Spieltag 19 im Rückblick: Ein Hoch auf die Kleinen

Die Hinrunde in der 3. Liga ist vorbei. Wird sie dauerhaft in Erinnerung verbleiben? Nicht für jeden Verein. Ein Blick auf die Tabelle zeigt: Die Grenze zwischen Aufstiegs- und Abstiegskampf ist wieder einmal fließend. Der SC Paderborn fungiert als Bindeglied zwischen Oben und Unten, alle weiteren Teams haben sich einsortiert. Und die Kleinen mucken mächtig auf.

Das Aufmucken der vermeintlichen Underdogs

Wer vor der Spielzeit an einschlägigen Umfragen zum Thema Abstiegsanwärter teilnahm, der wird auf die üblichen Verdächtigen getippt haben: Die Aufsteiger sowie die kleinen, finanziell begrenzten Vereine. Die Sportfreunde Lotte etwa, Jahn Regensburg und der FSV Zwickau. Aber auch der VfR Aalen, Fortuna Köln oder Sonnenhof Großaspach standen oben auf den Listen. Und bewiesen in der Hinrunde das krasse Gegenteil. Bis auf den FSV Zwickau haben sämtliche genannten Klubs eine Rolle im gesicherten Mittelfeld der Liga eingenommen, dürfen mit 27 respektive 28 gesammelten Zählern eher nach oben denn nach unten schauen. In den Abstiegskampf sind dagegen wieder einmal auch Teams verwickelt, die sich die Spielzeit anders vorgestellt hatten: Preußen Münster ist hier an erster Stelle zu nennen, aber auch der SV Wehen Wiesbaden sowie Rot-Weiß Erfurt.

Wiesbaden: Vom Aufstiegskandidaten zum Kellerkind in wenigen Jahren

Apropos Wehen Wiesbaden. Über diesen Verein müssen mehr Worte gesprochen werden. Seit einer gefühlten Ewigkeit versuchen die Hessen, den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu realisieren. Aktuell trägt der SVWW seine großen Ambitionen zunehmend zu Grabe. Der schleichende Verfall begann schon vor Jahren, als trotz eines guten Budgets eine wenig homogene Einheit zusammengestellt wurde – damit lässt sich in der 3. Liga nun einmal kein Blumentopf gewinnen. In der vergangenen Spielzeit wäre das fast bestraft worden, nur durch einen Last-Minute-Treffer des einzig verbliebenen Funkens Tradition in Wiesbaden, Abwehrspieler Alf Mintzel,  Wehen Wiesbaden in der Liga. Nach nunmehr neun sieglosen Partien in Serie deutet sich in Wiesbaden in diesen Tagen ein neuerliches Abstiegskampf-Szenario an.

Das Beispiel Paderborn zeigt die kuriose 3. Liga in ganzer Pracht

Ist es nun ein bemerkenswerter oder naiver Schritt, trotz der Negativserie den Vertrag mit Übungsleiter Torsten Fröhling bis 2019 zu verlängern? In Mönchengladbach können sie bald ein Lied von dieser Maßnahme singen – in Wiesbaden ist ebenso die Krise ausgebrochen. Freuen kann sich dagegen der SC Paderborn, bei dem Stefan Emmerling nach nur zwei absolvierten Spieltagen bereits viele Sympathien gewonnen hat. Zwei Siege fuhr der neue Coach ein, unter dem die Ostwestfalen gegen den VfL Osnabrück sogar richtig überzeugend aufspielten. Das Schicksal des SC Paderborn im Verlauf dieser Hinrunde steht beispielhaft für die Kuriositäten, mit denen die 3. Liga jährlich neu einhergeht: Statt der Sorge vor dem Abstiegskampf herrscht nun Optimismus im blau-schwarzen Lager, vor zwei Wochen wäre diese Einstellung undenkbar gewesen. So ist die Liga, dafür lernt sie ein jeder kennen und lieben. Die Rückrunde kann kommen!

   
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