Siege für Hansa und Ingolstadt, FCM und MSV jubeln im Keller

Wichtiger Sieg für den 1. FC Magdeburg! Im Kellerduell setzten sich die Elbstädter am Samstag mit 1:0 gegen Kaiserslautern durch, der damit sechs Punkte hinter das rettende Ufer zurückfällt. Rostock spielte ebenfalls einen 1:0-Sieg gegen Halle souverän herunter. Mannheim bestimmte in Ingolstadt das Spiel, verlor die Partie aber mit 0:1. Der MSV Duisburg drehte einen doppelten Rückstand gegen Türkgücü München zum 3:2. Zudem spielten: Unterhaching-Uerdingen (2:3) und Lübeck-Verl (2:2).

Magdeburg 1:0 Kaiserslautern: Big-Points für den FCM

Der Abstiegskracher zweier Traditionsmannschaften erhitzte die Gemüter schon früh in der Partie, sodass nach sieben Zeigerumdrehungen eine erste Rudelbildung zustande kam. Tobias Müller foulte Marlon Ritter, doch Schiedsrichter Florian Lechner beließ es Ermahnungen für die Akteure (7.). Den ersten sportlichen Akzent setzte dann Baris Atik, der einen Pass in den Rückraum aus knapp zehn Metern in die zweite Etage drischte (10.). Der FCM blieb zu Beginn das aktivere Team, aber Kaiserslautern kämpfte sich in die Partie hinein. Aus spitzem Winkel scheiterte Philipp Hercher (29.), ein Kopfball von Marvin Pourié blieb zu ungenau (35.). Dazwischen kam wieder neues Feuer ins Spiel, als Kai Brünker und Jean Zimmer jeweils Gelb bei einer weiteren Rudelbildung sahen (33.). Ohne Tore ging es allerdings in die Halbzeit.

Lautern wechselte zur Pause zweifach, doch der FCM startete wieder im Vorwärtsgang – bei einer guten Möglichkeit vor dem Strafraum zögerte Atik jedoch zu lange für den entscheidenden Pass (47.). Die nächste Gelegenheit ließ sich der Offensivspieler jedoch nicht entgehen: Im Rücken von Kenny Prince Redondo schlich sich Atik davon, um aus der Drehung die Magdeburger Führung zu erzielen (56.). Die Lautrer Krux blieb, dass die Offensivaktionen zu selten Gefahr ausstrahlten. Über Zimmer und Redondo spielten sich die Roten Teufel zwar mal in den Strafraum, aber der Schuss des Kapitäns blieb erneut zu harmlos (72.). Dafür blieb es auf der Gegenseite knapp: Avdo Spahic verschätzte sich beim Spielaufbau und schoss einen Magdeburger an, doch auch daraus entstand keine zwingende Möglichkeit (80.). Die Entscheidung hatte dann abermals der FCM auf dem Fuß, doch den Freistoß von Sören Bertram kratzte Spahic aus dem Winkel (87.). Dennoch verlor Kaiserslautern den spannenden Abstiegsgipfel, was die Roten Teufel sechs Punkte hinter das rettende Ufer zurückfallen lässt. Magdeburg bleibt ebenfalls in der Abstiegszone, hat bei einem Spiel mehr (gegenüber Uerdingen) aber nur einen Punkt Rückstand.

Rostock 1:0 Halle: Hansa gewinnt bei Fan-Rückkehr

777 Rostocker Fans warteten sieben Minuten, bis zum ersten Mal seit Monaten ein echter Jubel durch das Ostseestadion brandete. Gegen defensiv unsichere Hallenser nutzte Pascal Breier seinen Freiraum auf der Außenbahn, hinzu kam die optimale Flanke auf den Kopf John Verhoek – 1:0 (7.). Unterstützt vom Publikum blieb Hansa daraufhin klar die tonangebende Mannschaft, von Halle war lange Zeit nichts zu sehen. Ein hektischer Kopfball von Michael Eberwein war die erste, wenn auch keine gute Gelegenheit (23.). Minimalistische Rostocker warteten auf die Lücken, die Halle über weite Strecken dann aber nicht mehr bot. Kombinationsfußball der Gäste endete entweder in Ungenauigkeiten (35.) oder Unentschlossenheiten (40.), sodass vor dem Seitenwechsel nichts mehr anbrannte.

Halle kam dann allerdings hellwach aus der Kabine, über Terrence Boyd und Eberwein kam der Ball zu Kapitän Jonas Nietfeld und der prüfte Hansa-Keeper Markus Kolke aus kurzer Distanz (47.). Zwischen den Teams ging es Hin und Her, aber Breier (58.) und Eberwein (60.) fehlte jeweils die Genauigkeit. Hansa war um Kontrolle bemüht, die einzigen Chancen der Hallenser waren Zufallsprodukte – so auch eine Bogenlampe von Laurenz Dehl (70.). Eine Chance zur Entscheidung verpasste Sven Sonnenberg bei einem Kopfballversuch nach Ecke (79.). Rostock ließ aber nichts mehr anbrennen und verteidigte den zweiten Platz gegenüber Ingolstadt und liegt nun zwölf Punkte vor Rang 4, während der HFC auf Platz elf Richtung Keller schauen muss.

