Stefan Emmerling rätselt nach Acht-Tore-Wahnsinn

Sportlich geht es für Rot-Weiß Erfurt in dieser Saison um nichts mehr, der Abstieg ist nach der Insolvenz unvermeidbar. Dafür verwöhnte das Team beim 4:4 gegen Osnabrück seine Zuschauer mit einem lange nicht mehr dagewesenen Spektakel. Was die Trainer phasenweise zur Verzweiflung brachte, sorgte auf den Rängen für beste Unterhaltung.

Möckel: "Es war ein vogelwildes Spiel"

Exakt 60 Minuten vergingen von der 1:0-Führung für Osnabrück bis zum 4:4 in der 66. Minute, welches ebenfalls von den Gästen erzielt wurde. Doch auch danach ging es auf dem Platz hin und her, beide Mannschaften hätten das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben können, so kratze Erfurts Torwart Philipp Klewin einen Ball von der Linie (72.), kurz darauf traf RWE-Spieler Waseem Razeek per Kopf nur die Latte. Davor wechselten sich Führung und Rückstand für beide Mannschaften mehrfach ab. RWE und der VfL sorgten für eins der torreichsten Spiele der Liga-Geschichte – nur drei Mal fielen mehr Tore.

Erfurts Kapitän Jens Möckel sagte zum Acht-Tore-Wahnsinn: "In der 3. Liga habe ich so etwas Verrücktes noch nicht erlebt. Aber das Spiel kommt zustande, wenn eine Mannschaft abgestiegen ist und die andere noch Punkte braucht. Es war ein vogelwildes Spiel, aber für die Zuschauer interessant." So sehr ihn das Ergebnis für die Zuschauer freute, selber konnte er nicht zufrieden sein: "Wir lagen zurück, haben geführt, bekommen nach dem 4:3 aber binnen einer Minute den Ausgleich. Wir haben mal wieder viel zu viele Fehler gemacht, die zu Gegentoren geführt haben."

RWE kann wieder Tore schießen

Auch Trainer Stefan Emmerling war von den 90 Minuten beeindruckt: "Ich saß vorhin in der Kabine und habe mich gefragt, ob ich mich ärgern oder freuen soll. Wir wollen uns mit tollen Spielen aus der Liga verabschieden und den Fans, die noch kommen, wollen wir etwas bieten." Da es für seine Mannschaft durch die geplante Insolvenz eines der letzten Drittliga-Spiel war, sei klar, "dass eine Mannschaft eher offensiv denkt, als dass sie die Defensive im Hinterkopf hat. Das führt dazu, dass man anfälliger, nach den Toren euphorisch ist. Bei den Gegentoren haben wir mitgeholfen. Alles in allem war es ein Spektakel." Sein Fazit: "In unserer schwierigen Phasen sollten wir das positiv sehen."

In den vergangenen drei Partien erzielte RWE schon acht Tore, stellt dennoch die schwächste Offensive der Liga. Ein Beweise dafür, wie schwer sich die Thüringer mit dem Toreschießen taten. Nun klappt es auf einmal. "Wir kommen jetzt in die Räume, in denen wir zum Abschluss kommen. Das hatten wir in dieser Saison nicht so", erklärt Merveille Biankadi. Dass die Bälle nun den Weg ins Tor finden, liege auch daran, "weil wir mehr schießen. Aber jetzt ist es zu spät. Was wir uns über die Saison vorgenommen haben, funktioniert jetzt endlich", so der Mittelfeldspieler. Am Sonntag geht es für RWE in Halle weiter.

 

   
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