Alarmstufe Rot in Bayreuth: "So haben wir keine Chance"

Nachdem die SpVgg Bayreuth bislang meist nur knapp verloren hat, setzte es am Samstag beim 0:6 gegen den 1. FC Saarbrücken erstmals in dieser Saison eine herbe Klatsche. Trainer Thomas Kleine schlug Alarm, während Kapitän Benedikt Kirsch sich bei den Fans entschuldigte. 

"Zweikampfführung war von allen schlecht"

Die Stadionregie bewies nach Schlusspfiff ein gutes Gespür, als sie "Steh’ auf, wenn du am Boden bist" von den Toten Hosen einspielte. Ein Song, der nach so einem Spiel kaum passender sein konnte. Doch Trost dürfte er den Beteiligten nicht wirklich gespendet haben – zu schwach war der Auftritt. Den Knackpunkt für die deftige Pleite hatte Trainer Thomas Kleine im Interview mit "MagentaSport" auf Anhieb ausgemacht: "Entscheidend war, dass wir gefühlt jeden Zweikampf verloren haben – vor allem in der ersten Halbzeit." Kapitän Benedikt Kirsch konnte dem nur beipflichten: "Die Zweikampfführung war von allen schlecht – das muss man klar so sagen."

Darüber hinaus kritisierte Kleine, dass sich sein Team "eklatant schwach bei Standards" präsentiert habe. So überraschte es nicht, dass drei der sechs Gegentore aus ruhenden Bällen resultierten. "So haben wir keine Chance. Es waren mehrere Fehler dabei, die uns nicht passieren dürfen", schlug der 44-Jährige Alarm und ärgerte sich über das Abwehrverhalten seiner Mannschaft bei Standards: "Wir haben das extra vorher trainiert." Und während der Aufsteiger hinten mehrfach patzte und je drei Gegentore pro Halbzeit kassierte, ging nach vorne – bis auf die Anfangsphase – kaum etwas.

Konkurrenzfähig? "Ein ganz klares ja"

"Wir haben richtig einen draufbekommen", räumte Kleine ein. Einfach so abhaken könne man das Spiel nicht, das werde "ein, zwei Tage" dauern. "Solche Spiele dürfen wir uns nicht oft leisten", betonte der Ex-Profi und kündigte eine "knallharte Analyse" an. Unkenrufe, wonach die Spielvereinigung nicht drittligareif sei, erteilte Kleine aber eine klare Absage: "Sind wir konkurrenzfähig? Ein ganz klares ja. Das haben wir in den letzten Wochen mehrfach gezeigt. Die Mannschaft wird sich nächste Woche anders präsenteren." Dann gastiert Bayreuth bei Mitaufsteiger Oldenburg, der drei der letzten vier Spiele gewinnen konnte. Um bei den Norddeutschen punkten zu können, soll in den nächsten Tagen vor allem an der Zweikampfführung gearbeitet werden. "Hinten müssen wir einfach die Null halten und alles dafür reinschmeißen", forderte Kleine.

Auf die Unterstützung der Fans kann sich der Aufsteiger trotz der Klatsche verlassen, am Zaun bauten die Anhänger das Team wieder auf. "Wir können uns nur bei den Fans für die Leistung entschuldigen“, sagte Kirsch und kündigte an: "Wir halten die Köpfe oben – auch, wenn es jetzt ein paar Tage weh gut. Aber wir arbeiten es rigoros auf und greifen nächste Woche wieder an." Vorerst bleibt Bayreuth mit nur vier Punkten aus acht Spielen tief im Keller hängen (19.) und könnte am Sonntag noch auf den letzten Platz abrutschen, sollte Aue im Derby gegen Zwickau punkten.

 
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