Spielabsagen? Geisterspiele? Sorgen der Drittligisten wachsen

Wer gedacht hat, die Corona-Pandemie wäre bereits überstanden, wird dieser Tage eines besseren belehrt: Seit Wochen steigen die Infektionszahlen drastisch – und damit auch die Sorgen der Drittligisten vor Spielabsagen und Geisterspielen.

Corona-Ausbrüche beim FCM und FCK

52.826! So viele Menschen steckten sich laut dem Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag in Deutschland mit dem Virus an – so viele wie nie zuvor. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz hat mit 319,5 einen neuen Höchststand erreicht. Zum Vergleich: Vor einer Woche lag die Inzidenz bei 232, vor einem Monat bei 66. Angesichts der bundesweit stark steigenden Zahlen überrascht es nicht, dass auch die Corona-Fälle in der 3. Liga in den letzten Tagen zugenommen haben: Am Wochenende war Ronny König vom FSV Zwickau positiv getestet worden, am Montag folgte Saarbrückens Minos Gouras und am Dienstag schlug Corona in Kaiserslautern und Magdeburg zu. Während der FCK mehrere positive Fälle meldete, sind beim FCM gleich 13 Spieler betroffen – und damit mehr als der halbe Kader.

Das Spiel der Elbestädter gegen Zwickau am Samstag wurde abgesagt, es ist der sechste coronabedingte Ausfall in dieser Saison – und sehr wahrscheinlich nicht der letzte. In den vergangenen Wochen hat die Anzahl der Absagen wieder zugenommen, was für volle Terminkalender bis Weihnachten sorgen wird. Mehrere Englische Wochen in Folge, wie sie einige Vereine in der letzten Saison absolvieren mussten, drohen den bisher betroffenen Teams zwar noch nicht. Doch sollten die Infektionszahlen weiterhin so rapide ansteigen, wird die Terminhatz unausweichlich. Vor allem dann, wenn im Winter auch noch witterungsbedingte Absagen hinzukommen. Um Spielausfälle zu verhindern, wollen die ersten Vereine nach Informationen von liga3-online.de nun Booster-Impfungen in ihren Mannschaften vornehmen – darunter der 1. FC Magdeburg.

Drohen bald wieder Geisterspiele?

Neben der Sorge um die Gesundheit der Spieler und einer höheren Belastung durch zusätzliche Nachholspiele treibt die 20 Drittligisten vor allem eine Frage um: Drohen bald wieder Geisterspiele? Noch gibt es – abgesehen von den steigenden Corona-Zahlen – keine Anzeichen dafür, wenngleich das RKI zuletzt die Absage von Großveranstaltungen empfohlen hatte. Im ersten Schritt sollen vor allem Verschärfungen bei den Corona-Regeln für Abhilfe sorgen. So ist zu erwarten, dass sämtliche Partien künftig unter 2G-Bedingungen stattfinden werden. Bei fünf der neun Duelle am anstehenden Drittliga-Wochenende ist das bereits der Fall. Nur in Verl, Braunschweig (zumindest auf einer Tribüne), Halle und Berlin erhalten auch getestete Zuschauer noch Zutritt.

Im zweiten Schritt erscheint eine 2G-Plus-Regelung, also Geimpfte und Genesene mit zusätzlichem Test, denkbar. Erst als letzte Option könnte es wieder zu Geisterspielen kommen. Ein Horrorszenario für die Drittligisten – vor allem aus finanziellen Gründen, da alle Vereine fest mit Zuschauereinnahmen kalkuliert haben. Schon jetzt haben sämtliche Klubs mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen, leere Ränge würden die Situation zusätzlich verschärfen – auch, wenn der Zustand nicht wie in der letzten Saison über mehrere Monate anhalten würde. Am Donnerstag wird die Bund-Länder-Konferenz über das weitere Vorgehen für die kommenden Wochen beraten. Die Vereine werden gespannt nach Berlin blicken.

   
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