"Sind immer noch Erster": Dresdens Mai wirbt um Zusammenhalt

Noch vor wenigen Wochen galt Dynamo Dresden als vermeintlich sicherer Aufsteiger. Die drei letzten Spiele säten jedoch Zweifel, gerade die Pleite gegen Schlusslicht Unterhaching traf die SGD ins Mark. In der "Sächsischen Zeitung" meldete sich nun Kapitän Sebastian Mai zu Wort und versprach, sein "letztes Hemd zu geben".

"Andere würden gern mit uns tauschen"

An der Elbe kommt manch einem die Zuversicht abhanden. Grund dafür ist die Sieglos-Serie der ortsansässigen Sportgemeinschaft. Seit drei Spielen schon wartet der Tabellenführer auf einen Sieg. Auch ein Tor gelang in dieser Phase nicht. Sebastian Mai, Spielführer der Sachsen, will den Trend nicht überbewerten. Vielmehr seien die Ergebnisse auch natürlichen Leistungsschwankungen im Laufe einer Saison geschuldet. "Am Anfang hat keiner geglaubt, dass wir aufsteigen können, weil wir mäßig gestartet waren für unsere Ziele. Dann hatten wir acht von neun Spielen in Folge gewonnen und plötzlich hieß es: Dynamo geht hundertprozentig hoch", so Mai rückblickend.

Gänzlich daneben liegt der 27-Jährige damit sicher nicht. Genauso klar ist aber auch, dass drei Spiele ohne Tor sowie eine Pleite gegen den Tabellenletzten den Dresdner Ansprüchen nicht genügen – in keiner Phase der Spielzeit. Durchaus nachvollziehbar sind demnach die Sorgen der Fans, die zunehmend laut werden. Kapitän Mai allerdings zeigt nur bedingt Verständnis. Ihm kommt es auf das richtige Maß an: "Es ist nicht auf einmal alles schlecht. Ja, wir haben in drei Spielen kein Tor gemacht. Aber wir sind immer noch Erster, das ist ein positiver Druck. Andere würden sicher gern mit uns tauschen."

"Ach, sorry, das ist doch Käse"

Er wisse selbst, dass das Leistungsniveau der vergangenen Wochen nicht ausreiche, um den Spitzenplatz dauerhaft zu verteidigen und sei enttäuscht. Wenn der Mannschaft jedoch der Wille abgesprochen wird, kocht beim Abwehrhünen die Wut hoch. "Ach, sorry, das ist doch Käse", wurde Mai deutlich. Schämen müsse sich die Mannschaft nicht für einen Auftritt wie etwa den in der Münchner Vorstadt: "Es tut weh. Aber peinlich wird es mir nicht sein, weil ich weiß, ich habe alles gegeben. Und das weiß ich auch von den Jungs, die mit mir auf dem Platz gestanden haben."

Durch Dynamos Negativserie rückte die Ligaspitze zuletzt näher zusammen, 1860 München auf Platz vier ist wieder in Schlagdistanz und hat nur noch fünf Punkte Rückstand. Gerade in dieser Phase, so Mai, müsse Dynamo Zusammenhalt beweisen. Viele der Anhänger hätten das fraglos begriffen. "Das macht mir Mut, wenn ich lese: War Mist, aber jetzt vorwärts, Feuer rein! Die haben verstanden, worum es geht. Es sind viele, die uns unterstützen." Im Gegenzug versprach Mai zwar keine Ergebnisse, aber zumindest doch vollen Einsatz. "Es werden jetzt alles enge, eklige Spiele. Wir sind bereit, unser letztes Hemd dafür zu geben." Als erstes sollen darunter am Samstag wiedererstarkte Duisburger leiden – wenngleich Mai gelbgesperrt fehlen wird.

   
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