"Sehr schade": Waldhof hakt Aufstieg ab – Top-Fünf als Ziel

Durch die 0:1-Pleite gegen Freiburg II hat sich der SV Waldhof Mannheim am Montagabend endgültig aus dem Kampf um den Aufstieg verabschiedet. Entsprechend musste Patrick Glöckner, dessen Zukunft weiterhin offen ist, ein neues Saisonziel formulieren. Mit der gezeigten Leistung war der Coach indes überhaupt nicht einverstanden.

"Phase, in der es schwieriger ist"

Nur drei von 13 möglichen Siegen im Kalenderjahr 2022 geholt zu haben, deutet wahrlich nicht auf einen Aufstiegsaspiranten hin. Dennoch hätte ein Sieg am Montagabend noch für letzte Hoffnungen genügen können. Das 0:1 gegen den SC Freiburg II begräbt ebendiese aber nun. "Jeder weiß, dass wir so lange wie möglich gerne oben mitgespielt hätten", bestätigte auch SVW-Kapitän Marcel Seegert nach dem Spiel am "Telekom"-Mikrofon, doch sei der Waldhof derzeit in einer "Phase, in der es schwieriger ist." So sei den Mannheimer "der Anschluss nach oben abhandengekommen", befand der Innenverteidiger. Auf den 3. Rang fehlen dem SVW nun satte elf Zähler – bei nur noch vier Spielen. "Das ist sehr, sehr schade", stellte Seegert resigniert fest.

Gründe für die Pleite fanden die Beteiligten zuhauf. So habe das Team "etwas gebraucht", beschrieb der Kapitän, bis "die neue Formation", die sich als 3-4-3 gestaltete, gegriffen habe. Etwas deutlicher wurde Trainer Patrick Glöckner im Anschluss: "Die Ballsicherheit heute war ganz, ganz miserabel", kritisierte er. "Wir sind total enttäuscht." Trotzdem hätten seine Schützlinge nach guten Chancen in der Anfangsphase sowohl durch eine Doppelchance von Seegert und Costly (18.) als auch einen weiteren gefährlichen Kopfball des Spielführers mit "2:0 in Führung gehen müssen", wie Glöckner bemängelte. Dass die Mannheimer beste Gelegenheiten liegen ließen, sei dabei ein "Prozess, der sich ein bisschen durch die ganze Saison arbeitet." Nahezu tabellenplatzkonform stellen die Mannheimer gemeinsam mit Wiesbaden gerade einmal die achtbeste Offensive der Liga. Da der SVW dann gegen Freiburg "von Anfang an nicht ins Spiel gekommen" sei, habe man am Ende auch "leider nichts mitnehmen können", bilanzierte der 45-Jährige.

Ein mögliches Handspiel im Vorlauf des spielentscheidenden Gegentreffers durch Vincent Vermeij (38.) kam noch erschwerend hinzu. Symptomatisch war dabei die Reaktion der Mannheimer Hintermannschaft. So seien die Spieler "davon ausgegangen, dass der Schiedsrichter, das gesehen hat". Der Unparteiische Benjamin Cortus ließ aber weiterspielen, sodass der Freiburger ohne große Gegenwehr traf. "Da muss man natürlich durchziehen", ärgerte sich der Trainer. Der Ärger ob des Treffers blieb auch gering, hatte der SVW doch im weiteren Verlauf Glück, dass ein Handspiel von Donkor im eigenen Strafraum ungesühnt blieb. Entsprechend fair gab auch Glöckner bei Betrachtung der Szene zu: "Den kann man auch geben."

Glöckners Zukunft bleibt offen

Durch die Niederlage und den Fall auf Platz 7 ist der Aufstieg in dieser Saison passé, doch auf den Rängen dahinter bleibt es eng. Entsprechend mussten neue Ziele formuliert werden. Während Seegert in den letzten Spielen einfach "nochmal alles raushauen" will, wurde Trainer Glöckner durchaus konkreter. "Auf jeden Fall unter die Top-5" solle es für den SVW nun gehen. "Jeder Platz, den wir nach vorne kommen können, wollen wir mitnehmen", zeigte sich der Übungsleiter kämpferisch. "Schade" sei es nun gewesen, "dass wir nicht zwei Plätze nach vorne gerückt sind", was für Glöckner "unerklärlich" gewesen sei, wie er mit mächtig Unverständnis anmerkte.

Während die laufende Spielzeit also größtenteils abgehakt werden kann, lohnte sich bereits der Blick auf die kommende Saison. Zurzeit stelle sich von Vereinsseite die Frage. "Wie kriegen wir den Verein in eine Position, um um Platz eins und zwei zu spielen?", fasste Glöckner zusammen. Ob er Teil dieser Planung wird, ließ der Coach offen. Zwar finde ein "guter Austausch" statt, doch müsse eine "vernünftige Entscheidung für den Verein" getroffen werden, die so noch nicht restlos geklärt ist. In Eile werde jedoch niemand verfallen. "Da darf man nicht nervös werden", mahnte Glöckner. Sicher scheint, dass der 45-Jährige aber am kommenden Samstag gegen den VfL Osnabrück wieder an der Seitenlinie stehen wird. Dort wird dann das neue Saisonziel ins Auge gefasst.

   

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