Spieltag 17 im Rückblick: Ein Live-Ticker für die Geschichte

Spieltag 17 ist vorüber. Und er hatte mächtig Diskussionsstoff im Gepäck. Baris Özbek ist beim MSV Duisburg der Sündenbock. Klaus Gjasula sieht noch vor der Winterpause seine zehnte (!) gelbe Karte. Getoppt wird alles jedoch vom SC Paderborn und einem Liveticker-Schreiber, der seinem Frust freien Lauf ließ. Irgendwie können wir ihn aber alle verstehen.

Özbek, die SF Lotte und eine Menge Frust

Man muss kein Drittliga-Experte sein, um beim bloßen Blick auf die Spielverläufe feststellen zu können: Am Wochenende wurde mächtig zugelangt – die Schiedsrichter hatten jede Menge zu tun. Beim Duell der Sportfreunde Lotte und des MSV Duisburg verteilte der erfahrene Unparteiische Robert Schröder etwa acht Verwarnungen und eine Rote Karte. Wie dunkelrot ein Platzverweis gefärbt sein kann, das zeigte Baris Özbek von den Zebras. Hohe Strafen werden gefordert. Mit einem Tag Abstand auf das Geschehene wächst jedoch zunehmend der Gedanke: Letztendlich ist auch Sünder Özbek nur ein Mensch. Getrieben von einer großen Theatralik der Lotter Gegenspieler ließ er sich zu mehreren Tätlichkeiten hinreißen. Wer kocht auf den Rängen nicht hoch, wenn sich Akteure unnötig am Boden wälzen? Özbek allerdings fuhr mehrere Gänge zu hoch. Allen voran der Tritt auf die Wade von Kevin Pires-Rodrigues bleibt in unschöner Erinnerung. Ihn erwartet eine Geldstrafe, eine Spielsperre – dann sollte der Trubel aber auch abgehakt sein.

"Geh stricken, SC Paderborn!“

Apropos Sünder: Auch der SC Paderborn fuhr in Form von Niko Dobros einen gerechtfertigten Platzverweis beim 0:3 in Zwickau ein. Die Sachsen übten sich zwar wieder redlich darin, das Gestänge ihres eigenen Tores wie bereits gegen Preußen Münster kaputtzuschießen, zwischendurch aber traf die Ziegner-Elf drei Mal in die Maschen. Für die Ostwestfalen bedeutet es einen weiteren Schritt in Richtung Dreifach-Abstieg – Grund genug, dass ein Live-Ticker seinem Frust schon ab Anstoß freien Lauf ließ. "Paderborn spielt Mädchenfußball können wir nicht behaupten, das wäre den Frauen gegenüber abwertend“, hieß es da sinngemäß. Und zum Abpfiff entließ der Schreiber den SCP mit einem "Spielt Schach, geht stricken, aber spielt keinen Fußball – das kann die Mannschaft nicht“. Falls es jedweden Beweises über die Stimmung in der Liboristadt benötigte, bitte sehr.

Klaus Gjasula teilt weiter aus

Viel, viel besser ist die Lage dagegen beim Halleschen FC, der sich urplötzlich mitten im Aufstiegsrennen wiederfindet. Läuft doch in Sachsen-Anhalt! Das gilt im Übrigen auch für Klaus Gjasula. Erinnert sich jemand? Der Spieler, der am siebten Spieltag bereits mit fünf Verwarnungen aussetzen musste. Was soll wir sagen – Gjasula hat sich gebessert. Er ist fairer geworden, hat die Anzahl an gelben Karten deutlich heruntergeschraubt. Schließlich dauerte es weitere neun (!) Partien, ehe er gegen Werder Bremen II seine zehnte Verwarnung kassierte. Heißt: Am kommenden Wochenende, wenn der HFC beim SV Wehen Wiesbaden gastiert, hat Gjasula ausreichend Zeit, bei seiner ehemaligen Station Kickers Offenbach vorbeizuschneien, denn er fehlt wieder. Einsam zieht er in der Kartentabelle seine Kreise an der Spitze und kann sogar von sich behaupten, mehr Verwarnungen kassiert zu haben als der beste Ligatorschütze Treffer erzielt hat. Nicht schlecht, Herr Gjasula!

   
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