SpVgg Bayreuth: "Volles Vertrauen" in Trainer Thomas Kleine

Erst das Pokal-Aus bei Viertligist Würzburger Kickers, dann die 0:6-Klatsche gegen den 1. FC Saarbrücken: Die SpVgg Bayreuth steckt in der Krise – und belegt mit gerade mal vier Punkten aus acht Partien bei 4:17 Toren den vorletzten Tabellenplatz. An Trainer Thomas Kleine hält der Aufsteiger aber weiterhin fest.

Trainerdiskussion "viel zu billig"

Wie Wolfgang Gruber als Sprecher der Geschäftsführung gegenüber dem "Kurier" betont, genieße der 44-Jährige "unser volles Vertrauen". Schon zum jetzigen Zeitpunkt der Saison eine Trainerdiskussion zu führen, sei – trotz der schwachen Auftritte in den letzten beiden Partien – "viel zu billig", macht Gruber klar. Den Trainer eine Woche nach der "besten Saisonleistung in Mannheim" infrage zu stellen "wäre ja Irrsinn", sagt der Sprecher der Geschäftsführung und verdeutlicht: "Wir sind kein Verein, der heute einen Trainer einstellt und morgen feuert. Es war uns von Anfang an klar, dass das ein harter, ein steiniger Weg werden kann. Und den gehen wir gemeinsam." Zumal es an der Arbeit von Kleines nichts auszusetzen gebe: "Er ist fleißig, er ist akribisch und er erreicht die Mannschaft."

Vielmehr nimmt Gruber nun die Mannschaft in die Pflicht: "Der Trainer kann nichts dafür, wenn ab der 20. Minute keiner mehr einen Zweikampf gewinnt. Da sind wir auch nicht mehr als Einheit aufgetreten. Man kann verlieren, man kann auch eine Klatsche kriegen. Aber nicht so kampflos und mit so vielen Fehlern wie gegen Saarbrücken." Der 50-Jährige findet zudem, "dass es in der Mannschaft gerade nicht mehr so passt". Der Zusammenhalt aus der Vorsaison sei aktuell nicht mehr da. "Da ist jetzt der Kapitän gefragt, auch der Mannschaftsrat. Sie haben die Aufgabe, eine gewisse Linie reinzubringen, ich würde sogar sagen, eine gewisse Hygiene reinzukriegen. Ich erwarte jetzt von der Mannschaft, dass sie wieder zu der Einheit wird, die sie einmal war."

Treue gilt "nicht bis in alle Ewigkeit"

Atmosphärische Störungen oder Grüppchenbildungen gebe es laut Kapitän Benedikt Kirsch aber nicht: "Es ist eben ganz anders als im Erfolgsfall. Jeder hadert, jeder grübelt. Die Spieler, die spielen und verlieren, sind unzufrieden. Die Spieler, die nicht spielen, sind doppelt unzufrieden." Es gelte nun "hart und in Ruhe" weiterzuarbeiten, damit der Erfolg in die Altstadt zurückkehrt.

Sollte das auf absehbare Zeit jedoch nicht passieren, wird es wohl doch zu einem Trainerwechsel kommen: "Es ist doch klar, dass wir im sportlich schlechtesten Fall nicht bis in alle Ewigkeit am Trainer festhalten würden, wohlwissend, dass die Trainerfrage bei uns immer auch zu einem existenziellen Problem werden kann", so Gruber. Aktuell sei ein Trainerwechsel aber kein Thema. Der 50-Jährige zeigt sich überzeugt davon, dass die Mannschaft beim Spiel in Oldenburg am Samstag "ein ganz anderes Gesicht zeigen wird". Ähnlich hatte sich am Samstag auch Kleine selbst geäußert – und dabei betont, dass die Mannschaft drittligatauglich sei. Den Beweis dafür muss der Aufsteiger nun in den kommenden Partien antreten.

 
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