Sportfreunde Lotte haben Respekt vor Preußen Münster abgelegt

Lange Jahre waren die Rollen in Westfalen klar verteilt: Auch wenn sich der "große" SC Preußen Münster und die "kleinen" Sportfreunde Lotte sogar einige Jahre in der Regionalliga West begegneten, so galt der SCP eigentlich immer als Favorit. Vor der Neuauflage am Samstag hat sich das Geschehen aus Sicht der Sportfreunde Lotte allerdings entscheidend gewandelt.

Plötzlich ist Lotte der Favorit

Denn der Aufsteiger in die 3. Liga kann, darf oder muss gar die Favoritenrolle annehmen – Vorgeschichte hin oder her. Am Samstag empfängt der Vierte im Heimspiel den Achtzehnten der Tabelle, da sind die Rahmenbedingungen eindeutig. Während die Sportfreunde Leute die Spielklasse phasenweise aufmischten, läuft Preußen Münster der Konkurrenz ein ganzes Stück hinterher, und das ist bei Betrachtung der gezeigten Leistungen gar nicht mal unverdient. Deren Trainer Benno Möhlmann hätte sich insgeheim sicherlich einen anderen Gegner oder vielleicht gar selbst ein Heimspiel zum Auftakt gewünscht – bitte aber nicht Lotte. Denn die Mannen vom Autobahnkreuz weisen eine hervorragende Bilanz gegen die Preußen auf, gewannen drei der letzten vier Pflichtspiele. Davon sogar zwei Begegnungen als unterklassiger Vertreter im Landespokal. Grund genug für die SFL, am Samstag mit reichlich Selbstvertrauen antreten zu können.

Derby- oder Pokalzeit bei den Sportfreunden?

Die anstehende Partie muss am Autobahnkreuz natürlich im größeren Rahmen gedeutet werden. Längst nicht bei jedem Spieler dürfte nur das Westfalenduell im Vordergrund stehen, da am darauffolgenden Dienstag bereits Bayer 04 Leverkusen im Tecklenburger Land gastiert. Es geht für die Sportfreunde Lotte um nicht weniger als die nächste Sensation, um nicht weniger als Mehreinnahmen, die die Millionengrenze überschreiten können. Es wäre ein Jackpot für den Klub um Trainer Ismail Atalan, der mit einem prestigeträchtigen, aber sportlich nicht annähernd so wichtigen Sieg gegen Preußen Münster überhaupt nicht zu vergleichen ist. Für das Lotter Publikum hingegen besitzt das Duell, im Kreise der Lotter gerne auch „Derby“ genannt, allerhöchstes Interesse. Den Derby-Begriff lehnt Preußen Münster wiederum strikt ab – mit dem VfL Osnabrück und Arminia Bielefeld ist die Erzrivalen-Kapazität bei den Adlerträgern längst erschöpft.

Lotte hofft auf Granatowski

"Wir wollen keinen Respekt zeigen und nicht groß über die Situation beim Gegner nachdenken“, gab Atalan auf der Pressekonferenz vor dem Spiel preis und stellte fest: "Wir befinden uns absolut auf dem richtigen Weg. Innerhalb eines Jahres seit dem letzten Spiel gegen die Preußen hat sich vieles verändert. Der SCP tritt uns mit mehr Demut entgegen.“ Begleitet wird dieser von knapp 1.500 Fans, insgesamt würden die Sportfreunde Lotte gerne die 4.000er-Marke knacken, das wäre mit Abstand der Drittliga-Saisonrekord. Erfreulich sei auf personeller Ebene das Heranführen von Nico Granatowski nach seinem Knöchelbruch – "für ein paar Minuten könnte er schon wieder eine gute Option darstellen“, verriet der angehende Fußballlehrer. Fehlen wird zwangsläufig Tim Wendel, der in Aalen die Gelb-Rote Karte sah. Bestens bekannt ist der SCP noch Ersatztorhüter David Buchholz sowie Alexander Langlitz und Semih Daglar: Letztere kickten für die Juniorenmannschaften des Sportclubs, Buchholz gar für die erste Mannschaft.

 

 

 
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