Schwaches 1:0 gegen Zwickau: Joe Enochs fordert Lerneffekt

Diesen Heimsieg möchte der VfL Osnabrück am liebsten schnell wieder verdrängen. Die Pflichtaufgabe erfüllten die Niedersachsen mit drei Punkten gegen den Abstiegskandidaten FSV Zwickau, über das „Wie“ könnte allerdings noch länger diskutiert werden. Wenn das selbst die eigenen Anhänger einsehen, spricht nicht wenig für einen äußerst schwachen Auftritt der Elf von Joe Enochs.

Zwickau macht Dampf, Osnabrück das Tor

Und das hatte auch wirklich jeder der rund 8.000 Zuschauer an der Bremer Brücke gesehen: Der FSV Zwickau kann guten Fußball spielen. Osnabrück freilich auch, nur zeigte der VfL das viel zu selten. Wieder einmal war aber auch das Quäntchen Glück zur rechten Zeit auf der Seite der Lila-Weißen, als etwa Kwasi Wriedt schon nach kurzer Zeit einen FSV-Fehler ausnutzte und humorlos ins kurze Eck einschob (10.). Wie bereits im vorangegangenen Heimspiel gegen die Sportfreunde Lotte landete der VfL den Treffer ohne wirkliche Ankündigung, aber genau zur richtigen Zeit. Das Problem: Der Treffer motivierte mehr die Gäste aus Sachsen als den heimischen VfL, die fortan das Tor von Marius Gersbeck immer wieder belagerten und sich eine ganze Reihe von richtig guten Gelegenheiten erspielten. Dass der Tabellenzweite den Neunzehnten empfing, war zu dieser Zeit auf dem Rasen überhaupt nicht auszumachen.

Ein ganz, ganz dreckiger Sieg

Eine Reaktion hätte zur zweiten Halbzeit erfolgen müssen, doch sie blieb aus. Was fehlte Osnabrück an diesem Nachmittag? Die Leidenschaft und der Esprit, der an der Bremer Brücke so oft versprüht wird. Und Zwickau blieb am Ausgleich dran, belohnte sich bis zum Abpfiff aber nicht. Der VfL passte oft zum Keeper zurück, wirkte phasenweise verunsichert – das war angesichts des Tabellenstandes überhaupt nicht nachzuvollziehen. Entschuldigen musste sich Lila-Weiß nach Spielende natürlich nicht über die drei Punkte, die gerne mitgenommen wurden. Es verblieb aber die Erkenntnis: Ein wirkliches Spitzenteam hätte wohl einen besseren Auftritt an den Tag gelegt. Andererseits sind es eben diese Spiele, die ein Team von Klasse im Verbund mit Fortuna für sich entscheidet, will es tatsächlich und langfristig eine gute Rolle um den Aufstieg spielen.

"Wir müssen daraus lernen“

Viel schönreden wollte Joe Enochs dementsprechend nach Abpfiff nicht. Gegenüber dem Klub-TV stellte er klar: "Wenn wir diesen zweiten Platz verteidigen wollen, müssen wir im Spiel mit dem Ball deutlich besser werden.“ Auch die Pfiffe, die es zur Halbzeit von den Tribünen gegeben hatte, konnte er verstehen. "Wir müssen daraus lernen“, so Enochs, der sich in Addition mit dem glücklichen Punkt bei Fortuna Köln über gleich vier schmeichelhafte Zähler in Folge freuen darf. Eins stellten aber selbst die Fans des VfL Osnabrück kurz vor dem Ende der Hinrunde fest: Das Glück ist alsbald wohl aufgebraucht, es müssen wieder spielerisch überzeugende Leistungen her. Weil der kommende Gegner SC Paderborn mit dem jüngsten Auswärtssieg bei Preußen Münster seine Krise offenbar überwunden hat, steht den Niedersachsen die nächste komplizierte Aufgabe bereits vor der Tür.

   
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