Ingolstadt 1:0 Mannheim: FCI bleibt auf Kurs

Kritiker sprachen vor der Partie von einem möglichen Endspiel für SVW-Cheftrainer Patrick Glöckner, doch die Mannschaft wollte mit bissigen Anfangsminuten dazu keinen Anlass geben. Bis zur ersten Top-Chance verging einige Zeit, gehörte dann aber auch den Mannheimern: Arianit Ferati brachte eine Ecke hoch hinein, aber Rafael Garcia scheiterte per Kopf (20.). Danach musste der fleißige Anton Donkor verletzungsbedingt vom Platz, der Schwung der Anfangsminuten war inzwischen verflogen (29.). Dann ging es schnell: Zuerst rettete SVW-Keeper Timo Königsmann nach einem Abwehr-Patzer noch im Eins-gegen-Eins gegen Stefan Kutschke (40.), dann schloss Caniggia Elva nach einer Ecke ab. Königsmann parierte zwar, doch der Ball soll hinter der Linie gewesen sein – 1:0 (41.). Die Beschwerden seitens des SVW auf dem Gang in die Kabine waren groß.

Nach dem Seitenwechsel blieb der FCI zunächst druckvoll, aber der Ball landete im Ingolstädter Netz! Ferati zog aus der Distanz ab, das Spielgerät ging an Freund und Feind vorbei und dennoch entschied Schiedsrichter Jonas Weickenmeier auf Abseits, weil Marcel Costly in der Flugbahn des Balles stand und damit die Sicht von Keeper Fabijan Buntic behinderte (52.). Der SVW wurde mutiger, einen Kopfball von Jasper Verlaat parierte der Ingolstädter Schlussmann grandios (61.). Der FCI sah sich dem Sturmlauf der Mannheimer ausgesetzt, ohne sich selbst Luft verschaffen zu können. Dann aber hätten die Schanzer den Deckel draufmachen müssen: Königsmann verlängerte unfreiwillig einen Schuss zu Rico Preißinger, doch die SVW-Abwehr wahrte alle Chancen (81.). In der Nachspielzeit traf Ferati aber nur noch einmal das Außennetz (90.+3), Ingolstadt rettete das Ergebnis über die Zeit. Der FCI blieb Dritter, der SVW bleibt auf Platz zwölf im Abstiegskampf stecken.

Duisburg 3:2 Türkgücü: MSV dreht Zweifach-Rückstand

Wegen der anstehenden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft in Duisburg durfte sich der MSV über einen frischen Rasen in der heimischen Arena freuen, doch der kam zunächst nur Türkgücü München zu Gute. Auch ohne den suspendierten Sercan Sararer spielten die Gäste einen Konter gegen die Zebras perfekt aus, sodass Lucas Röser das Spielgerät aus knapp zwölf Metern relativ unbedrängt ins Tor hämmern durfte (9.). Daraufhin nahm Duisburg das Geschehen weitestgehend in die Hand, aber Ungenauigkeiten prägten das Spiel der Zebras. Zum einen traf Aziz Bouhaddouz so nur das Außennetz (25.), zum anderen touchierte ein Abschluss von Moritz Stoppelkamp aus spitzem Winkel nur die Latte (30.). Die Duisburger hatten Ballbesitz und Chancen, aber die Münchner machten die Tore. Bei einem Eckball entkam Maxime Awoudja seinen Bewachern und nickte mustergültig ein (40.).

Duisburg kam mit Wut – und mit Leroy-Jacques Mickels – aus der Kabine. Der Flügelspieler setzte sich auf der rechten Seite durch, schloss ab und zwang René Vollath zur Parade. Der TGM-Keeper konnte den Ball nicht festmachen, Bouhaddouz verkürzte (47.). Und der MSV blieb dran: Bouhaddouz nutzte einen Abwehrfehler der Münchener, dieses Mal blieb Vollath im Eins-gegen-Eins der Sieger (49.). Dann bekam Duisburg die Chance zum Ausgleich auf dem Silbertablett – und nutzte sie, weil Stoppelkamp einen eindeutigen Elfmeter von Alexander Sorge an Bouhaddouz souverän verwandelte (64.). Von TGM war bis dahin in der zweiten Hälfte nichts zu sehen. Erst in der Schlussphase prüfte Petar Sliskovic seinen ehemaligen Keeper, doch Leo Weinkauf kratzte einen Kopfball mit der rechten Hand gerade noch von der Linie (86.). Dann ertönte das Hupkonzert auf dem Duisburger Parkplatz vor der Arena – denn Orhan Ademi drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie, der 3:2-Treffer zählte (89.). Weder ein mögliches Foulspiel von David Tomic bei der Vorlage, noch eine potentielle Abseitsstellung wurden gepfiffen. Die TGM-Bank holte sich gesammelt die gelbe Karte ab. Danach überstand der MSV die Schlussphase und schob sich mit dem Sieg auf Platz 13, die Münchener blieben auf dem achten Rang.

