Sechs Gründe für den Höhenflug des Halleschen FC

Von

© imago

Mit 30 Punkten aus bislang 17 Partien spielt der Hallesche FC eine Rekord-Saison. Noch nie standen die Saalestädter so gut da wie in dieser Spielzeit. liga3-online.de nennt sechs Gründe für den Höhenflug des HFC.

Grund 1: Die Neuzugänge

Nach der enttäuschenden vergangenen Saison leitete der Hallesche FC einen Umbruch ein: 15 Spieler wurden geholt, 17 mussten den Verein verlassen. Mit Torsten Ziegner kam zudem ein neuer Trainer – der HFC wagte den personellen Neuanfang. Und das mit Erfolg. Sieben Neue (Eisele, Heyer, Mai, Washausen, Jopek, Bahn und Sohm) wurden auf Anhieb Stammspieler, gehören auch zu den Leistungsträgern des Teams und wären wohl auch mit wenigen Ausnahmen bei jedem anderen Verein in der Liga gesetzt. Mit Erik Henschel und A-Junioren-Torwart Marcel Zach kamen nur zwei Neuzugänge nicht zum Einsatz.

Grund 2: Das Spiel-System

Torsten Ziegner legte sich früh auf ein System mit einer Dreierkette fest, zudem sollen die Außenbahnspieler für Schwung in der Offensive, aber auch für Absicherung bei Ballbesitz des Gegners sorgen. Im Mittelfeld übernehmen zwei Akteure den defensiven Part, ein weiterer soll offensiver agieren, die Doppelspitze unterstützen. Die Idee des Trainers ging bisher voll auf. Ziegner ist zur Freude der Fans und Zuschauer kein Freund von langweiligem Fußball – er will sehen, dass sein Team den Weg zum Tor sucht. Der Gegner wird zudem früh angelaufen und gestört und soll so nicht in die Lage kommen, das Spiel in Ruhe aufbauen zu können. Dass der HFC schon sechs Treffer in den ersten 15 Minuten erzielte (Liga-Bestwert), zeigt auch eindrucksvoll, dass die Saalestädter im Großteil der Spiele von Beginn an hellwach sind.

Grund 3: Die Defensive

Bei aller Offensiv-Freude schafft es die Mannschaft auch, hinten gut sortiert zu stehen, es dem Gegner sehr schwer zu machen, zu guten Gelegenheiten zu kommen. Bisher musste Torwart Kai Eisele nur 16 Mal hinter sich greifen – nur Tabellenführer VfL Osnabrück ist besser (zwölf Gegentreffer). Großen Anteil an der Stabilität hat Neuzugang Moritz Heyer, der überraschend als Innenverteidiger in der Dreierkette begann, bislang eine souveräne Saison spielt und sich deshalb in die Notizbücher anderer Vereine gespielt hat. Die Abwehrreihe kann positiv hervorgehoben werden, leistet doch jeder Spieler einen wichtigen Beitrag zur Absicherung des eigenen Tores. Hier punktet der HFC mit mannschaftlicher Geschlossenheit

Grund 4: Kaum Ausfälle

Die besten Spieler und die hervorragendste Vorbereitung bringen wenig, wenn eine Mannschaft von vielen Verletzungen und Sperren gebeutelt wird und die Startelf immer wieder umgebaut werden muss. Bislang blieb der HFC weitestgehend davon verschont. Mit Braydon Manu (vier Spiele) und zuletzt Toni Lindenhahn (zwei Spiele) waren nur zwei Spieler länger gesperrt. Neben drei Gelb-Sperren und einmal Gelb-Rot fielen nur wenige Stammspieler verletzt aus.

Grund 5: Torsten Ziegner

Bereits im März war klar, dass Torsten Ziegner neuer Trainer in Halle wird, konnte sich so frühzeitig mit der Zusammenstellung seines Teams befassen. Neben der bereits erwähnten guten Auswahl der Neuzugänge, scheut der 41-Jährige keine Experimente. So wurde Moritz Heyer als defensiver Mittelfeldspieler geholt, ist jedoch nicht mehr als Innenverteidiger wegzudenken. Zudem funktionierte er mit Sebastian Mai einen gelernten Defensiv-Spieler zum Stürmer um. Mai fällt mit einer guten Technik sowie starken Pässen auf und ist mit 1,95 Meter Körpergröße schwer vom Ball zu trennen, eignet sich so sehr gut als Zielspieler.

Grund 6: Die Chemie stimmt

Fußballer in einer Mannschaft sind oft nur Kollegen, gehen nach dem Training oder Spiel ihres Weges und sehen sich erst am kommenden Tag wieder. Beim HFC wird kein Beteiligter müde, zu betonen, dass viele Spieler gut befreundet sind, sich auch in der Freizeit zum Essen oder für gemeinsame Hobbies treffen. So fiele es leichter, auch die unangenehmen Wege auf dem Feld zu gehen. Jeder kämpft für den anderen, sagen die Spieler. Der Blick auf die Tabelle bestätigt die Aussagen.

   
  • HowdyM

    Die Flexibilität des Trainers, der Wegfall der Bevorzugung von Freunden und Cliquen unter dem alten alten Trainer, der Einbau der Jugend…all das ist das, was dem HFC in den letzten 1,5 Jahren gefehlt hat. Zwar gibts eine Stammmannschaft, aber die Aus/Einwechsler zeigen mit ihren Leistungen, dass sich niemand ausruhen kann, wie das früher mal war. Ein starkes Team, das Trainer und Sportdirektor da zusammengestellt haben. Jetzt noch die Verträge verlängern (im Notfall mit ner finanziellen Ausstiegsklausel), dann wären meine Wünsche für dne Klub erfüllt.

    • Philipp Schramm

      Das "Verbot", das die Spieler sich auch abseits des Fußballplatzes treffen dürfen, war mir immer in Dorn im Auge von Rico Schmitt.
      Es hat doch nur Vorteile, wenn sich die Spieler auch privat gut verstehen. Das schweißt die Truppe doch noch mehr zusammen.

  • weihnachtsmann

    Es macht wirklich Spass, den Jungs zuzuschauen. Es gab für mich nur ein wirklich schlechtes Spiel – der Saisonauftakt in Zwickau. Ziegner reagiert flexibel auf den jeweiligen Gegner.
    Ich bin wirklich gespannt, wie sie am Samstag beim Tabellenletzten auftreten…

  • Philipp Schramm

    Jungs, weiter so. Mit dieser Mannschaft kann in dieser Saison noch sehr viel erreicht werden.
    Auf geht’s, Chemiiiiieeeeeeee

Hinweis: Seit dem 25. Mai gilt unsere neue Datenschutzerklärung.