Obergrenzen für Stadien: 50 Prozent Auslastung, maximal 15.000 Fans

Keine bundesweiten Geisterspiele, allerdings eine Begrenzung der Kapazität auf 50 Prozent, maximal aber 15.000 Zuschauer: Darauf haben sich Bund und Länder im Rahmen ihrer Konferenz am Donnerstag verständigt. Die Regelung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und wird damit bereits am anstehenden Wochenende zur Anwendung kommen.

Keine einheitliche Regelung

Rund dreieinhalb Stunden tagten Bund und Länder am Donnerstagmittag, Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach anschließend von einer "sehr ernsten Lage" und betonte, dass die vierte Welle noch nicht gebrochen sei. Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller appellierte an die Klubs, die Eigeninitiative zu ergreifen und abseits der Obergrenzen vor weniger oder gar keinen Fans zu spielen: "Das ist nicht verboten."

Zu einer bundesweit einheitlichen Regelung mit Blick auf die Anzahl der zugelassenen Fans in den Stadien kam die Konferenz, anders als von einigen Ländern gefordert, aber nicht: Während Bayern (1860, Würzburg, Türkgücü) und Baden-Württemberg (Mannheim, Freiburg II) dem Beispiel Sachsens (Zwickau) folgen und wohl noch in dieser Woche Geisterspiele beschließen wollen (in Bayern soll das am Freitag der Fall werden), wird in den anderen Bundesländern weiterhin vor Zuschauern gespielt werden können – allerdings vor kleineren Kulissen. Beschlossen wurde, dass die Kapazität in den Stadien auf 50 Prozent reduziert werden soll, wobei maximal 15.000 Zuschauer zugelassen sein werden. Ob alle Bundesländer diesen Beschluss, der als Mindeststandard bezeichnet wurde, 1:1 umsetzen werden, ist aber noch offen.

NRW (Duisburg, Köln, Dortmund II, Verl) und Hessen (Wiesbaden) hatten im Vorfeld der Konferenz angekündigt, die Kapazitäten zwar auf 33 beziehungsweise 25 Prozent reduzieren, allerdings keine Obergrenze festlegen wollen. Niedersachsen (Osnabrück, Braunschweig, Meppen, Havelse) hatte derweil angekündigt, sich an dem Bund-Länder-Beschluss orientieren zu wollen. In Rheinland-Pfalz (1. FC Kaiserslautern) sind vorerst nur noch 10.000 Zuschauer zugelassen. In Berlin werden Großveranstaltungen bis zu einer absoluten Zahl von 5.000 Zuschauern mit voller Kapazität und für den 5.000 Personen überschreitenden Teil mit maximal 50 Prozent der weiteren Kapazität genehmigt.

2G und Maskenpflicht

In anderen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt (Magdeburg, Halle) und dem Saarland (Saarbrücken) könnten derweil auch größere Kulissen als 15.000 Zuschauer möglich sein. So hatte etwa Ministerpräsident Reiner Haseloff für Sachsen-Anhalt betont, dass der Handlungsbedarf bei Großveranstaltungen "hierzulande nicht so stark ist". Der FCM durfte zuletzt vor 20.000 Zuschauern spielen, was einer Auslastung von 66 Prozent entspricht. In Saarbrücken war zuletzt gar eine Vollauslastung möglich.

Klar ist: Flächendeckend wird in den Stadien durchgehend die Maskenpflicht und mindestens 2G gelten, einigerorts aber auch 2G-Plus. Ob mit dem Beginn der Restrunde Mitte Januar wieder vollere Stadien möglich sind, ist noch offen – und hängt vom weiteren Pandemiegeschehen ab. Vorerst dürften 15.000 Zuschauer für die meisten Drittligisten ausreichend sein, nur der 1. FC Magdeburg spielte bislang durchschnittlich vor mehr Fans (15.703). Fazit: Für die meisten Klubs, die auch weiterhin vor Zuschauern spielen dürfte, wird sich durch die neuen Obergrenzen im Vergleich zu den Regelungen der letzten Wochen kaum etwas ändern.

   
  • JR910

    Selbst als Anhaltiner frage ich mich, weshalb unser Ministerpräsident solch einen Nonsens von sich gibt.
    Der Bund- Länderbeschluss lautet max, 50%! Das ist eine Zahl die ich schon seit Tagen favorisiere und mit der die meisten sicher auch leben können.
    Ich persönlich würde dazu noch für 2G plus und komplette Maskenpflicht (ausgenommen Essen, Trinken Rauchen) plädieren.

  • H H

    da platzt einem der Kragen jeder macht wieder was er möchte ist nur noch zum kotzen mit unserer Regierung ! Scheiß Pack was da in Berlin sitzt. und unser grüner Lappe in BW schießt den Vogel ab wie immer die Pappnase von den Grünen !

    • Sterneneisen

      Geht’s auch mal ohne Pöbelei?

  • Möppi

    Eure letzten beiden Sätze sind irreführend. Grundsätzlich sieht der Beschluss max. 50% und nicht mehr als 15.000 Zuschauer vor, bedeutet, dass in der Mehrzahl der Drittligastadien deutlich weniger als 15.000 Zuschauer zugelassen sein werden. Und das ist dann ggf. schon ein Problem für einige Clubs, die gerne mehr Fans reinlassen würden.

    • liga3-online.de

      Wir haben es auf "die meisten Klubs" geändert. In Osnabrück z.B. galt die 50-Prozent-Regel zuletzt schon. Und auch für Klubs wie Meppen, Saarbrücken, Wiesbaden, Köln, Halle, Verl und Duisburg sollten 50 Prozent vorerst ausreichen.

  • StefanK

    Ist ja wieder klasse, dass am Ende jedes Land machen kann, was es möchte.
    Was wohl auch passieren wird, Wettbewerbsverzerrung inklusive.
    Das kann einem doch nur auf den Keks gehen.

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