Unterhaching 2:3 Uerdingen: Wilde Torfolge und KFC-Jubel

Das Match begann mit einem Paukenschlag für die Oberbayern, bei einer Freistoß-Hereingabe von Patrick Göbel stieg Adriano Grimaldi in der Mitte am höchsten und nickte entgegen der Laufrichtung von Keeper Jo Coppens früh ein (6.). Haching war zielgerichteter in die Partie gestartet, musste aber erst einmal den frühen Schock verdauen. Die Spielkontrolle gehörte dennoch den Oberbayern, die Chancen aber dem KFC: Grimaldi ging bei einem Konter frei durch und zielte aus zwölf Metern lediglich zu hoch für den zweiten Torjubel (25.). Der folgte jedoch wenig später, als Assani Lukimya in Folge eines weiteren Freistoßes einnickte (30.). Unterhaching kontrollierte auch danach zwar weiterhin das Match, wurde aber nicht gefährlich genug vor dem gegnerischen Kasten.

Die zweite Hälfte startete mit dem nächsten Nackenschlag, doch weil Grimaldi beim dritten Uerdinger Treffer die Hand zur Hilfe nahm, erkannte Schiedsrichter Patrick Alt das Tor nach langem Zögern nicht an (49.). Unterhaching schlug dann zurück – und wie: Erst stieg Paul Grauschopf bei einem Eckball der Oberbayern hoch und erzielte per Kopf den Anschlusstreffer (60.), dann schloss Stephan Hain den Doppelschlag per Flugkopfball sensationell ab, die Kugel trudelte vom linken Innenpfosten über die Linie – Ausgleich (62.)! Das Momentum gehörte der Spielvereinigung, aber Uerdingen traf ins oberbayrische Herz. Muhammed Kiprit wurde nicht ausreichend attackiert und stockte für den KFC wieder auf (64.). Anschließend hatten die Krefelder die Entscheidung auf dem Silbertablett, weil Max Dombrowka einen Elfmeter für den KFC verursachte – Lukimya scheiterte jedoch vom Punkt (80.). Das Spiel blieb spannend, aber am Ende feierte Uerdingen den zweiten Sieg in Folge und blieb auf Platz 16. Unterhaching dagegen ist weiterhin Letzter und hat bereits acht Punkte Rückstand auf den KFC.

Lübeck 2:2 Verl: VfB-Aufholjagd zu spät belohnt

Der VfB Lübeck begann die Partie engagiert und traf auf abwartende Verler, die sich in der Anfangsphase vornehmlich zurückhielten. Kapital konnten die Norddeutschen daraus nicht schlagen, bis der ostwestfälische Express anzog und Lübeck dann doch irgendwie am ersten Treffer beteiligt war: Christopher Lannert flankte in die Mitte, wo Tommy Grupe den Ball mit dem Fuß berührte – VfB-Keeper Lukas Raeder war machtlos (24.). Lübeck schlug jedoch gekonnt zurück. Elsamed Ramaj startete auf der Außenbahn durch und bediente Cyrill Akono, der wiederum nur noch einschieben brauchte (30.). Vor der Pause war Verl dann jedoch noch einmal am Drücker – und ausgerechnet Ex-Torgarant Justin Eilers nutzte einen Latten-Abpraller von Teamkollege Kasim Rabihic, um die erneute Führung herzustellen (36.).

Im zweiten Abschnitt suchte Lübeck die Flucht nach vorne, dem Tabellenvorletzten blieb gar keine andere Möglichkeit. Yannick Deichmann (50.) und Soufian Benyamina (59.) vergaben jedoch aussichtsreiche Chancen. Dennoch dominierten die Norddeutschen das Duell in dieser Phase – belohnten sich aber erst sehr spät. Ein Befreiungsschlag von Sven Mende wurde zur perfekten Vorlage für Deichmann, der Gegenspieler Lars Ritzka abschüttelte und das Spielgerät ins lange Eck verfrachtete (80.). Zeit genug noch für die Aufholjagd? Fast. Grupe köpfte den Ball in den Schlussminuten an den Pfosten, Benyamina drückte den Abpraller über die Linie – Abseits (88.)! Somit blieb es bei der Punkteteilung, die Verl immerhin den fünften Rang vorerst sichert. Lübeck bleibt hingegen Vorletzter und liegt bei einem Spiel mehr bereits sechs Zähler hinter dem rettenden Ufer.

 

   
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