen sowie auf Plakaten im Rhein-Main-Gebiet zu sehen sein – und hat bereits einige Reaktionen hervorgerufen. So fühlen sich einige eingefleischte SVWW-Fans auf den Schlips getreten. "Mit dem Ansatz, Deutschlands bester Zweitverein zu sein, werden wir mit Sicherheit auch etwas polarisieren, aber im Sinne einer Auseinandersetzung mit dem SVWW ist dies durchaus gewünscht und ein weiterer Schritt, um gerade in unserer Region stärker zu mobilisieren", sagt Nico Schäfer als Sprecher der Geschäftsführung. "Wir sind stolz auf das bisher Erreichte, aber wir können auch über uns selbst lachen und das ist etwas, was wir mit der neuen Saisonkampagne zum Ausdruck bringen wollen. Und so kann jeder beim SVWW andocken – dabei ist es ganz egal, welcher Verein aktuell die erste Wahl ist oder bleibt."

Ob die Kampagne Erfolg haben wird, dürfte sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Zu den bisherigen beiden Heimspielen in dieser Saison gegen Dortmund II und Bayreuth kamen jeweils keine 3.000 Besucher. Auch vor Corona lag der Zuschauerschnitt in der 3. Liga meist nur zwischen 3.000 und 4.000. Selbst im Zweitliga-Jahr 2019/20 strömten oftmals keine 5.000 Fans in die Brita-Arena. Ausreißer sind die Spielzeiten 2007/08 mit einem Schnitt von 8.900 und 2008/09 mit 7.800 – nicht selten begünstigt allerdings durch tausende Gästefans, die auch in der 3. Liga teilweise in der Überzahl sind. Bis der SVWW für deutlich mehr Menschen der Erstverein wird, dürfte es noch einige Zeit dauern. Helfen würde fraglos, wenn sich die Wiesbadener eines Tages in der 2. Liga etablieren.

   

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